13.06.2018, 09:48 Uhr

Junger Mann begeht nach Erpressung Selbstmord

Einer 29-Jährigen wird nun schwere Erpressung vorgeworfen, Selbstmord war die Folge. (Foto: BRS)

Suizid als letzter Ausweg: Einer 29-Jährigen aus dem Bezirk Schärding konnte nun schwere Erpressung nachgewiesen werden.

RIED. Im April nahm sich ein 30-Jähriger aus dem Bezirk Ried das Leben. Die Hinterbliebenen betrieben daraufhin laut Angaben der Polizei intensive Nachforschungen. Sie stellten Auffälligkeiten fest und erstatteten Anzeige. Im Zuge neuer Ermittlungen in Kooperation mit dem Landeskriminalamt konnten ein schwerer Betrug und eine schwere Erpressung mit dem Suizid des Opfers zur Folge festgestellt werden.

Ganzes Geld verliehen

Seit zumindest 2015 kannten sich die Beschuldigte, eine 29-jährige Beschäftigungslose aus dem Bezirk Schärding, und das 30-jährige Opfer. Nachdem die Frau finanzielle Probleme hatte und merkte, dass sich der 30-Jährige offensichtlich in sie verliebte, ließ sie ihn im Glauben, dass auch sie ihn liebe. Die Frau lockte über zwei Jahre lang dem Opfer eine hohe Geldsumme heraus.

Vereinbarung, die nicht hielt

Zwischen den beiden war von Beginn an die Vereinbarung getroffen worden, dass sie alles wieder zurück bezahlen muss, obwohl die Beschuldigte jedoch genau wusste, dass dies aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation unmöglich war.Um die laufenden Zahlungen an die Beschuldigte leisten zu können, verbrauchte das Opfer sein gesamtes Erspartes, lieh sich von Angehörigen und Freunden Geld und nahm Kredite auf.

Feuerwehrkasse ausgeräumt

Zuletzt sah das Opfer keinen anderen Ausweg mehr, als auch eine hohe Geldsumme aus der Kasse einer Feuerwehr vorübergehend zu entnehmen. Dieses Geld wollte das Opfer aber ehestmöglich von der Beschuldigten zurück, damit seitens der Feuerwehr das vorübergehende Fehlen nicht bemerkt wird.
Die Beschuldigte, welche dieses Geld nicht zurück bezahlen konnte, ging letztlich sogar soweit, dass sie zum Opfer sagte, sie wolle weitere 500 Euro, ansonsten bekäme er sein Geld nie wieder.

Letzer Ausweg: Suizid

Da das Opfer kein Geld mehr zur Verfügung hatte, wurde er von der 29-Jährigen mit der Drohung, es einem Anwalt zu erzählen, weiter unter Druck gesetzt. Das war für das Opfer zu viel. Vor allem eine drohende Anzeige von der Feuerwehr und das öffentliche Bekanntwerden war für ihn nicht zu ertragen. Aufgrund dieser Erpressung nahm sich das Opfer einen Tag danach das Leben.
Der Suizid an sich wurde als unbedenklich eingestuft und das diesbezügliche Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt.

Wohnung durchsucht – Anzeige erstattet

Am 1. Juni 2018 wurde die Wohnung der Beschuldigten durchsucht, wobei Beweismittel sichergestellt werden konnten. Im Zuge weiterer umfangreicher kriminaltaktischer Ermittlungen und Vernehmungen, konnten die Verdachtsmomente bestätigt werden.
Die Beschuldigte zeigte sich zu allen Vorwürfen größtenteils geständig, zeigte allerdings keinerlei Reue. Sie wurde der Staatsanwaltschaft Ried angezeigt.
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