110-kV-Freileitung: Schneedruck als Argument für das Erdkabel?

"Einem Erdkabel würde die Schneedruck-Problematik nichts ausmachen", argumentieren die Gegner der Freileitung.
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  • Foto: Netz Oberösterreich GmbH
  • hochgeladen von Sebastian Wallner

BEZIRK ROHRBACH. Die Schneefälle der vergangenen Wochen sorgten im Stromnetz für Probleme. Rund 80 Techniker der Netz Oberösterreich und der Energie AG Tech Services standen im Dauereinsatz. Zeitweise waren bis zu 4.000 Kunden von den Stromausfällen betroffen. Das ruft nun die Gegner der geplanten 110kV-Freileitung, die von Freistadt nach Rohrbach führen soll, auf den Plan.

"Extreme Wetterereignisse werden sich häufen. Wir sprechen da nicht nur von Schneedruck, sondern auch von Sturm, Hochwasser und Dürre, bei der Waldbrandgefahr durch Funkenflug besteht", so die Initiative, die sich für eine Erdkabel-Lösung stark macht.

Dass einige der geplanten Trassen durch vom Schneedruck besonders betroffenes Gebiet führen sollen, erscheint ihnen unsinnig und wenig durchdacht. "Wir sind an einer Zeitenwende und müssen zukunftsorientiert denken", meint Veronika Walchshofer, Fraktionsvorsitzende der SPÖ Hirschbach.

Gegner wollen "Kostenwahrheit"

Die Gegner der Freileitung gehen sogar noch einen Schritt weiter: "Eigentlich müsste die Behebung der Stromnetz-Schäden in die Kosten für die Freileitung miteingerechnet werden." Auch volkswirtschaftliche Schäden durch stillstehende Betriebe und Schäden im Haushalt, wie etwa durch aufgetaute Lebensmitteln, könnten durch ein Erdkabel verhindert werden.

110-kV-Leitungen nicht betroffen

Walter Wöss, Koordinator der Facharbeitsgruppe des Landes Oberösterreich, verweist darauf, dass Beschädigungen von 110-kV-Leitungen "sehr selten bis nicht vorhanden" sind. "Die 110-kV-Freileitungen werden in Oberösterreich sehr exakt gewartet und ein Schutzbereich von ungefähr 40 Metern Gesamtbreite wird freigehalten." 

Das bestätigt man auch bei der Netz Oberösterreich GmbH: "Am 110-kV-Hochspannungsnetz sind wegen des Schneebruchs der letzten Wochen keine Schäden aufgetreten. Es hat sich erneut als zuverlässiges Rückgrat der Stromversorgung in Oberösterreich erwiesen."

30-kV-Leitungen kommen unter die Erde

Anders sieht es bei den 30-kV-Freileitungen aus. Diese sind durch die niedrigere Bauweise und die geringere Trassenbreite eher gefährdet. "Daher werden neue 30-kV-Leitungen in gefährdeten Gebieten vorrangig als Erdkabel ausgeführt. Darüber hinaus gibt es bei den Netzbetreibern ein Verkabelungsprogramm mit einer Dringlichkeitsreihung für die nachträgliche Verkabelung von bestehenden 30-kV-Freileitungen. Im Zuge der Errichtung einer 110-kV-Leitung ist auch eine begleitende Verkabelung von zahlreichen 30-kV-Leitungen vorgesehen. Damit wird in Abstimmung mit den betroffenen Landwirten – neben dem Sicherheitsaspekt – eine wesentliche Reduktion der Maststandorte erreicht", so Wöss.

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