31.10.2016, 07:32 Uhr

"Trauer ist einzigartig, wie ein Fingerabdruck"

Allerheiligen – Menschen werden mit Tod und Trauer konfrontiert. (Foto: elisabeth3/Fotolia)

Tod und Trauer – rundum Allerheiligen werden wir mit der, oft verdrängten, Thematik konfrontiert.

BEZIRK. Der Tod gehört zum Leben. Dennoch ist er in unserer Gesellschaft ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird. Verlieren wir einen geliebten Menschen, bestimmt das Gefühl der Trauer unser ganzes Sein – auch wenn jeder Mensch mit dem Verlust eines Angehörigen oder Freundes anders umgeht. Nicht nur die Trauernden selbst sind mit der Situation überfordert, auch die Menschen im Umfeld ist unsicher und ratlos, wie sie den Trauernden am besten begegnen. Rundum Allerheiligen werden viele Menschen mit ihrer verdrängten Trauer wieder konfrontiert, wenn sie gemeinsam mit den Verwandten an die Gräber ihrer verstorbenen Familienmitglieder gehen. Ursprünglich wurde am 1. November nur der Heiligen gedacht. Allerseelen ist der eigentliche Gedenktag der Toten. Die beiden Gedenktage sind mittlerweile verschmolzen und Allerheiligen wird auch als Tag der Toten gesehen.

Angebote für Trauernde

Auseinandersetzen mit dem Werden und Vergehen – das ist das Ziel der Trauerreise, die das Rote Kreuz einmal im Jahr anbietet. Die „Begleitete Reise“ hilft, den Verlust zu verarbeiten und wieder Freude am Leben zu finden. Im September war die heurige Reisegruppe auf der Insel Krk. "Die Trauerreise gibt die Möglichkeit, in einer vorurteilsfreien Atmosphäre zusammen zu kommen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und durch kompetente Anleitung einer psychosozialen Fachkraft neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten kennen zu lernen", informiert Josef Haider, vom Roten Kreuz in Ried.
Die Teilnehmer einer Trauerreise reisen nicht wegen den Erholungsmöglichkeiten und der Entspannung, sondern um sich von der Trauer zu entlasten und zu lösen. Sie können in Gesprächen und Seminaren ihrer Trauer Ausdruck verleihen. Ausflüge, Wanderungen und Spaziergänge sollen den Blick für die Schönheit der Natur und die individuell entwickelten Zukunftsperspektiven wieder schärfen.

Ein Buch für Trauernde

"Ich habe lange überlagt, ob ich mich mit dem Thema überhaupt befassen will", gesteht die Buchautorin Anita Rachbauer. "Silberperlen" – hinter diesem Buchtitel verbirgt sich ein Buch für Trauernde, das erst vor kurzem vorgestellt wurde. Bewegt durch zwei Fälle in der Familie hat sie das Buch für Menschen geschrieben, die Angehörige verloren haben. "Ich sehe etwas tröstliches im Tod und will den Sinn verstehen. Denn wenn das Leben einen Sinn hat, muss auch der Tod einen Sinn haben" erklärt Rachbauer. "Trauer ist einzigartig wie ein Fingerabdruck. Und Abschied zu nehmen fällt schwer. Aber auf ein sinnerfülltes Leben folgt auch ein sinnerfüllter Tod. Deshalb mache ich Trauernden Mut, dem Leben wieder Sinn zu geben."
Erhältlich ist das Buch bei der Autorin selbst oder bei der Buchhandlung Dim in Ried, um € 16,90.
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