04.09.2014, 16:33 Uhr

18 Millionen Euro für Rieder Arbeitsmarkt

Frauen in die Technik: Im Herbst startet ein Kurs zur Kunststoffformgeberin. (Foto: Isabella Hattinger)

Keine Ausbildung, kein Job, keine Perspektive – das AMS bietet viele Möglichkeiten für den (Wieder)Einstieg in den Arbeitsmarkt.

BEZIRK (lenz). Rund 11,5 Millionen Euro werden im Bezirk Ried jährlich im Rahmen passiver Arbeitsmarktpolitik investiert – zum Beispiel in Form von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Weitere sieben Millionen Euro fließen in die aktive Arbeitsmarktpolitik. Neben Eingliederungshilfen für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen liegt ein Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung. Und in der Region gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. "Vor zehn Jahren hätten wir uns ein solches Angebot gewünscht", betont AMS-Leiter Klaus Jagereder. Trotz umfangreichem Programm stoße man aber an seine Grenzen, die Menschen für die Aus- und Weiterbildung zu motivieren. "Es ist erschreckend, wie viele Leute eine Investition in ihre Bildung für nicht notwendig erachten. Dabei sind wir mittlerweile in der glücklichen Lage, sogar jeden Lehrabschluss anbieten zu können", meint Jagereder.

• Für Jugendliche, die nach der Pflichtschule noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sind die Produktionsschule oder BAG-Lehrgänge eine Alternative. "In der Produktionsschule können die Jugendlichen zwar keine Ausbildung absolvieren, sie werden aber gezielt an verschiedene Berufsmöglichkeiten herangeführt", erklärt Sabine Steffan, Regionalleiterin des BFI Innviertel. Rund 32 Jugendliche schnuppern jedes Jahr in die Fachbereiche Gastronomie, Metall, Lagerlogistik oder Kunststoff. Vermittlungsquote: rund 70 Prozent. Mit einem BAG-Lehrgang (BerufsAusbildungsGesetz) können Jugendliche ihre Lehre am BFI absolvieren. Praktika werden bei Firmen in der Region absolviert, ein Trainer unterstützt die Jugendlichen bei ihrer fachlichen, aber auch persönlichen Ausbildung. Am Ende winkte in regulärer Lehrabschluss. Ähnlich der IBA-Lehrgang: Diese Ausbildung richtet sich an Jugendliche mit Handicap, nur ein Teil der Lehre wird absolviert ("Teillehre").

• Wer nach dem Pflichtschulabschluss den "verkürzten" Weg ohne weitere Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis genommen hat und nun einen Abschluss nachholen will, wird ebenso fündig. "Auch mit 50 Jahren kann man noch einen Abschluss nachholen", versichert Jagereder und weist auf die neue Weiterbildung zum Kunststoffformgeber, die im Herbst startet, hin. Vor allem in der Region könne man in dieser Branche gut Fuß fassen und Geld verdienen. Der kostenlose Kurs richtet sich vor allem an Frauen und wird nach 1,5 Jahren mit der Lehrabschlussprüfung abgeschlossen. Trotz guter Chancen am Arbeitsmarkt falle es schwer, hier Interessenten zu finden. "Für uns unverständlich. Fachkräfte in dieser Branche werden in der Region gesucht, es wird gut gezahlt und die Rahmenbedingungen passen", betont Jagereder.
Sind bereits Anlernzeiten vorhanden, kann der Lehrabschluss in der Rifa nachgeholt werden. Im Übungshotel werden die Bereiche Küche, Service, Gästezimmer/Reinigung und Handwerklich-technische Werkstatt geboten. Arbeitstraining und Beschäftigung bietet die Rifa-Altstoffverwertung.

• Wer am Ball bleiben und sich weiterbilden will, wird im AMS-Jobcenter gut beraten. 40 Prozent der Teilnehmer finden innerhalb von drei Monaten nach Abschluss einen Job oder eine passende Ausbildung. Im Öko-Service der Rifa wird arbeitsuchenden Personen Arbeitstraining und Qualifizierung geboten. Neu ist der Schwerpunkt Aufbereitung von Altwaren (Textil) sowie Verkauf für die "Fundgrube". Ein "Renner" seit den 90er-Jahren ist der EDV-Kurs. In vielen Jobs ist computerunterstütztes Arbeiten mittlerweile selbstverständlich – vor allem für ältere Arbeitnehmer oft eine Umstellung.
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