07.10.2014, 08:38 Uhr

Bildungskarenz: bezahlte Auszeit vom Job

Rechnungswesen und Mathematik lernen: Daniel Berger ist derzeit in Bildungskarenz.
BEZIRK. Sich weiterbilden, damit die Karrierechancen erhöhen und dafür eine bezahlte Auszeit vom Berufsalltag bekommen – die Bildungskarenz macht's möglich. Bis zu einem Jahr können Arbeitnehmer für Weiterbildungsmaßnahmen von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden. Während dieser Zeit erhalten sie ein Weiterbildungsgeld in Höhe des Arbeitslosengeldes vom AMS. Ein verlockendes Angebot, das auch Daniel Berger aus Ried nutzt. Der gelernte Einzelhandelskaufmann wurde von seinem Arbeitgeber für zwölf Monate freigestellt, um seine Matura nachholen zu können. Die Fächer Englisch und Deutsch hat der ehemalige "Junior Sales Champion" bereits abgeschlossen. Für Rechnungswesen und Mathematik heißt es jetzt büffeln. "Ich erhoffe mir davon ganz klar bessere Chancen im Berufsleben. Mit der Matura ist vieles möglich", erklärt Berger. Das "freie Weiterbildungsjahr" findet er super: "Man kann sich ein Jahr lang weiterbilden und dabei genau den Bereichen widmen, die einem Spaß machen."

ZUR SACHE: Bildungskarenz
Die Freistellung für eine Bildungskarenz muss zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden. Auf Bildungskarenz besteht kein Rechtsanspruch. Eine Bildungskarenz kann vereinbart werden, wenn der Arbeitnehmer zuvor sechs Monate durchgehend beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt war. Die Mindestdauer der Bildungskarenz beträgt zwei Monate. Maximal gibt es zwölf Monate geförderte Bildungskarenz. Die Förderung kann auch in Teilen von mindestens zwei Monaten innerhalb von maximal vier Jahren in Anspruch genommen werden. Der Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von 20 Wochenstunden muss schriftlich nachgewiesen werden. Während der Bildungskarenz erhält der Arbeitnehmer Weiterbildungsgeld in Höhe des Arbeitslosengeldes – Mindestsatz pro Tag: 14,53 Euro. Dafür müssen jedoch die Voraussetzungen für den Erhalt von Arbeitslosengeld erfüllt sein. Ein Zuverdienst im Ausmaß einer geringfügigen Beschäftigung (395,31 Euro) ist erlaubt – auch beim gleichen Arbeitgeber. Während der Bildungskarenz ist der Arbeitnehmer kranken-, unfall- und pensionsversichert.
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