Klinikum Rohrbach
Kinderwunsch, Schwangerschaft und ethische Fragen

Die Veranstaltung fand in Aigen-Schlägl statt.
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Das Klinikum Rohrbach lud zu einem Symposium unter dem Titel „Vom Kinderwunsch zum Wunschkind“. Das Fachpodium diskutierte im Vereinshaus Aigen-Schlägl über das Kinderkriegen in der modernen Gesellschaft, medizinische Entwicklungen und damit verbundene ethische Fragen.

ROHRBACH-BERG. Zahlreiche Ärzte, Hebammen sowie pflege- und ethikinteressierte Gäste folgten der Einladung des Ärztlichen Direktors des Klinikums Rohrbach anlässlich seiner Berufsjubiläen: Der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe ist seit 25 Jahren Leiter der gynäkologischen Abteilung und seit 35 Jahren Mediziner. In dieser Zeit wurden in allen Bereichen der Gynäkologie und Geburtshilfe bedeutende medizinische Entwicklungen vorangetrieben. Revolutionäre Veränderungen gab es insbesondere im Bereich Kinderwunsch und Schwangerenbetreuung. „Diese technologisch medizinischen Errungenschaften müssen in einen gesellschaftspolitischen Diskurs gestellt werden, weil sie ethische Themen berühren“, betonte Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding (OÖG). Er verwies in seiner Begrüßung auf die Aufgabe der OÖG, über aktuelle Entwicklungen zu informieren und die medizinische Versorgung in den Regionen sicherzustellen.

Die Grenzen der Ethik

Früher konnten Schwangerschaft und Geburt eines gesunden Kindes nicht beeinflusst werden. Heute wird bei Unfruchtbarkeit der Wunsch nach einem Kind in Kinderwunschkliniken meist erfüllt. Bereits vor und während der Schwangerschaft wird nach Fehlbildungen und Krankheiten des Kindes gesucht. „Dabei stößt man sehr oft an ethische Grenzen, wenn es darum geht, kranke Kinder oder Kinder mit Fehlbildungen zu selektionieren“, informierte Primar Peter Stumpner und fordert klare gesetzliche Regelungen. Heute erlauben die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik werdenden Müttern nach auffälligen Untersuchungsergebnissen selbstbestimmt Entscheidungen über ihr ungeborenes Kind zu treffen. Das sei für schwangere Frauen oft äußerst schwierig, wie Primar Gottfried Hasenöhrl vom Klinikum Braunau berichtete. Mittels Pränataldiagnostik kann aber auch gewährleistet werden, dass Kinder möglichst früh richtig behandelt werden und ihnen ein guter Start ins Leben ermöglicht wird.

Paradoxe und diskriminierende Rechtssituation

Gernot Tews, österreichischer Pionier auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung, zeigte die derzeitige Rechtslage anhand eines paradoxen Beispiels auf: Während es erlaubt ist, einem 94-jährigen Mann per Samenspende zur Vaterschaft zu verhelfen, ist die Eizellenspende an eine 46-jährige Frau verboten. Diese gilt per Gesetz als zu alt für eine künstliche Befruchtung. Auch alleinstehenden Frauen mit Kinderwunsch darf nicht mittels künstlicher Befruchtung geholfen werden, was eine diskriminierende Situation darstellt. Spannend war auch der Bericht von Reinhold Mitterlehner, der über die Gesetzesnovelle zum Fortpflanzungsmedizingesetz und die entsprechenden Hintergründe referierte.

Geburt entscheidend für Beziehungsleben

Reproduktionsmediziner Dozent Omar Shebl, Leiter des Kinderwunschzentrums am Kepler Universitätsklinikum, referierte über gesundheitliche Folgen von Kindern, die künstlich gezeugt wurden. Über die entscheidende Rolle der Geburt für Bindungen und Beziehungen sprach Universitätsprofessorin Barbara Maier, Leiterin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Wilhelminenspital in Wien. Wie die erste Bindung zwischen Mutter und Kind aufgebaut wird, beeinflusst das ganze spätere Leben. Ein gutes Bonding gleich nach der Geburt, also das gelungene Herstellen des Mutter-Kind-Kontaktes, hat aus Sicht der Medizinethikerin dauerhaften Einfluss auf das Zusammenleben in einer Gesellschaft. Zum Abschluss beleuchtete Universitätsprofessorin Angelika Walser die Reproduktionsmedizin aus Sicht einer Moraltheologin.

Autor:

Sarah Schütz aus Rohrbach

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