29.11.2017, 07:30 Uhr

Busterminal: Knotenpunkt für Bus & Bahn in Ried

Das neue Busterminal am ehemaligen Güterbahnhof Ried. (Foto: Architekten Gilhofer)

In gut einem Jahr soll das neue Busterminal am Bahnhof Ried in Betrieb genommen werden.

RIED. (ebe) Seit Jahren wird darüber geredet, verhandelt und diskutiert. Nun wurde die Finanzierung im Landtag beschlossen. 2018 soll es umgesetzt werden und mit Dezember in Betrieb gehen: das Innviertler Verkehrskonzept. Es kostet jährlich 4,6 Millionen Euro. Ein Teil davon, das Verkehrskonzept Ried, betrifft hauptsächlich den Bahnhof Ried. Dieser ist Drehscheibe und Knotenpunkt im Nahverkehr. Das ehemalige Gütermagazin wird abgerissen. Errichtet wird ein modernes Busterminal am Bahnhofsvorplatz. Geschätzte Kosten für den Neubau: 4,4 Millionen Euro, je zur Hälfte vom Land und der Stadt Ried übernommen. Ein neuer Kreisverkehr im Kreuzungsbereich mit der Eberschwangerstraße soll den gefährlichen Fußgängerübergang entschärfen. Auch eine Zufahrtsstraße zum Busterminal im Kreuzungsbereich Eberschwanger- und Rosseggerstraße entsteht.

Zehn Bussteige

Die Taktungen der Busse und Züge werden neu gestaltet. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 legt die Post neue Linienverläufe fest. Alle im Regionalverkehr vorgesehenen zwölf Buslinien werden den zukünftigen Knotenpunkt bedienen. Auch der Citybus hält im Halbstunden-Takt beim neuen Terminal. Das neue Terminal besteht aus Abfahrtsständen für zehn Regionalbusse und einen Citybus. Die überdachten Steige sind in "Sägezahnform" angeordnet. Das heißt: Alle Passagiere befinden sich in der Mitte, die Busse bleiben außen stehen. Dieses System erhöht die Sicherheit für Fußgänger. Auch der Rad- und Gehweg wird im Bereich der Eberschwangerstraße saniert. Das Projekt führt die Schiene OÖ aus. Sie kümmert sich um die Planung und die Errichtung. "In Ried treffen sich alle Züge zeitgleich und ermöglichen einen Umstieg in den Zentralraum. Das hat neben Ried nur Linz in ganz Oberösterreich. Auch aus diesem Grund wird das moderne Terminal am Bahnhof errichtet. Die Innenstadtvarianten scheiterten am Platzangebot", so Klaus Hölzl, Schiene OÖ. Die Bushaltestellen in Ried bleiben alle erhalten. Nur fährt dann auch jeder Bus das Terminal am Bahnhof an.

Noch einige Unklarheiten

"Wir wissen nicht, ob die Post nach der Neuvergabe alle Linien beibehält", meinte Hölzl. Und Verkehrs-Landesrat Günter Steinkellner plädiert weiterhin im Landtag für die Aufrechterhaltung der Hausruckbahn. Denn auch ihre Zukunft ist nicht gewiss. Viele Unklarheiten rund um ein Projekt in dieser Größe. Besonders die Innenstadt beklagt die Ignoranz der Stadtpolitik gegenüber den Forderungen der Unternehmer. In einer Petition, die heuer im Frühjahr eingereicht wurde, findet sich unter anderem auch der Punkt, die öffentliche Nahverkehrsdrehscheibe zentrumsnah zu platzieren. Ganz nach dem Beispiel Wels. "Gerade Buspassagiere haben während ihrer Wartezeit einen Abstecher in die Innenstadt gemacht. Diese Kunden kommen uns jetzt alle abhanden", meint Oskar Maurus vom gleichnamigen Musikgeschäft. "Wenn Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel alle am Bahnhof draußen auf Umstiegsmöglichkeiten warten, wird die Innenstadt noch leerer. Die Meinung der Bevölkerung zählt in Ried scheinbar nicht", so Maurus.

Die vorläufigen Linien:
840 Ried i. Innkreis – Antiesenhofen
841 Ried i. Innkreis – Mörschwang
842 Ried i. Innkreis – Siegharting
843 Taiskirchen – Utznaich
844 Ried i. Innkreis – Raab
845 Altheim – Antiesenhfoen
850 Ried i. Innkreis – Waldzell – Arnberg
851 Ried i. Innkreis – Frankenburg a. Hausruck
852 Ried i. Innkreis – Eberschwang – Ampflwang a. Hausruck
853 Ried i. Innkreis – Haag a. Hausruck – Geboltskirchen
862 Ried i. Innkreis – St. Johann a. Walde
863 Ried i. Innkreis – Mehrnbach – Altheim
864 Ried i. Innkreis – Altheim – Mühlheim am Inn
866 Ried i. Innkreis – Aspach
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