17.09.2014, 14:00 Uhr

Lagebericht: Ein Jahr vor der Wahl

Im Herbst 2015 stehen in Oberösterreich Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen an. (Foto: Christian Schwier/fotolia)

Ausblick auf den Herbst 2015: Es wird bunt, zeitweise stürmisch und mitunter wechselhaft.

BEZIRK. In gut einem Jahr haben die Oberösterreicher wieder die Qual der Wahl: Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen stehen bevor. Neben Schwarz, Rot, Grün, Blau und Orange bereichern dabei zwei weitere Farben die Wahlzettel in den Gemeindestuben. Mit seiner dezent in lila gehaltenen Bürgerliste Obernberg (BOMB) wird sich Martin Bruckbauer im nächsten Jahr der Wiederwahl stellen. "Ich habe schon viele Punkte meines Wahlprogrammes abgearbeitet und bin zuversichtlich, da mir die Bevölkerung sehr großen Zuspruch spüren lässt", berichtet Bruckbauer. Die Unterstützung der ortsansässigen SPÖ gilt ihm als sicher. Sein Ziel: "Als Bürgermeister wieder die 50 Prozent plus eine Stimme zu erreichen. Und für die Bürgerliste vielleicht einen Gemeinderat mehr." Auch bei den pinken NEOS laufen die Vorbereitungen. In einigen Gemeinden des Bezirks wolle man zur Wahl antreten, auch den ein oder anderen Bürgermeisterkandidaten stellen. "Wo wir und wer für uns antritt, ist noch nicht fixiert. Die Gespräche laufen noch. Wir werden es uns auf jeden Fall gut überlegen und keinen Schnellschuss machen", erklärt NEOS Innviertel-Sprecherin Elisabeth Kitzmüller. Eines sei aber klar: "Wo wir antreten, wollen wir auch in den Gemeinderat einziehen."

Spannend in Antiesenhofen
Spannend dürfte es vor allem in Antiesenhofen werden. Mit deutlichem Vorsprung setzte sich Ingeborg Huber (BZÖ) bei der Gemeinderatswahl 2009 gegen ÖVP-Kandidat Johann Gangl durch. Ob Huber sich der Wiederwahl stellt, ist noch nicht bekannt. Sie war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Kandidiert sie nicht, wird es ein offenes Rennen um den Bürgermeistersessel geben. Vor allem wenn sich neue Gesichter zur Wahl stellen, seien "Bürgermeisterwahlen als Persönlichkeitswahl immer für eine Überraschung gut", weiß SPÖ-Bezirksvorsitzender Christian Makor. Die vier SPÖ-Bürgermeister im Bezirk werden 2015 aus derzeitiger Sicht aber wieder ins Rennen gehen. In rund 15 Gemeinden werden Kandidaten gestellt. "Wir wollen im Bezirk wachsen und dadurch die soziale Handschrift stärken. Die Bäume werden wohl nicht in den Himmel wachsen, aber ein Zugewinn von derzeit 23 auf 25 Prozent wäre schön. Dadurch könnte die schwarze Allmacht im Bezirk gebrochen werden", gibt sich Makor kämpferisch. Dazu beitragen wollen auch die Grünen.

Grüne Hoffnungsgemeinden
In sieben Gemeinden gibt es grüne Gemeinderäte. "Darüber hinaus arbeiten wir daran, in weiteren grünen 'Hoffnungsgemeinden' künftige Kandidaten zu finden", berichtet Bezirksvorsitzende Maria Wageneder. Sie nennt Aurolzmünster, Eitzing, Mörschwang, Mehrnbach, Ort und St. Martin. In Letzterer wird es einen Bürgermeister-Wechsel geben. Kurt Höretzeder (FPÖ) wird nicht mehr zur Wahl antreten. Wer statt ihm für die FPÖ ins Rennen geht, wird noch nicht bekannt gegeben. Für frischen Wind in der Gemeindestube will auch die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Hans Peter Hochhold sorgen. Doch der Chefposten soll "blau" bleiben – wie auch drei weitere im Bezirk. FPÖ-Bezirksobmann Peter Bahn zeigt sich ehrgeizig: "Wir werden nach der Wahl um einiges mehr an FPÖ-Gemeinderäte im Bezirk haben. Es gibt auch einige Hoffnungsgemeinden, in denen wir damit rechnen, um das Bürgermeisteramt mitspielen zu können." Die gute Politik in den Gemeindestuben, aber auch auf Bundes- sowie Landesebene stimme ihn zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Zuversichtlich zeigt sich auch ÖVP-Bezirksobmann Alfred Frauscher. In 26 der 36 Gemeinden stellt die ÖVP den Ortschef. In Senftenbach und Weilbach gab es bereits einen Wechsel an der Gemeindespitze, ein bis zwei weitere Umstellungen vor der Wahl sollen noch folgen. "Der Großteil unserer Bürgermeister wird wieder kandidieren. Wir haben natürlich den Ehrgeiz, noch weitere Bürgermeister im Bezirk zu stellen", erklärt Frauscher. Konkret rechne man sich in zwei bis drei Gemeinden gute Chancen aus.
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