Erwin Rechberger verstorben – Ein Nachruf

Am 30. April verstarb der ehemalige Textilfabrikant Erwin Rechberger nach langjähriger Krankheit im 93. Lebensjahr.
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Am 30. April verstarb der ehemalige Textilfabrikant Erwin Rechberger nach langjähriger Krankheit im 93. Lebensjahr. Er war Gründer der Museen für mechanische Musik, Spielzeug und Volkskunst. Beim Aufbau des Museums Mechanische Klangfabrik war Rechberger mitbeteiligt. Für seine Verdienste erhielt er die Kulturmedaille des Landes OÖ.

HASLACH (hed). „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, schreibt Friedrich Nietzsche in der „Götzen-Dämmerung“. Er wurde zum Leitspruch für den Verstorbenen, dessen Leben von der Musik geprägt war. 1925 als Sohn des Leinenfabrikanten Johann Rechberger und dessen Frau Anna geboren, besuchte er das Stiftsgymnasium St. Florian als Sängerknabe. Im Nebenfach lernte er Geige und Klavier. Nach Auflösung des Stiftsgymnasiums zur NS- Zeit, absolvierte er die „Kriegsmatura“ am Realgymnasium und der Handelsakademie Linz. Dort war er Vorsänger im Neuen Dom unter Hermann Kronsteiner und gleichzeitig beim Gausingkreis aktiv. 1943 wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Als Marineoffizier war sein Einsatzgebiet die Ostsee, wo er in englischer Gefangenschaft schwer erkrankte. Trotzdem gelang im die Flucht nach Hause. „Die Kriegszeit war für ihn eine schmerzvolle Zeit, in der er viel menschliches Leid mitansehen musste“, wie er auch der BezirksRundschau ,in der Serie Zeitzeugen berichten' einst schilderte.

Firma ausgebaut

Nach seiner Rückkehr arbeitet er im Betrieb seines Vaters und absolvierte die Webereifachschule. 1965 wurde er Alleininhaber und baute in Folge die Firma aus. Im Juni 1965 heiratet er seine Ehefrau Uta Maria. Dem Ehepaar wurden vier Kinder geschenkt: Erwin, Margit, Ingrid und Roswitha. 1985 ging er als Kriegsinvalide in Frühpension.

Musikalisch aktiv

Nach Kriegsende war er erneut musikalisch aktiv: Er trat dem Mühlviertler Singkreis (später Kantorei) und dem örtlichen Kirchenchor bei, wo er auch in den letzten Jahren noch aktiv war. Auch bei der Blasmusikkapelle war er aktiv. Aktiv war er auch in der Öffentlichkeit: So gründete er unter anderem die Pfadfindergruppe, war im Gemeinderat tätig, war Gründungsmitglied des Heimatvereins und jahrelang Obmann-Stellvertreter.

280 Krippen gesammelt

Bekannt war Rechberger besonders für seine Sammelleidenschaft: 1948 startete er mit dem Sammeln von Volkskunst – hauptsächlich Krippen. Rund 280 Krippen zählt die Sammlung. Gleichzeitig sammelte er alte Musikautomaten, Drehleiern und Spielorgeln. In Rechbergers „Mechanischer Wunderwelt“ werden die „Instrumente erlebbar“. Die Sammlung ist weltweit einzigartig. Ein Teil der Sammelstücke wird in der Mechanischen Klangfabrik präsentiert. In Erinnerung bleibt seinen Besuchern die „Kripperl-Roas“. Mit Laternenlicht geleitete er die Gäste über den adventlich beleuchteten Innenhof zur Kripperlsammlung. Dort begann er an seiner Drehorgel zu kurbeln: „Tauet Himmel den Gerechten“, war eines seiner Begrüßungslieder. Erwin Rechberger bleibt in „seinen Sammelstücken“ der Nachwelt in Erinnerung.

Für den Verstorbenen wird am Freitag, 5. Mai um 19 Uhr, in der Pfarrkirche Haslach gebetet. Das Requiem wird am Samstag, 6. Mai um 13.30 Uhr in der Pfarrkirche Haslach gefeiert. Anschließend wird der Verstorbene zum Friedhof geleitet, wo er im Familiengrab seine letzte Ruhestätte findet.

Am 30. April verstarb der ehemalige Textilfabrikant Erwin Rechberger nach langjähriger Krankheit im 93. Lebensjahr.

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