03.10.2017, 05:00 Uhr

Reinschnuppern in den Lehrberuf Karosseriebautechnikerin

Wolfgang, Elias und Simon kümmern sich beim Klein-Lastwagen um das Montieren des Rücklichts. (Foto: Doms)

Ein Tag als Schnupperlehrling bei Fischerleitner Karosseriebau in Ried – definitiv abwechslungsreich.

RIED. Die Schleifmaschine läuft bereits, das große Tor öffnet sich gerade und ein Kleintransporter wird in Position gebracht: Reges Treiben herrscht um 7 Uhr Früh in der Werkshalle von Fischerleitner Karosseriebau in Ried. Nach einem kurzen "Hallo" ins Büro gehts gleich an die Arbeit. Nur wo wird gestartet?
In der Reparatur wird gerade die Windschutzscheibe eines Polos getauscht. Der Geruch verrät schon, dass die Lackiererei nicht weit entfernt sein kann. Dort stehen reihenweise Lackdosen – die richtig gemixt eine unendliche Bandbreite an Farbtönen und Nuancen ergeben. Nur der Anblick der Farbpalette lässt schon den Überblick verlieren. "Eine eigene Wissenschaft", erklärt Geschäftsführer Peter Fischerleitner, während wir die Abteilung "Fahrzeugeinrichtung" streifen. Zwei Techniker kümmern sich gerade um eine Kühlverkleidung. Ein Metzger und ein Schokoladenproduzent lassen sich ihre Fahrzeuge so ausstatten, dass ihre Lieferungen auch noch genießbar bei den Kunden und Händlern ankommen.

Auf den Bohrer - fertig - los

Ziemlich nackt sieht er aus, der Klein-Lkw, wenn er bei Wolfgang landet. Ein reines Fahrgestell Arbeitseinsatz sind es sehr ansehnliche Transportlastwagen. Kofferaufbauten – so Das heißt: Das nackte Fahrgestell landet bei ihm, und verlässt erst wieder die Halle, wenn es ein fertiger Klein-Lkw ist, mit Boden, Seitenwänden und allen Ausstattungswünschen des Kunden. Musikelkraft ist gefragt beim Festschrauben der Bodenplatten. Im Anschluss geht es an die Montage der Kunststoff-Kotflügel. Fehlt nur noch ein robustes Auftrittbrett, und der Kofferwagen kann seinem Besitzer – einem Tischlereibetrieb – übergeben werden. Apropos Kofferaufbauten. Bei denen ist auch Sabrina mittlerweile Profi. Ihr Aufgabengebiet ist die Flotte eines großen Möbelhauses. "Heuer haben wir ein Rekordjahr. Ganze 80 Klein-Lkw mit 3,5 oder 5 Tonnen dürfen wir aufbauen", berichtet die ehemalige Lehrlingsredakteurin der BezirksRundschau. "Die Fahrzeuge werden bei uns komplett ausgestattet und auch bedruckt." Und Sabrina, erst kürzlich die Lehre abgeschlossen, hat dieses Projekt in der Hand.

Ein Foodtruck in lilablau

Ein Handgriff: Ohrenschutz und Schweißbrille sitzen. Gerhard, ein Fischerleitner-Urgestein, wie er sich selbst nennt, kann Unterstützung gebrauchen. Ein alter Mercedes, Baujahr 1978, wird zum knalligen Foodtruck verwandelt. Rekonstruiert wurde er bereits, jetzt heißt's 240er Schleifpapier aufkleben und ran an die Schleifmaschine. Am Nachmittag wirft Sabrina die Säge an. Bretter für die Innenverkleidung zuschneiden. Parallel dazu wird die Möbelhaus-Flotte finalisiert. Und schon folgt ein fliegender Wechsel zu Philip. Er ist Lehrling und hat heuer den Bundeslehrlingswettbewerb gewonnen. Kabel verlegen, löten und ein Rücklicht am Transporter anbringen. Er macht aus einem leeren Fahrzeug ein voll eingerichteten Transporter, mit Laden und Sortiersystem. Fertig ist noch lange nicht alles. Aber morgen Früh geht's weiter.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.