08.11.2016, 10:08 Uhr

Dein Recht auf Ausbildung, Arbeit und Urlaub

(Foto: DOC Photo/panthermedia)
Zu den wichtigsten Rechten der Lehrlinge gehören das Recht auf Ausbildung, auf Arbeit sowie auf Freizeit. Lehrlinge haben Rechte und müssen diese kennen.
Für 40 Prozent der österreichischen Jugendlichen beginnt nach dem Abschluss der Pflichtschule mit der Lehrzeit ein neuer Lebensabschnitt. Grundsätzlich dürfen alle Personen, die ihre neunjährige Schulpflicht abgeschlossen haben, eine Lehre beginnen. „Im Unterschied zu früher gibt es heute viele erwachsene Lehrlinge, da die Tendenz in die Richtung geht, auch nach der Matura oder im zweiten Bildungsweg eine Lehre zu beginnen“, weiß Wolfgang Vogl, Leiter des Arbeitsinspektorats für das Innviertel und Salzkammergut (18. Aufsichtsbezirk). „Bei den Rechten von Lehrlingen ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um einen Jugendlichen oder Erwachsenen handelt, denn bis zum 18. Lebensjahr redet man von Lehrlingen mit besonderen Schutzbedürfnissen, die einige spezielle Rechte besitzen“, so Vogl. Grundsätzlich zählen das Recht auf Arbeit und regelmäßige Lehrlingsentschädigung, Ausbildung sowie Ruhe- und Freizeit zu den wichtigsten Rechten, die man als Lehrling hat und kennen sollte.

Ausbildung & Arbeit

Ganz offensichtlich hat ein Lehrling ein Recht auf ordnungsgemäße Ausbildung. „Ein Lehrling ist jemand, der weniger verdient, aber eine Ausbildung macht. Er ist keine Hilfskraft.“ Die Art und der Umfang der Ausbildung sind dabei nicht alleine dem Lehrberechtigten überlassen, sondern richten sich nach dem Berufsbild. Lehrlinge haben zum einen das Recht auf Freistellung für den Besuch einer Berufsschule. Zum anderen müssen Fertigkeiten, die im Lehrbetrieb nicht vermittelt werden können, im Rahmen von Kursen oder in anderen Betrieben absolviert werden können. „Zusätzlich zur Ausbildung hat der jugendliche Lehrling das Recht auf Arbeit. „Je nach Kollektivvertrag gibt es für jugendliche Lehrlinge die Möglichkeit von Gleitzeit. Überstunden dürfen dabei aber nicht anfallen und es muss eine durchschnittliche Beschäftigung von 40 Stunden stattfinden“, so Vogl.

Ruhezeit & Urlaub

Neben dem Recht auf Beschäftigung sind die Ansprüche auf Ruhe- und Urlaubszeiten genau festgelegt. „Jugendliche Lehrlinge müssen spätestens nach sechs Stunden Arbeitszeit eine 30-minütige Pause einlegen können, in der nicht gearbeitet wird“, weiß Vogl. Was die Wochenfreizeit betrifft, so haben Lehrlinge grundsätzlich Anspruch auf zwei aufeinander folgende freie Tage pro Woche. Vor Vollendung des 18. Lebensjahres darf außerdem nicht an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden. Branchenbedingte Sonderregelungen gäbe es laut Vogl bei der Wochenfreizeit jedoch schon. Als Lehrling hat man je nach Branche generell einen Anspruch auf einen Urlaub im Ausmaß von 25 bis 30 Werktagen. Speziel jugendliche Lehrlinge, die sich mit dem Ende der Schulzeit auch von den Sommerferien verabschieden haben müssen, haben das Recht auf zwölf Werktage durchgehenden Urlaub in der Sommerzeit – von 15. Juli bis 15. September.

Betriebe arbeiten musterhaft

„Unsere Erfahrung ist, dass die Arbeitgeber generell sehr bemüht sind, alles richtig zu machen – auch große Betriebe sind sehr oft musterhaft“, betont Vogl. Die eigenen Rechte solle man aber trotzdem kennen. Auch sei es ratsam, Verträge von Experten der Arbeiterkammer anschauen zu lassen und beispielsweise die Arbeitsstunden mitzuschreiben. „Im eigenen Interesse behält man so einen guten Überblick.“ Mehr Informationen zu den Rechten von Lehrlingen gibt es auf der Homepage der Arbeiterkammer auf www.arbeiterkammer.at
oder auf www.lehrlingsportal.at

Deine Rechte im Überblick:

- ordnungsgemäße Ausbildung
- regelmäßiger Lohn (Lehrlingsentschädigung)
- Urlaub (25 bzw. 30 Werktage, je nach Branche)
- Freistellung für den Besuch einer Berufsschule
- Ersatz von Prüfungstaxen und Materialkosten für die Prüfungen
- Arbeitsaufträge, die zu deiner Ausbildung gehören und deine Kräfte nicht übersteigen
- Sichere Arbeitsbedingungen, keine Misshandlungen
- Sollten deine Internatskosten höher sein als deine Lehrlingsentschädigung, dann wird der Differenz betrag ausbezahlt
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