Schüler als Ersthelfer
1.000 Menschenleben könnten gerettet werden

Herzdruckmassage im Rhythmus des Radetzky- Marsches
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ROHRBACH-BERG (gawe). Der plötzliche Herztod gilt in der westlichen Welt als dritthäufigste Todesursache. Jährlich erleiden in Österreich etwa 12.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Derzeit überlebt zirka ein Sechstel dieses Ereignis. Experten weisen darauf hin, dass weitere 1.000 Österreicher pro Jahr gerettet werden können, wenn mehr Mitmenschen über Laien-Reanimation Bescheid wüssten, wenn sie somit die Rettungskette rasch aktivierten und mit Wiederbelebungsmaßnahmen starteten. „Nicht nur Erwachsene können helfen“, erklärt Markus Simmer, Anästhesist und Intensivmediziner am Klinikum Wels-Grieskirchen. Der Rettungsdienst kommt im Durchschnitt nach frühestens acht bis elf Minuten, das Gehirn stirbt jedoch bereits nach drei bis fünf Minuten. Wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, verdreifacht sich die Überlebensrate

Wiederbelebung im Unterricht integriert

Jugendrotkreuz Bezirksleiter Manfred Spenlingwimmer startete deshalb eine Initiative im Bezirk: „ Ich habe den Schulleitern des Bezirks das Konzept bei einer Leitertagung geschildert. Im Jänner gab es eine umfassende Fortbildung aller Lehrbeauftragten an den Schulen. Die Soroptimistinnen stellten sich dabei mit dem ersten Puppenset zur Unterstützung des Projektes ein.“

Am Stundenplan steht „Erste Hilfe“

Die „Mini Anne“, so der Name der Übungspuppe, wird seither an seiner NMS in St. Martin bereits fleißig verwendet. Überzeugt war auch Johannes Raab vom Roten Kreuz Rohrbach von der Bedeutung des Konzeptes: Vorige Woche konnten elf weitere Schulen Sets mit jeweils zehn aufblasbaren Puppen in Empfang nehmen. Mindestens zwei Unterrichtseinheiten sollen die Schüler in jeder Schulstufe jedes Jahr die richtige Herzdruckmassage trainieren. In der vierten Klasse kann dies mit einem Erste Hilfe-Kurs kombiniert werden.

„Soziales Engagement ist uns wichtig“

„Es gehört zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugend dazu, dass man lernt, sich für den Nächsten einzusetzen. In der Schule sollen wir Kinder für das Leben vorbereiten. Es kann ein Freund oder ein Familienangehöriger sein, der Hilfe benötigt. Hier werden viele junge Menschen dafür begeistert, mit einfachen Mitteln Leben retten zu können. Es kann eine Lebensversicherung für uns alle sein“, freut sich die Rot-Kreuz-Bezirkstellenleiterin Wilbirg Mitterlehner darüber, dass fast alle neuen Mittelschulen im Bezirk an diesem Projekt teilnehmen.

Fotos: gawe

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