11.04.2017, 11:51 Uhr

"Ist wie Schokolade, aber macht nicht dick"

Richtig laufen will gelernt sein – beim Ein-Tages Laufseminar erfahren die Läufer, worauf sie achten sollen.

Sportmediziner & Allgemeinarzt Christian Süß spricht im Interview über das Lauftraining der Zukunft.

BEZIRK (kw). Der Laufsport hat in den vergangen Jahren einen regelrechten Aufschwung erlebt. Warum ist Laufen gut für Körper und Geist?
Regelmäßiges, langsames Laufen senkt das Risiko, an einer Herzkreislauferkrankung zu sterben, um bis zu 40 Prozent. Es stärkt die Knochen und beugt Osteoporose vor. Außerdem wird das Stresshormon Adrenalin abgebaut und gleichzeitg Glückshormone ausgeschüttet: ein Glückskick, wie bei Schokolade – nur das Laufen nicht dick macht.

Ist eine persönliche Laufanalyse im Vorfeld notwendig?
Laut der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin sollte jeder Wiedereinsteiger und ambitionierte Hobbyläufer sportmedizinisch durchgecheckt werden. Denn so kann im Vorfeld auf Defizite aufmerksam gemacht werden. Auch ein Laktat-Leistungs- oder Spiroergometrie-Test am Laufband ist sinnvoll, um die persönlichen Trainingsbereiche bestimmen zu können.

Es gibt immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Wie ernst darf man diese nehmen?
Ohne diese Erkenntnisse wären viele trainingswissenschaftliche Methoden und Spitzenleistungen nicht möglich gewesen. Natürlich gibt es auch im Laufsport immer weider Irrwege der Wissenschaft, das lässt sich nicht vermeiden. Letzendlich setzen sich die seriösen Fakten du

Wie sieht das Lauftraining der Zukunft aus?
Sehr vielfältig: Neben Hobbyjoggern und Marathonläufern gibt es Trailrunners, Sprinter, Triathleten und Gesundheitsläufer. Jeder verfolgt andere Ziele. Eine Kombination aus 80 Prozent Grundlagenausdauer und 20 Prozent Intervalltraining ist aber für alle empfehlenswert. Denn nur so können Fitness und Ausdauerleistungsfähigkeit verbessert werden.

Neben Grundlagen und Intervall, wie wichtig sind Kräftigungsübungen und Muskelaufbau?
Beim Laufen kommt die Kraft aus der Mitte. Das heißt, Kraft und Rumpfstabilität sind für jeden Läufer ein essentieller Bestandteil des Trainings. So kann den typsichen läuferspezifischen Beschwerden vorgebeut werden. Und man läuft schneller und effizienter.

Was muss vor einem Wettkampf unbedingt beachtet werden?
Zirka eine Woche vorher sollte der Trainingsumfang reduziert werden. Ich empfehle zwei Tempoläufe in Wettkampfgeschwindigkeit. Außerdem wichtig in dieser Phase sind ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Kohlehydrate. Damit die Leber und die Muskeln mit Treibstoff versorgt werden.

Inwiefern spielt auch die Ernährung eine Rolle?
Wer läuft um schneller, schlanker und fitter zu werden, braucht eine ausgewogene Ernährung. Wobei in den verschiedenen Trainingsphasen die Gewichtung zwischen Fett, Kohlehydrate und Eiweiß variiert. Darauf sollte geachtet werden, um dem eigenen Körper nicht zu schaden.


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