04.10.2017, 15:10 Uhr

Zurechnung von Einkünften bei Fruchtgenuss

MMag. Barbara Auer Gittmaier Wirtschaftsprüfung + Steuerberatung GmbH (Foto: Gittmaier)
Grundsätzlich sind die Einkünfte aus einem Vermögen (etwa einer vermieteten Wohnung) dem Eigentümer zuzurechnen. Wird Vermögen z.B. an nahestehende Personen übergeben, können die Früchte (Mieteinnahmen) vom bisherigen Eigentümer zurückbehalten werden, wie etwa beim sog. Vorbehaltsfruchtgenuss zur Altersversorgung. Eine abweichende Zurechnung ergibt sich auch dann, wenn das Vermögen beim bisherigen Eigentümer verbleibt, aber die Früchte daraus einer anderen Person zugewendet werden (z.B. Zuwendungsfruchtgenuss zur Versorgung von nahen Angehörigen).

Für die steuerliche Anerkennung einer abweichenden Zurechnung von Einkünften ist es erforderlich, dass der/die Fruchtgenussberechtigte neben dem direkten Zufluss der Einnahmen auch ein Unternehmerrisiko trägt. Das bloße Aufrechterhalten eines bestehenden Mietvertrages stellt keine ausreichende Unternehmerinitiative dar.

Die abweichende Zurechnung wird demnach dann erreicht, wenn der/die Fruchtgenussberechtigte über einen längeren Zeitraum eine abgesicherte Rechtsposition innehat und neben den Einnahmen auch sämtliche Ausgaben, ein allfälliges Ausfallswagnis (z.B. Leerstandrisiko etc.) trägt. Eine Eintragung des Fruchtgenussrechts im Grundbuch ist dabei nicht unbedingt erforderlich.
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