23.10.2017, 13:45 Uhr

"Innviertler Weidegans" hat neue Obfrau

Sandra Anzengruber ist neue Obfrau der Innviertler Weidegans. (Foto: Anzengruber)

Ein Interview mit Sandra Anzengruber aus Taiskirchen. Sie übernimmt die Leitung von Anna Wimmer.

Was ist die Innviertler Weidegans genau?
Die Innviertler Weidegans ist ein Ring des Verbandes der Österreichischen Weidegans. Die Innviertler Weidegans besteht derzeit aus rund 25 landwirtschaftlichen Betrieben, die sich zusammengeschlossen haben um regionale Gansl zu produzieren. Die Region umfasst die Bezirke Braunau, Ried, Schärding und Grieskirchen.

Was zeichnet den Verband genau aus?
Die Eier werden alle im Muttertierbetrieb der Familie Kaltenbrunner in Zell am Pettenfirst gelegt. In der Brüterei von Familie Maringer in Neukirchen an der Vöckla werden sie dann ausgebrütet. Das heißt, es gibt keinen Import von Eiern oder Küken Die Küken kommen als Eintagesküken auf die jeweiligen Betriebe und werden dort nach gleichen Bedingungen aufgezogen, gefüttert und gehalten.

Welche besonderen Bedingungen sind das?
Vom abgestimmten Futter über das optimale Stallklima mit Luftfeuchtigkeit und Temperatur wird alles getan, damit die Küken gut gedeihen können. Schon mit zwei Wochen haben sie ihren ersten Babyauslauf und werden bei Schönwetter auf die Weide gebracht. Ab der sechsten Lebenswoche werden die Gänse ausschließlich mit hofeigenem Getreide und saftigem Weidegras gefüttert.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Weidegänse einzustellen?
Eigentlich bin ich diplomierte Krankenschwester. Als ich 2006 auf den schwiegerelterlichen Hof zog, der damals ein auslaufender Schweinebetreib war, und 2008 mit der Pensionierung meiner Schwiegermutter die Betriebsführung übernahm, war ich auf der Suche nach einer Alternative die ich mir als „Nichtlandwirtin“ vorstellen konnte. Nach reiflicher Überlegung starteten wir mit 20 Gänsen und 30 Enten. Für mich war es damals unvorstellbar, wie ich die Gänse jemals verkaufen sollte. Plötzlich hatte ich zu Weihnachten selber keine Gans auf dem Tisch. Aufgrund der großen Nachfrage stehen mittlerweile fast 600 Tiere bei mir auf der Weide.

Für welche Zielgruppe produzieren Sie die Gänse?
Da die Tiere bei uns am Hof geschlachtet werden, produzieren wir hauptsächlich für den Privatkunden. Nur rund 15 Prozent gehen in den Handel oder die Gastronomie.

Werden die Gänsefedern auch verarbeitet?
Bei uns läuft auch ein Federnprojekt. Dabei werden sie gesammelt, gereinigt und aufbereitet. Egal ob Daunendecken oder Kopfkissen – über die ÖGW (Österreichische Weidegans) können diese erworben werden. Übrigens möchte ich betonen, dass zu eunhundert Prozent kein Lebendrupf an unseren Tieren vorgenommen wird.

Zur Sache:
Auf der Homepage der ÖWG unter www.weidegans.at gibt es alle Infos zur Weidegans und den Bauern inklusive Kontaktdaten in Ihrer Nähe.
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