15.12.2017, 07:26 Uhr

Wenn aus Fremden Freunde werden

Allen Gemeinden ist die Bedeutung von Integration bewusst. (Foto: M.i.a. Mehrnbach)

Die Gemeinden machen viel um die Asylwerber zu integrieren und zu unterstützen.

BEZIRK. Nach der Flüchtlingswelle bemühen sich nun viele Gemeinden, die Asylwerber zu integrieren. Da diese oft aus verschieden Ländern kommen, kann das aber etwas schwierig sein. Viele stammen aus Afghanistan, dem Irak oder dem Iran. In vielen Gemeinden funktioniert die Integration schon sehr gut. Was tun diese und ihre Bürgermeister, um die Asylwerber zu integrieren und zu unterstützen?

"Mehrnbach integriert aktiv"
Die Gemeinde Mehrnbach gründete den Privaten Verein "Mehrnbach integriert aktiv" (M.i.a.). Dieser bietet unter anderem Deutschkurse und Übungsabende, Nachmittagsbetreuung der Kinder nach der Schule und Fahrten zum Fußballtraining an. Die Gemeinde ist sehr bemüht, die etwa 40 Asylwerberfamilien zu unterstützen und zu integrieren. Sie wohnen im Asylwerberhaus Baching, wo sie von Familie Hartl betreut werden. Die Kinder besuchen den Kindergarten und die Schule. Wer will, kann danach in die Nachmittagsbetreuung gehen. "Uns ist es wichtig, den Kindern, generell den Familien, die deutsche Sprache zu vermitteln. Da hilft die Nachmittagsbetreuung, zusätzlich zur Schule und dem Kindergarten, sehr", so Bürgermeister Georg Stieglmayr. "In der Nachmittagsbetreuung machen die Kinder auch gemeinsam mit den Betreuern ihre Hausaufgaben."

Integration in Geinberg
In Geinberg ist derzeit ein Asylwerber untergebracht. Er lebt bei einer heimischen Familie und arbeitet gelegentlich als Erntehelfer bei einem Landwirt. "Bei uns in der Gemeinde gibt es keine Probleme mit dem Asylwerber. Er ist engagiert und fleißig", so Bürgermeister Bernhard Schöppl. "Wenn er einen positiven Bescheid bekommt, steht ihm nichts mehr im Weg, sich auch wirtschaftlich bei uns in der Gemeinde einzubringen."

Ehrenamtliche in Mettmach
Die Gemeinde Mettmach betreut derzeit etwa 20 Asylwerberfamilien. Die Caritas hat ein leerstehendes Haus im Ortszentrum angemietet, in dem die Familien leben. Auch bei ihnen läuft das Verfahren noch. In Mettmach arbeiten einige Asylwerber, unter anderem am Bauhof. Dank der ehrenamtlichen Helfer, können Deutschunterricht und Nachhilfe angeboten werden. "Hätten wir nicht so viele ehrenamtliche Mitarbeiter, dann würde das alles nicht so gut funktionieren. Sie sind schon eine sehr große Hilfe für die Gemeinde", erklärt Bürgermeister Erich Gaisbauer.

Wo gibt es Hilfe?

Wenn Gemeinden Fragen haben oder Hilfe benötigen, können sie sich an die Regionalen Kompetenzzentren für Integration und Diversität (ReKI) wenden. Sie sind Partner der Gemeinden in der Begleitung von längerfristigen Integrationsprozessen, dienen als Anlaufstelle und helfen bei der Vernetzung sowie der Entwicklung von Projekten. ReKIs unterstützen im Auftrag der Integrationsstelle des Landes Oberösterreich, Gemeinden bei der aktiven Gestaltung des Zusammenlebens von Einheimischen und Personen mit Migrationshintergrund. Das ReKI organisiert Informationsveranstaltungen für die Gemeindebürger, koordiniert Kurse für freiwillig Engagierte und bietet einen Wissenstransfer rund um das Thema Integration. Im November fand ein Vernetzungstreffen in der Bezirkshauptstadt Ried statt.
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