"Es kann funktionieren und ist sehr bereichernd"

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BEZIRK (anh). Was hat ein Plüschtier namens "Ježek Jonáš", zu Deutsch Igel Jonas, im Kindergarten Klaffer verloren? Nun, die Antwort ist ganz einfach: Er hilft den Kindern beim spielerischen Erlernen der tschechischen Sprache. Was dahinter steckt? Das EU-Projekt "Bildungskooperation in der Grenzregion" (BIG), das sich über verschiedene Regionen erstreckt und aus Mitteln des Landes OÖ kofinanziert wird. "Schwerpunkt des Projekts ist die Mehrsprachigkeit in Kindergarten und Schule", erklärt Thomas Brandstetter, Pressesprecher des Landeshauptmanns. Konkret geht es um Partnerschaften zwischen oberösterreichischen und tschechischen Kindergärten sowie grenzüberschreitende Sprach-, Fort- und Weiterbildungsangebote. "Dadurch soll der landesübergreifende Austausch zwischen Pädagogen intensiviert werden und zu mehr partnerschaftlichen Aktivitäten motivieren", heißt es.

Gegenseitiges Besuchen

Im Klaffegger Kindergarten werden knapp 50 Kinder betreut, die tschechische Sprache ist Teil ihres Alltags. "Einmal in der Woche kommt eine externe Kraft zu uns und begleitet die tschechischen Aktivitäten", erklärt Leiterin Iveta Lang. Sie und ihre Kolleginnen stehen in intensivem Kontakt mit dem Kindergarten Regenbogen auf der anderen Seite es Moldaustausees, in Černá. "Dort läuft es dann genau umgekehrt: Die tschechischen Kinder – derzeit ebenfalls knapp 50 – können Deutsch lernen", berichtet sie. Auch größere Projekte werden durchgeführt, Besuche gibt es regelmäßig. So waren die Klaffegger Kinder und Angestellten etwa im Mai in Tschechien zu Gast und verbrachten einen Tag rund um das Thema "Wasser". Zuerst ging es mit der Fähre, die von der Gemeinde Horní Planá gesponsert worden war, hinüber und bei einer guten Jause hatten die Kleinen erst einmal Zeit, um miteinander zu spielen. Nach dem Mittagessen ging es dann mit Feuerwehrautos zur Wasserrettung nach Dolní Vltavice. Dort lernten die Kinder, wie man sich beim und im Wasser verhält, Gerätschaften durften ausprobiert werden, Hunde zeigten vor, wie sie Menschen aus dem Wasser bergen und auch mit Schnellbooten durften die Kids über den Stausee düsen. Zum Abschluss gab es noch ein Geschenk der tschechischen Freunde.

Wille muss da sein

"Viele trauen sich nicht über so ein Projekt drüber, dabei ist es sehr bereichernd", sagt Lang. Es müsse lediglich der Wille da sein, eben ein bisschen mehr zu machen. Wichtig sei zudem der Expertenaustausch, das heißt, auch die Kindergärtnerinnen aus Černá und Klaffer treffen sich regelmäßig. Gemeinsamkeiten und Unterschiede können bei dabei herausgefunden werden und es zeigt sich, wo sich die beiden Kulturen auch ergänzen können.

Zur Sache

Neben dem Gemeindekindergarten in Klaffer sind auch der Pfarrcaritasgarten Ulrichsberg und der Gemeindekindergarten Grünbach (Freistadt) bei diesem EU-Projekt dabei. Analog dazu sind auch im Burgenland, Niederösterreich und Wien Bildungskooperativen mit der Slowakei und Ungarn in Planung bzw. Umsetzung.

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