22.05.2018, 14:09 Uhr

Kapsch Race Team startet mit Beiwagen in Rennen

Franz Kapeller und Josef Mühlecker aus Eberschwang sind mit 300 km/h auf den Rennstrecken unterwegs.

EBERSCHWANG. (ebe) Beiwagen haben ihn schon immer fasziniert. Und tatsächlich damit zu fahren, den Fahrtwind zu spüren und dieses Gefühl zu kennen, war lange sein Traum. Jetzt wurde er Wirklichkeit. Die Rede ist von Franz Kapeller aus Eberschwang. Der Formel Vau-Fahrer widmet sich neben den historischen Formel-Autos nun auch seinem Beiwagen – sowohl in seiner Garage als auch auf den Rennstrecken.

Ein Teamsport

Unterstützt wird er dabei von Walter Hinterholzer als Techniker und Ersatzfahrer, Markus Lehner, Reinhard Riedl und Klaudia Schrattenecker. Die Technik beim Beiwagen ist sehr filigran. Nach jeder Fahrt muss Hinterholzer das Gefährt auf Risse überprüfen. Denn die Gefahr, den Beiwagen bei hoher Geschwindigkeit zu verlieren, ist immer gegeben. Und weil ein Beiwagen nicht nur einen Fahrer braucht, sondern der Beifahrer eine ebenso wichtige Rolle spielt, sitzt Josef Mühlecker neben ihm. "Wir hatten beide keine Vorerfahrung in der Beiwagen-Szene. Wir wussten nur, es ist sehr schnell und nicht ungefährlich", erklärt Kapeller.

Bis 330 km/h Speed

Kapellers "neues Baby" war schon in der internationalen deutschen Meisterschaft am Start und holte mit dem ehemaligen Besitzer 2008 Top-Platzierungen.
Die ersten Testrunden haben Kapeller und Mühlecker am Pannonia-Ring gedreht. Die Kunst des Beiwagen-Fahrens ist eine große: "Bei den Rennen erreichst du einen Speed von 330 km/h. Der Beifahrer verlagert sein Gewicht in den Kurven, geht auf den Geraden in Deckung, um den Luftwiderstand zu verringern.

Es braucht Muskelkraft

Mühlecker hält sich nur an einem Bügel fest. Er hat sich die Wintersaison über mit Krafttraining auf die Rennsaison vorbereitet. Aber nicht nur körperlich wird trainiert. Die beiden Piloten studieren die Strecken, gehen die Kurven durch, sprechen sich ab. "Als Beifahrer muss ich die Strecke auswendig kennen und wie Marcel Hirscher mit geschlossenen Augen wissen, welche Kurve als nächstes kommt", erklärt Mühlecker. Nach jedem Rennen werden die Limits neu ausgelotet, Verbesserungsmöglichkeiten besprochen. "Eine große Hilfe sind uns die Tipps von Rennkollegen, die auch Weltmeisterschaften mitfahren

"Beiwagen fahren ist  ein Teamsport. Wir vertrauen einander blind", meint Kapeller, der mit seinem Kapsch Race Team heuer mindestens vier bis fünf Side-Car-Rennen bestreiten will. Unter anderem in Rijeka (Kroatien), am RedBull-Ring und in Hockenheim. Die beiden letzen Strecken kennt Kapeller bereits aus der Formel Vau – ein großer Vorteil für die Beiwagen-Rennen. In der Formel Vau wird er auch weiterhin am Start sein.

Rennberichte

Die Premiere mit dem Side Car ging in Brünn (Tschechien) über die Bühne. Insgesamt standen 26 Gespanne am Start (12 in der 1000er und 14 in der 600er Klasse). Das Kapsch Race Team konnte gut mithalten und erreichte am Samstag den 9. Platz. Beim Rennen am Sonntag den 7. Platz in der 1000er Klasse. Auch beim Bergrennen in Landshaag warensie am Start. Beim 2. Antreten bei der Side Car Trophy erreichten sie den sensationellen 3. Platz in Rijeka (Kroatien). "Unser oberstes Ziel war es, keine 'Breze zu reißen' sondern ohne Erwartungen, mit Respekt und Geschwindigkeit reinzugehen", meint Kapeller schmunzelnd. Und das ist ihnen gelungen.

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