24.10.2016, 09:06 Uhr

"Ich fühlte ein kleines Stück Mittelalter"

Carolin Kern, Laien-Schauspielerin im Film Heldenzeitreise, im Interview.

INNVIERTEL, HAUSRUCKVIERTEL. "Heldenzeitreise" – so lautet der Titel des Leader-Filmprojekts, dessen Schauplätze das Inn- und Hausruckviertel sind. Die Darsteller sind hauptsächlich Schüler und Laienschauspieler aus der Region. Eine davon ist die gebürtige Kirchheimerin Carolin Kern. Im Interview spricht sie über ihre "zufällige" Rolle und

BezirksRundschau: Wie kam es zu Ihrer Rolle im Film "Heldenzeitreise"?
Caroline Kern:
Also ich würde mal sagen Zufall gemischt mit etwas Glück waren daran "Schuld". Im Juni habe ich als Urlaubsvertretung beim Roten Kreuz gearbeitet. Im Krankenhaus bin ich Martin Burgstaller, der für das Casting zuständig war, über den Weg gelaufen. Er hat mir vom Projekt erzählt und mir die Telefonnummer von Regisseur Wolfram Paulus gegeben. Erst nach meiner Diplomprüfung habe ich mich bei ihm gemeldet. Ehrlich gesagt, dachte ich damals nicht, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch eine "richtige Rolle" bekommen würde.

Doch dem war dann nicht so?
Wolfram hat mich zu einer Leseprobe eingeladen. Ein paar Wochen später kam dann ein Anruf, ob ich nochmal Zeit hätte für eine zweite Leseprobe. Schließlich bekam ich dann die Rolle der Rosmarie in der Mittelalterepisode.

Heldenzeitreise - können Sie uns den Film erklären?
Es handelt sich hierbei um ein Leader –Projekt, bei dem vier Regionen mitmachen.
In unterschiedlichen Zeiten (Keltenzeit, Renaissance, Mittelalter, Gegenwart, Zukunft, Nazizeit) wird jeweils die Geschichte eines "Helden" erzählt. Dabei handelt es sich aber nicht um klassische Helden, sondern um Menschen, die nicht ganz in ihr Zeitalter passten. Sie stellten sich zum Beispiel gegen die Meinungen der Allgemeinheit oder das herrschende politische System ihrer Zeit. Man könnte sie auch als Rebellen beschreiben. Der Fokus wird dabei auch und vor allem auf Frauen gelegt.

Fiel es Ihnen leicht, in die Rolle der Rosmarie zu schlüpfen?
Als Rosmarie spiele ich die erste Kammerzofe in der Mittelalterepisode, die sich in einen Minnesänger, die Hauptfigur in dieser Episode, verliebt. Die Dreharbeiten fanden auf der Burg Vichtenstein und im Schloss Starhemberg in Eferding statt. Bereits wenn man die ersten Schritte entlang der Burgmauer in Richtung Umkleide ging, fühlte man ein kleines Stück Mittelalter. Kostüm, Maske und Ausstattung erwecken das Mittelalter dann richtig zum Leben. Es wurde mir also sehr leicht gemacht mich in dieses Zeitalter hineinzuversetzen.

Hattest du schon schauspielerische Vorerfahrung?
Seit gut einem Jahr bin ich in einer Laientheatergruppe in Linz. Ansonsten hab ich noch nicht wirklich Theater gespielt. Um ehrlich zu sein, wollte ich das aber schon immer. Früher gab es in Kirchheim eine Theatergruppe. Wenn mein Papa davon erzählte, begannen meine Augen immer zu leuchten. Ich stellte mir vor, wie es sein würde, selbst mal als Schauspielerin auf der Bühne zu stehen.

Haben Sie Feuer gefangen für die Filmbranche?
Es war eine besondere Erfahrung einmal die andere Seite eines Filmes zu sehen.
Ein großartiges Abenteuer das ich sicher niemals vergessen werde. Als ich am Ende der Dreharbeiten zurückblickte, realisierte ich, dass ich ein großes Glückskind bin und soeben ein Kindheitstraum wahr geworden ist. Jedesmal wenn ich daran zurückdenke, heben sich meine beiden Mundwinkel und es fühlt sich besser an als Weihnachten und Geburtstag zugleich.

Wie geht es jetzt weiter?
Im Oktober ist die Aufführung unserer Theatergruppe in Linz. Das Interesse am Film ist aber weiterhin vorhanden und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja irgendwann wieder eine Möglichkeit für mich.

Fotos: privat
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