30.09.2014, 11:05 Uhr

Jeder Rieder bringt 200 Kilo ins ASZ

Sortenrein getrennte Kunststoff-Verpackungen bringen viel Erlös und können gut wiederverwertet werden. (Foto: BAV Ried)

Restmüll, Bioabfall, Sperrmüll & Co.: So trennen die Menschen im Bezirk Ried.

BEZIRK (kat). "Im Bezirk Ried funktioniert die Mülltrennung schon seit Jahren gut – aber natürlich gibt es immer noch Luft nach oben", sagt Abfallberaterin Gudrun Pichler-Zecha vom Bezirksabfallverband (BAV) Ried. Ein Zeichen für das gute Trennverhalten sind die Restabfall-Mengen, die im Bezirk nicht zunehmen. 86 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2013 ist laut der Expertin kein hoher Wert. Der Restabfall sagt deshalb viel über die Wegwerf-Mentalität aus, da sich darin alles wiederfindet, was die Menschen nicht trennen. Die höchste Menge an Restmüll hatte 2013 die Stadt Ried mit rund 131 Kilogramm pro Einwohner – Grund: Stadt-Land-Gefälle und viele Betriebe – gefolgt von Obernberg und Pattigham mit rund 95 Kilogramm. Die Gemeinden schauen aber nicht nur zu, sondern tun etwas, um das Trennverhalten der Bürger zu verbessern. So wurde in Pattigham ein Film gedreht, in dem der Restmüll des Orts genau analysiert wird. Zu sehen ist dieser auf Youtube. "Das Projekt wurde vom Umweltausschuss angeregt. Das Ergebnis der Analyse war, dass noch immer viel in die Restmüll-Tonne geworfen wird, was dort nicht reingehört. Es ist wichtig, aktiv zu sein und ständig darauf aufmerksam zu machen", so Bürgermeister Franz Moser. Die Top-Drei Gemeinden mit den wenigsten Restabfall-Mengen sind Mörschwang, Lambrechten und Utzenaich.

Mehr Biotonnen
Erfreulich ist laut Pichler-Zecha die Entwicklung des Bioabfalls. 35 von 36 Gemeinden im Bezirk Ried bieten eine Biotonnensammlung an. Und diese wird immer mehr genutzt: Die Zahl der Haushalte, die eine Biotonne haben, ist in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen. "Dies macht sich auch bei den Sammelmengen bemerkbar. Im Jahr 2013 wurden 2620 Tonnen Bioabfall gesammelt. Leider fehlen aber noch immer 400 Tonnen auf die 3000 Tonnen, die das Land Oberösterreich als Ziel vorgegeben hat", so die Abfallberaterin. Zufrieden ist man beim BAV Ried auch mit den Mengen, die in den Altstoffsammelzentren (ASZ) abgegeben werden. 85 Kilogramm an Verpackungen, Altstoffen, Elektrogeräten oder Problemstoffen hat durchschnittlich jeder Einwohner im Bezirk Ried im Jahr 2013 in die ASZ gebracht. Dazu kommen noch 104 Kilogramm pro Einwohner an Sperrmüll und Bauabfällen. "Es ist immer gefährlich, dass Restabfall wie Windeln oder kaputte Schuhe im Sperrmüll landet. Aber unsere ASZ-Mitarbeiter passen hier gut auf. Es ist ihnen zu verdanken, dass die Sperrmüllmenge 2013 um zehn Prozent zurückgegangen ist", so BAV-Vorsitzender Karl Ehwallner. Er weist auch darauf hin, dass Schieß- und Sprengmittel nichts in den ASZ zu suchen haben. "Wir hatten im Vorjahr einige unangenehme Vorfälle. Bitte solche Gegenstände unbedingt zur Polizei bringen. Es herrscht Explosionsgefahr." Generell gilt: Abfalltrennung schont Rohstoffe, das Klima und unser Budget: Hätten wir nicht mit der Abfalltrennung begonnen, wären unsere Müllgebühren heute doppelt so hoch. Jeder Rieder hat 2013 rund 500 Kilogramm Abfall angehäuft. Würde alles über den Restmüll entsorgt, würden dabei Kosten von rund 350 Euro pro Haushalt anfallen. Durch die Wiederverwertung liegt die durchschnittliche Abfallgebühr im Bezirk Ried jedoch nur bei 160 Euro.

Was gehört in die Restabfalltonne?

Rest-Abfall ist – wie der Name schon sagt – der Rest, der überbleibt, wenn vorher genau und richtig getrennt wurde. Was nicht ins Altstoffsammelzentrum, in die Sammelcontainer oder in die Biotonne gehört, soll und kann guten Gewissens in die eigene Restabfall-Tonne geworfen werden.

Zum Restabfall gehören zum Beispiel: Asche, Bälle, Etiketten, Gummihandschuhe, Hygieneartikel, Klarsichthüllen, Kugelschreiber, Pflaster, Putzlappen, kaputte Schuhe und Textilien, Windeln, Zahnbürsten, etc.
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