Nachruf
Ehemaliger Hofkirchner Gemeindearzt verstorben

Nawar Wassif war ein wunderbarer Mensch, liebevoller Familienvater und Menschenfreund.
  • Nawar Wassif war ein wunderbarer Mensch, liebevoller Familienvater und Menschenfreund.
  • Foto: Foto: Marktgemeinde Hofkirchen
  • hochgeladen von Sarah Schütz

Nawar Wassif war ein wunderbarer Mensch, liebevoller Familienvater und Menschenfreund. Er hat  am 11. Juli sein 82. Lebensjahr vollendet und ist somit im 83. Lebensjahr verstorben.

HOFRKICHEN. Geboren ist er im Jahr 1938 in Dakaliah, Ägypten, als 14. Kind einer christlich-koptischen Familie. Aufgewachsen in Banha, wo er die Volksschule und Mittelschule besuchte.
Bereits in jungen Jahren hegte er den Traum, Arzt zu werden, um anderen helfen zu können. Nach sehr mühsamen und entbehrungsreichen Jahren in seiner Kindheit und Jugend absolvierte er die Matura und entschloss sich seine Heimat Ägypten zu verlassen, um in Österreich Medizin zu studieren. In den Ferien arbeitete er in Deutschland auf Baustellen und in der Voest am Hochofen, um sich sein Studium nach dem plötzlichen Tod seines Vaters weiterfinanzieren zu können.

1968 promovierte er an der Universität Innsbruck und famulierte als junger Arzt an der Frauenklinik, wo er seine Frau Anna kennen und lieben lernte. Im Jahr 1972 heiratete das junge Paar und die Geburt des Sohnes Georg ebenso im Jahr 1972 sowie die Geburt von Nadja 1978 machten das Glück vollkommen. Tochter Nadja schenkte ihrem Vater zwei Enkelkinder, Sohn Georg eines.

Gemeindebürger waren sehr zufrieden

Im Laufe seiner Karriere war er im Krankenhaus Sierning als Turnusarzt, im Krankenhaus Wels, im Krankenhaus Wagner Jauregg, bei den Barmherzigen Brüdern und im Krankenhaus Melk tätig. In Ried im Traunkreis ordinierte er bis 1975, dann nahm er ab 24. Februar 1976 die ausgeschriebene Gemeindearztstelle in Hofkirchen an. Die Hofkirchner Gemeindebevölkerung hatte große Freude mit Wassif Nawar. Sein freundliches, liebenswürdiges und uneigennütziges Verhalten verhalf ihm im gesamten Sanitätsgemeindeverband einschließlich der Nachbargemeinde Pfarrkirchen zu großer Beliebtheit und hohem Ansehen. Aufgrund der vielen abgeschiedenen Ortschaften und der oft ausgeprägt herausfordernden Winterwitterung musste Wassif Nawar vor allem bei den täglichen Visiten eine große Opferbereitschaft aufbringen. Sehr wichtig waren dem Gemeindearzt die regelmäßigen Mutterberatungen in seiner Ordination, er liebte die Kinder und hatte großes Interesse am Wohlergehen der Familien.

Bevölkerung auch außerhalb der Dienstzeiten wichtig

In der größten Hofkirchner Subortschaft Niederranna, richtete Nawar eigens eine Zweitordination ein. Dadurch wurde vor allem den vielen älteren Gemeindebürgern am Donaustrom der Besuch beim Gemeindearzt wesentlich erleichtert. Wassif Nawar war stets ein sehr lebensfroher und gut gelaunter Mensch. Er hatte immer positive, aufmunternde und lustige Worte auf den Lippen, um deprimierte Patienten zu erheitern. Sein großer Humor war bekannt und geschätzt. Der regelmäßige Kontakt mit der Gemeindebevölkerung war Wassif Nawar auch außerhalb seiner Dienstzeiten sehr wichtig. Er besuchte von Herzen gerne viele gesellschaftliche und traditionelle Veranstaltungen des Gemeindelebens. Im Jahr 1998 beendete er seine Berufstätigkeit als Gemeindearzt, Wassif Nawar blieb aber weiterhin im aktiven Kontakt mit der Bevölkerung, solange ihm sein Gesundheitszustand das erlaubte. Im September 1997 war Nawar noch vor seiner Pensionierung von Landeshauptmann außer Dienst Josef Pühringer der Berufstitel Medizinalrat verliehen worden.

Fußball, Karten- und Schachspiel

Seine Freizeit galt dem Fußball als passiver Zuschauer. Regelmäßig besuchte er die Meisterschaftsspiele der Hofkirchner Fußballmannschaft und ließ bei siegreichen Ergebnissen seiner großen Freude freien Lauf. Auch seine eigene Familie war Nawar sehr wichtig, ganz besonders seine Enkelkinder. Große Erfüllung und Spaß empfand der Gemeindearzt immer bei seinem geliebten Kartenspielen. Innerhalb der Familie sprach man immer vom Opa-Rummy, weil er seinen Enkelkindern sein Wissen und Können im Kartenspiel leidenschaftlich gerne weitervermittelte. Ganz oben auf der Liste seiner Freizeitaktivitäten stand auch das Schachspiel. Er spielte sogar in einem Linzer Schachverein Meisterschaft. Viele Spielpartner fanden in Nawar ihren wahren Meister und mussten ihm Tribut zollen. Trotzdem war er überall als humorvoller, höflicher und offenherziger Mann bekannt. Bis zu seiner letzten Stunde war er ehrlich, höflich und beklagte sich nie über seinen langen Leidensweg in den letzten Jahren.

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