Pflegemonitor
Hilfswerk fordert Entlastung pflegender Angehöriger

Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer präsentierte die Ergebnisse des neuen Pflegemonitors des OÖ Hilfswerks.
  • Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer präsentierte die Ergebnisse des neuen Pflegemonitors des OÖ Hilfswerks.
  • Foto: OÖ Hilfswerk
  • hochgeladen von Nina Meißl

Laut aktuellem Pflegemonitor spielt die Pflege von Angehörigen schon jetzt für 60 Prozent der Mühlviertler eine große bis mittelmäßige Rolle. In den kommenden Jahren wird der Pflegebedarf weiter steigen.

BEZIRK ROHRBACH, OÖ. Aktuell haben mehr als 3.700 Menschen im Bezirk Rohrbach einen Pflegebedarf. Das Land Oberösterreich rechnet damit, dass sich dieser Wert innerhalb der nächsten 20 Jahren auf über 5.400 erhöhen wird. "Die Pflegethematik wird auch in Rohrbach und im Mühlviertel immer wichtiger", sagt Wolfgang Hattmannsdorfer, Obmann des OÖ Hilfswerks. Dieses lässt regelmäßig einen Pflegemonitor erstellen. Der aktuelle Pflegemonitor zeigt, dass die Pflege in der Familie schon jetzt ein wichtiges Thema ist. Die Mehrheit der Pflegebedüftigen in Rohrbach wird von den Angehörigen gepflegt. Für rund 60 Prozent der Mühlviertler spielt die Pflege Angehöriger eine große bzw. mittelmäßige Rolle. "Das Pflegethema zählt schon heute zu den größten Herausforderungen unserer Generation", sagt Hattmannsdorfer. Die Verbesserung der Pflege müsse ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen, so der OÖ Hilfswerk-Obmann.

Wünsche der Senioren und Bedürfnisse der Angehörigen

Der Großteil der Pflege passiert in Rohrbach in den eigenen vier Wänden. Von den 3.700 Pflegebedürftigen in Rohrbach werden aktuell 511 in Alten- und Pflegeheimen betreut, der Rest wird meist von Angehörigen oder Angeboten wie mobilen Diensten gepflegt. Im Mühlviertel geben 26 Prozent der Einwohner an, selbst einen Pflegefall in der eigenen Familie zu haben. Am wichtigsten ist den Menschen im Mühlviertel, im Alter jemanden in der Nähe zu haben, mit dem man täglich reden kann (84 Prozent). Groß ist auch der Wunsch, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können (69 Prozent). Gleichzeitig wünschen sich zwei von drei Befragten, im Bedarfsfall in ein Seniorenheim aufgenommen zu werden (62 Prozent). „In der Pflege braucht es ein breites Angebot und eine echte Wahlmöglichkeit, denn ältere Menschen müssen selbst über die Art der Betreuung entscheiden können.“, so Hattmannsdorfer. „Ein jeder, der den Lebensabend zuhause verbringen möchte, soll auch die Möglichkeit haben, so lange wie möglich eine Betreuung in den eigenen vier Wänden zu erhalten.“ Es brauche jedoch auch eine spürbare Entlastung für pflegende Angehörige, so Hattmannsdorfer: „Pflege daheim darf nicht schlechter gestellt sein als die Pflege in einem Heim. Es braucht daher einen Pflege-Daheim-Bonus, um die Pflege daheim zu honorieren und Angehörige zu entlasten. Darüber hinaus sollen durch einen Ausbau der Tagesbetreuung Menschen tagsüber in einer Pflegeeinrichtung betreut werden, aber dennoch zuhause wohnen und durch Angehörige mitbetreut werden können.“

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