23.06.2017, 11:30 Uhr

Philipp Lang spielt ab Herbst an der Staatsoper Hamburg

Philipp Lang ist ab September an der Staatsoper Hamburg als Solotrompeter. (Foto: Lang)

Der junge Eberschwanger ist sowohl als Musiker als auch als Sportler erfolgreich unterwegs.

26 Jahre jung und schon Solotrompeter an der Staatsoper Hamburg. Ihre musikalische Karriere scheint sehr steil zu sein?
Zur Musik bin ich eigentlich durch die Bauernmusikkapelle in Eberschwang gekommen. In der Landesmusikschule und dem BORG Ried kristallisierte sich mein Wunsch, Trompete zu studieren, immer mehr heraus. Nach der Militärmusik startete ich dann am Landeskonservatorium Innsbruck mein Studium. Schon während des Studiums gewann ich das Probespiel für die Orchesterakademie bei den Münchner Philharmonikern.

Für Sie eine große Chance?

Als Akademist bekam ich die beste Ausbildung und konnte Erfahrung in einem Weltklasse-Orchester sammeln. Gleich darauf sicherte ich mir einen Jahresvertrag als Solotrompeter im Nationaltheater Mannheim. Dieser geht noch bis September 2017.

Und Ihr nächster Karrieresprung steht schon fest?
Genau. 
Nach einer erfolgreichen Vorrunde konnte ich mich am 6. Juni gegen eine Vielzahl an Konkurrenten durchsetzen und gewann die Solotrompetenstelle an der Staatsoper Hamburg. Mit Antritt im September beginnt für mich eine 12-monatige Probezeit, in der das ganze Orchester über den unbefristeten Verbleib von mir abstimmen darf.

Ist Hamburg also ein erstrebenswertes Ziel für Profi-Musiker?


Ich kann es selbst noch gar nicht glauben, tatsächlich die Zusage bekommen zu haben. Hamburg hat eine sehr gute Trompetenklasse, ich habe gar nicht mit einer Zusage gerechnet. Die Staatsoper Hamburg ist eines der renommiertesten Opernhäuser Deutschlands und ist durch ihre Auslandsreisen weltweit präsent. Abseits der Oper spielt das Orchester viele Konzerte in der Elbphilharmonie.
 Chefdirigent und Generalmusikdirektor ist der weltweit bekannte Kent Nagano.

Und obwohl Sie in München, Mannheim oder Hamburg gefragt sind, bleiben Sie mit der Heimat verbunden?
Ich war immer gerne zu Hause. Mein Freundeskreis, auch meine Freundin aus Mehrnbach und die Vereine, bei denen ich aktiv bin, verbinden mich mit der Region.

Bei welchen Vereinen sind Sie aktiv?
Zum Einen die Bauernmusikkapelle in Eberschwang, bei der ich nach wie vor gerne mitspiele. Spaß macht es mir immer wieder, vor allem weil ich meine Musikerkollegen treffe und die Gemeinschaft genieße. Natürlich ist es nicht immer ganz einfach, wenn sich Hobby und Beruf überschneiden. Denn jeder von uns macht in seiner Freizeit mal gerne etwas Anderes.

Das dann wäre?
Ich bin beim Skiclub und beim Radclub dabei. Sport hat mich schon immer begeistert und Lust auf Wettbewerbe hatte ich von Natur aus. Begonnen habe ich mit Skirennfahren beim Skiclub in Hohenzell. Da wurde immer fleißig trainiert unter anderem auch im Sommer. So kam ich zum Radsport.

Als Radsportler sind Sie derzeit sehr aktiv?
Bei einem Mountain-Bike-Marathon in Saalbach/Hinterglemm bestritt ich mein erstes Rennen. Das alles nahm so seinen Lauf und ich arbeitete letztes Jahr im Sommerurlaub sogar als Bike-Guide in Hinterglemm. Mittlerweile fahre ich mit meiner Freundin Theresa und Freunden immer wieder zu Radrennen.

Wieviel Training geht sich zwischen der Musik aus?
Ich fahre sehr viel mit dem Rennrad und dem Mountainbike. Etwa 350 Stunden im Jahr, dabei ungefähr 180.000 Höhenmeter. Es ist der perfekte Ausgleich zu meinem Beruf, in dem ich mich jeden Tag aufs Neue beweisen muss.

Gibt es für Sie Parallelen zwischen Musik und Sport?
Definitiv! Früher bei meinen Skirennen war ich genau so nervös, wie bei meinen ersten Auftritten mit der Trompete. In meiner Zeit als Student hatte ich dann sogar einen Mentaltrainer der aus dem Sportbereich kam. Nach unserem ersten Treffen hat er – der vorher nie etwas mit Musik zu tun hatte – sofort festgestellt, dass in Musik und Sport mental mehr oder weniger die gleichen Voraussetzungen gelten. Auch das professionelle Üben ist mit dem Training eines Spitzensportlers vergleichbar. Leider wird das oft in der Ausbildung missachtet. Ein anstrengendes Konzert ist körperlich auch sehr herausfordernd. Da können sich Musiker sehr viel von Sportlern abschauen, wie zum Beispiel Regeneration, Ernährung oder Übeplan.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.