Eduard-Ploier-Preis
Haslacher für gemeinnütziges Projekt ausgezeichnet

Martin Berndorfer mit einem bolivianischen Kind.
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  • Martin Berndorfer mit einem bolivianischen Kind.
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HASLACH. Martin Berndorfer ist ein diplomierter Sozialarbeiter aus Haslach. Während seines Praktikums in Bolivien, das er für sein Studium brauchte, gründete er das Projekt "Maya Paya Kimsa". Er arbeitete 16 Jahre lang in La Paz in einem Heim für Straßenkinder. Dabei fiel ihm auf, dass Kinder, die von der Straße ins Heim kommen, nicht darauf vorbereitet sind und oft nach kurzer Zeit wieder weglaufen. Der Haslacher machte sich Gedanken, wie man diese Situation ändern könne. Sogenannte Streetworker kamen zum Einsatz, die den Kindern und Jugendlichen auf der Straße begegnen und mit ihnen Lösungen suchen, wie es weitergeht. Diese sollen die Kinder begleiten und auf ein geregeltes Leben in Gemeinschaft vorbereiten. Die Streetworker vermitteln geeignete Wohnplätze Ausbildungs- und Arbeitsstellen. So schaffen es die Kinder und Jugendlichen auch langfristig dem harten Leben auf der Straße zu entkommen. So wurde aus einer Projektidee zu einem Diplomarbeitsthema Wirklichkeit und "Maya Paya Kimsa" entstand.

Das Leben auf der Straße

"Maya Paya Kimsa" orientiert sich an den Stärken und Fähigkeiten der Mädchen und Buben. Der wichtigste Faktor ist dabei Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Mitarbeiter. Die Streetworker sind täglich auf den Straßen unterwegs, um den Kindern das Gefühl zu geben, dass es jemandem wichtig ist, dass sie existieren. "Was es bedeutet, in einem der ärmsten Länder Südamerikas auf der Straße zu leben, ist aus unserer Sicht schwer vorstellbar", sagt Berndorfer. Die Mädchen und Buben sind komplett auf sich alleine gestellt. Um an Geld zu kommen, bleibt meist kein anderer Weg als Diebstahl, Handel mit Drogen oder, vor allem bei Mädchen, der Verkauf des eigenen Körpers. Um diese große psychische Belastung auszuhalten, ersticken sie ihre Hoffnungslosigkeit in Alkohol und Drogen. Es wird daran gearbeitet Kindern, Jugendlichen und deren Familien eine bessere Lebensqualität zu schaffen.

Erreichung des Ziels

Es braucht strukturelle Veränderungen und politische Maßnahmen, damit die Situation langfristig besser wird. Auch der bolivianische Staat solle seine Verantwortung den Kindern und Jugendlichen gegenüber ernst nehmen.
Berndorfer und sein Team fördern die Vernetzung der Organisationen auf nationaler Ebene. Sie bauen Kontakte zu den zuständigen öffentlichen Stellen auf, um dafür zu sorgen, dass dieses Thema auf die politische Agenda kommt. Anschließend wollen sie gemeinsam an strukturellen Modellen, Protokollen und öffentlichen Hilfsprogrammen arbeiten. "'Maya Paya Kimsa' ist vielleicht 'nur ein Tropfen Wasser in einem Ozean, jedoch wäre dieser nicht der gleiche, ohne diesen einen Tropfen", so zitiert der Haslacher Mutter Teresa und ergänzt: "Denn dieser Tropfen hat es geschafft, wieder ein Lächeln der Hoffnung in das Gesicht vieler Kinder und Jugendlicher zu zaubern. Dieses ist der schönste Lohn für die oft schwere Arbeit".

Eduard-Ploier-Preis

"Ich freue mich extrem, dass wir mit diesem Preis ausgezeichnet worden sind. Dies zeigt große Wertschätzung und wertet die bisher geleistete Arbeit sehr auf", sagt Berndorfer im Gespräch. Er habe nicht damit gerechnet, den Preis zu erhalten.

Martin Berndorfer mit einem bolivianischen Kind.
1. Reihe: Gabriele Schaller, Christine Grüll, Elisabeth Maria Ploier, Klara Maria Falzberger, Marika Mayrdorfer-Muhr.
2. Reihe: Diözesanbischof Manfred Scheuer, Martin Berndorfer,  Brigitte Elsener, Landeshauptmann Thomas Stelzer.

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