Leben mit Holz
Didgeridoos aus dem Mühlviertel

Josef Schütz beim Grobschliff der Rohlinge. Da fliegen schon mal die Spänne.
13Bilder
  • Josef Schütz beim Grobschliff der Rohlinge. Da fliegen schon mal die Spänne.
  • Foto: HELMUT EDER
  • hochgeladen von Helmut Eder

Schütz baut seit 25 Jahren Didgeridoos. Eines hat sogar den Weg zurück in die Ursprungsheimat gefunden.

NIEDERWALDKIRCHEN (hed). „Die Idee des Eigenbaus hatte mein Sohn Roland“, erklärt Josef Schütz aus Steinbach in der Gemeinde Niederwaldkirchen. „Eine Bekannte von ihm hat Verbindungen nach Australien, der Ursprungsheimat von Didgeridoos. Von dort aus hat sie ein solches Instrument mitgebracht“. Und genau dieses wollte er nachbauen. „Gesagt, getan: Wir haben mit heimischen Hölzern zu experimentieren begonnen", erinnert sich der 75-Jährige zurück. Zum Bau eignen sich laut dem Tüftler alle Hölzer. „Ich bevorzuge Erlen und Weiden. Die sind leicht zu bearbeiten“, so Schütz. Die „Rohlinge“ findet er bei Wanderungen im eigenen Wald. Aststücke in verschieden Größen werden sodann abgeschnitten. „Man hat schon einen Blick dafür“, sagt er. Bis zu drei Jahre lang werden sie getrocknet. Lagere man das Holz zu trocken, so reiße es auf. „Schon ein kleiner Riss genügt und die Klangfarbe ist verändert“, erklärt der Fachmann. Bei zu großer Feuchtigkeit bilde sich hingegen Schimmel. Mit der Lötlampe könne man den bekämpfen.

Es fliegen die Späne

In der Ecke seiner Werkstätte stehen Bohrer in verschieden Größe. "Damit werden die Rohlinge ausgehöhlt", erklärt er und ergänzt: „Die Aborigines lassen diese Arbeit die Termiten machen.“. Nun wird die Oberfläche geschliffen. Der Hobbybauer nimmt einen Rohling aus dem Lager und spannt ihn in den Schraubstock. Dann nimmt er die Flex zur Hand. Schon fliegen die Späne. Für den Feinschliff verwendet er den Extensor, dann Schleifpapier. Zuletzt wird das Mundstück rund geschliffen. „Man kann dies auch mit Bienenwachs überziehen, das ist beim Spielen angenehmer für die Lippen“, verrät Schütz. Ein Nachteil: Bei längerem Spielen oder in der Wärme schmilzt das Wachs. Seit kurzem experimentierte er mit Wachs von australischen Bienen. „Das hat einen höheren Schmelzpunkt“, weiß er. Die aufwändigste Arbeit ist die Bemalung. Da seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Seine Instrumente präsentieren sich bunt: Neben Didgeridoos mit Tiermotiven wie Schmetterlingen, einer Schlange oder einem Alpensteinbock stehen auch solche mit Blumenmotiven. Daneben ein naturbelassenes Instrument. Eine Augenweide sind jene, die mit Punktmalerei verschönert wurden. "Eine arbeitsaufwendige Arbeitstechnik der Aborigines", sagt Schütz. Ein besonderes Stück in seiner Kollektion: ein Instrument mit gegabeltem Ast und zwei Mundstücken. Seine Instrumente wurden schon bei Events im Brucknerhaus, im Posthof oder beim Pflasterspektakel verwendet. Zu den Abnehmern zählt auch die Band "Chilli Fish". Ein Instrument ist sogar nach Australien ausgewandert.

Zur Sache

• Das Didgeridoo ist ein obertonreiches Blasinstrument aus der Familie der Aerophone. Es ist das traditionelle Musikinstrument der nordaustralischen Aborigines.
• Traditionell wird es aus einem von Termiten ausgehöhlten Stamm lokaler Eukalyptusarten gefertigt und mit Holzkohle ausgebrannt. Es dient als überwiegend rhythmisch eingesetztes Begleitinstrument für Gesänge und Tänze.
• Die klangliche und rhythmische Vielfalt entsteht durch Kombinationen aus Mundbewegungen, Atemtechnik und Stimmeffekten, basierend auf einem in der Tonhöhe nur leicht variierten Grundton und überblasenen Tönen.
• Die Bezeichnung "didgeridoo" (anglisierte Schreibweise für „Didjeridu“) geht vermutlich auf eine lautmalerische Nachahmung des Klanges oder einer auf diesem Instrument gespielten Rhythmusfolge zurück. (Quelle: Wikipedia)

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen