13.10.2014, 10:53 Uhr

Flucht aus dem Banat: Zeitzeugengespräch

Wann? 22.10.2014 19:30 Uhr

Wo? Riedbergpfarrsaal, Riedbergstraße 7, 4910 Ried im Innkreis AT
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Frauen und Kinder am Bahnhof in Periam (Banat 1945) auf dem Weg in die mehrjährige Zwangsarbeit in den Kohlenrevieren im russischen Donezk-Becken. Leider gibt es (auch im Rieder Stadtarchiv) keine Bilder über das Eintreffen der Banat-Flüchtlinge in Ried und rund um die Ereignisse jener Zeit. Wenn jemand derartige Bilder hat, möge er sich bitte an die Familie Ritter in Ried wenden. (Foto: privat)
Ried im Innkreis: Riedbergpfarrsaal | RIED. Am 16. Oktober 1944 trafen am Rieder Bahnhof 2665 volksdeutsche Flüchtlinge aus dem Banat ein und wurden im Innviertel aufgenommen. Zum 70. Jahrestag dieses Ereignisses veranstaltet der Verein Heimatstube Banat am Mittwoch, 22. Oktober 2014, um 19.30 Uhr im Riedberg-Pfarrsaal in Ried ein öffentliches Zeitzeugengespräch. Franz Ritter aus Ried und Franz Kraus aus Bayern werden die dramatischen Ereignisse interessant und anschaulich schildern.

Über das Banat
Das Banat wurde zur Zeit Maria Theresias und Prinz Eugens zwischen 1724 und 1805 mit Personen aus dem Bereich der damaligen Monarchie besiedelt – vor allem mit Leuten aus dem Schwarzwald, Elsass-Lothringen, Württemberg und aus österreichischen Ländern. Nach der anfänglich harten Zeit der Kolonisierung wurde das Banat ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem gedeihenden Land und zu einer bedeutenden Kornkammer von europäischen Rang. Der damals massive Ausbau der Eisenbahnen schaffte neue wirtschaftliche Möglichkeiten und stellte wichtige Verbindungen zum Wiener Zentralraum für die Ostgebiete der Monarchie sicher. Nach 1920, nach dem Vertrag von Trianon, fiel das ehemals zum ungarischen Königreich gehörende Banat an Rumänien, das später auf deutscher Seite am Krieg beteiligt war. Als der Krieg für Deutschland zu scheitern drohte, wechselte Rumänien im August 1944 die Fronten und schloss sich den Alliierten an.

Damit war nach dem Ende des Krieges auch das Schicksal der rund 800.000 Deutschen im rumänischen Banat und Siebenbürgen besiegelt. Rund 300.000 "Banater Schwaben" und "Siebenbürger Sachsen" mussten innerhalb weniger Tage durch Furcht und Vertreibung für immer ihre Heimat verlassen. Weitere 100.000 wurden nach dem Krieg auf Jahre nach Russland zur Zwangsarbeit in die Kohlegruben im Donezk-Becken verschleppt. Ein Großteil überlebte dies nicht. Jene Flüchtlinge, die im Herbst 1944 ins Innviertel und den oberösterreichischen Zentralraum gelangten, hatten mehr Glück. Sie fanden hier eine neue Heimat, die alte war jedoch verloren.
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