30.11.2017, 10:04 Uhr

Überdimensionaler Sondertransport auf dem Weg durchs Innviertel

Stromleitungen wurden angehoben, Brücken verstärkt und Ampelanlagen abgebaut – der Sondertransport von FACC ist außergewöhnlich.

BEZIRK. Ein Gewicht, schwerer als ein A380 ohne Passagiere, rollte Ende November durch das Innviertel. Flugzeugteilehersteller FACC erhielt zwei neue Öfen, sogenannte Autoklaven, die in die Werke in Reichersberg und Ort im Innkreis geliefert werden. Ein Projekt in sehr großen Dimensionen.
Die Autoklaven wurde vom deutschen Hersteller Scholz in Coesfeld (D) nach Oberösterreich per Schiff transportiert. In Aschach an der Donau verlud man sie auf zwei Tieflader. Die Schwertransporter haben eine Länge von 38,5 Meter, eine Breite von 6,5 Meter und ein Gewicht von 232 Tonnen. Die Zugmaschinen zählen zu den stärksten Europas und verfügen jeweils über 800 PS. Das Gewicht des Autoklavs, von 160 und 140 Tonnen, ruht jeweils auf einem Tieflader, verteilt auf zwölf und acht Achsen mit je acht Rädern pro Achse. Entlang der Strecke müssen im Vorfeld mehrere Brückenbauwerke, die für das Gewicht nicht zugelassen waren, verstärkt werden. Zahlreiche Strom- und Telefonkabel müssen gehoben und Verkehrszeichen, Ampeln, Lichtmasten und Zäune entfernt werden.

Druckbehälter für Aushärtung

Ein Autoklav ist ein gasdicht verschließbarer Druckbehälter, der bei FACC für die thermische Aushärtung der Luftfahrtbauteile im Überdruckbereich eingesetzt wird. Beim Autoklavenprozess werden die in Formen aufgelegten Faserverbund-Rohmaterialien zu ausgehärtete Bauteile veredelt. Bei der Produktion von Triebwerksverkleidungen wie im FACC Werk 4 in Reichersberg, kommen besonders große Autoklaven zum Einsatz, in denen ganze Triebwerkshalbschalen Platz finden. FACC hat in jedem ihrer Werke bereits mehrerer Autoklaven in unterschiedlicher Größe in Verwendung und setzt diese großteils im 3-Schichtbetrieb ein.
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