JubiläumsRundschau
Ein Pionier des Mühlviertel-Tourismus

Leopold Weiss gründete das Hotel Weiss in Pühret.
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  • Leopold Weiss gründete das Hotel Weiss in Pühret.
  • Foto: Foto: BRS/Wallner
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NEUSTIFT. Nur ganz selten passiert es, dass man am Hotel Weiss in Pühret vorbeifährt und man Leopold Weiss nicht irgendwo im Außenbereich rumwerkeln sieht. Der 94-Jährige kehrt entweder die Straße oder gießt die Blumen. Auch für das Füttern der Ziegen, Hühner und Hasen des hoteleigenen Streichelzoos ist er verantwortlich – dabei bekommt er seit einiger Zeit Unterstützung von Urenkerl Maximilian.

Weiss hat das heutige Hotel gemeinsam mit seiner Frau und seinen Geschwistern aufgebaut. Dass aus ihm ein Wirt wurde, ist aber eher dem Zufall zu verdanken. „1948 begann man mit dem Bau der Pfarrkirche und zu einer Ortschaft mit einer eigenen Kirche gehört natürlich auch ein Wirtshaus“, erklärt er. Also wurde das Auszughäusl seines Vaters zum Gasthaus umgebaut. Die Ziegel musste man damals noch selber schlagen, eine mühsame Arbeit. „Die erste große Feierlichkeit, die dann in unseren Räumlichkeiten stattfand, war das Kirchweihfest im Jahr 1953.“

Vorreiter-Rolle

Seitdem ist der Betrieb immer weiter gewachsen. 1956 kam ein Tanzsaal dazu und die ersten Fremdenzimmer wurden eingerichtet. „Der Tourismus war zu dieser Zeit in unserer Region eigentlich nicht existent“, blickt Weiss zurück. Schon damals trotzdem auf diese Schiene zu setzen, zeugt von Geschick, Pioniergeist und sicherlich auch einer Prise Glück. „Einige der ersten Gäste kamen aus Berlin.“ Damals fast eine Sensation. Heute sieht man Autokennzeichen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und darüber hinaus am Parkplatz stehen.

Über all die Jahre hat sich das Hotel Weiss aber seinen familiären Charme bewahrt. Vier Generationen arbeiten momentan im Betrieb mit: Gründer Leopold Weiss, Seniorchef Gerhard, Christoph, der aktuell die Fäden zieht und, wie eingangs erwähnt, der vielleicht zukünftige Wirt Maximilian.

Jugend- und Kriegszeit

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg war auch Leopold Weiss' Leben nicht nur von Sonnenschein geprägt. Als eines von acht Kindern war er lange Zeit am elterlichen Bauernhof als Knecht tätig. „Nach der Schule mussten wir oft auch im Winter in der steilen Donauleitn beim Holzschlägern helfen.“

Im zweiten Weltkrieg erlebte er eine wahr Odyssee und wurde unter anderem in Tschechien, Kroatien, Belgien und Italien eingesetzt. Nach einer Verletzung an beiden Händen geriet Weiss in amerikanische Gefangenschaft, wurde nach Amerika verschifft und zum Baumwollpflücken verdonnert. Am siebten Jänner 1946 hatte die Gefangenschaft ein Ende und der Neustifter war wieder zuhause. „Andere haben es viel schlechter erwischt als ich“, sagt er. Wahrscheinlich muss man nach solchen Erlebnissen das Positive suchen. Weiss scheint es gefunden zu haben

Leopold Weiss gründete das Hotel Weiss in Pühret.
Leopold mit Sohn Gerhard Weiss
Autor:

Sebastian Wallner aus Rohrbach

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