Wintersport und Natur
Jäger und Anrainer über Skidoo-Fahrer verärgert

Motorschlitten dürfen nur auf öffentlichen Straßen gefahren werden, wenn sie dafür zugelassen sind.
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  • Motorschlitten dürfen nur auf öffentlichen Straßen gefahren werden, wenn sie dafür zugelassen sind.
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Mit geschlossener Schneedecke in Höhenlagen klagen Jäger, Landwirte und Anrainer wieder vermehrt über Störungen durch Skidoo-Fahrer. Eine Kennzeichenpflicht wird gefordert.

BEZIRK ROHRBACH. „Für euch mag es ein riesiger Spaß sein. Das kann ich nachvollziehen. Für jedes Wildtier bedeutet dies aber hohen Stress und wird in dem Moment, wo ihr vorbeifährt zum Überlebenskampf“, wendet sich Hartneid Scherer-Stieg aus Auberg in Facebook an jene Skidoo-Fahrer, die vergangenen Samstag um 16.30 Uhr querfeldein durch Auberg gefahren sind und spätabends noch zu hören waren. „Lasst den Tieren den wenigen Lebensraum, den sie noch haben. Sie können sich nicht wehren, nur sterben.“

Scherer-Stieg, der auch Jagdleiter in Auberg ist, appelliert an alle Motorschlittenfahrer: „Bitte meidet Waldränder, fahrt nicht zu jeder Tageszeit und möglichst immer die gleiche Strecke, damit sich die Tiere wenigstens daran gewöhnen können. Ruckartiger Adrenalinanstieg durch plötzliche Todesangst führt zu erhöhtem Energiebedarf, der den Tieren in dieser Jahreszeit nicht zur Verfügung steht, sodass sie am Erschöpfungstod verenden oder verhungern.“

Vorfälle häufen sich

Bezirksjägermeister Martin Eisschiel unterstützt den Appell: „Ich hoffe es kommt an die Richtigen, damit sie ihr Verhalten auch im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben überdenken.“ Derzeit häufen sich solche Vorfälle im Bezirk, weiß der Bezirksjägermeister aufgrund von Rückmeldungen. Als Biolandwirt berichtet er überdies von irreparablen Schäden in den Getreidefeldern, wie etwa beim Wintergetreide, die durch solche Fahrten verursacht werden. „Ich möchte nicht alle in Skidoo-Fahrer einen Topf werfen, aber es gibt eben auch hier schwarze Schafe."

Tierwelt wird beunruhigt

Anton Scharrer aus Pfarrkirchen, ebenfalls Jäger, kämpft schon jahrelang gegen das Skidoo-Fahren in freier Natur an. „Es ist eine ‚Vergewaltigung an der Natur‘. Hier geht es um die gesamte Tierwelt, die beunruhigt wird“, so Scharrer. Er kämpfe schon jahrelang im Gespräch mit politischen Verantwortlichen auf Landesebene „gegen diesen Unfug“. Geändert habe sich bis jetzt nichts. „Jeder erklärt sich nicht direkt zuständig“, resigniert er.

Verärgert sei Scharrer auch über touristische Bewerbungen im Internet, welche Skidoo-Fahrten durch die Mühlviertler Naturlandschaft anbieten. Ferienregion Böhmerwald-Geschäftsführer Reinhold List dazu: „Wir haben keine Ambitionen, den Skidoo-Tourismus zu forcieren. Dies ist auch im neuen Tourismuskonzept kein Thema.“ Im Vordergrund stehe der sanfte Wintertourismus. List ergänzt: „Wenn so etwas angeboten wird, handelt es sich um private Anbieter.“ 

Kennzeichenpflicht gefordert

Bezirkspolizeikommandant Martin Petermüller sagt zur Thematik: „Ein Problem ist, dass die Fahrer oft nicht identifiziert werden können, da sie einen Helm tragen und die Fahrzeuge keine Kennzeichen haben. Bei Anzeigen ist es schwierig die Verursacher auszuforschen, wenn sie nicht bekannt sind.“ Dieser Aspekt wird auch von anderen Betroffenen geteilt. Die Lösung würde eine Kennzeichenpflicht bringen. „Da sei eben der Gesetzgeber gefordert“, so der Tenor von Betroffenen.

Die gesetzliche Grundlage

  • Motorschlitten dürfen nicht auf öffentlichen Straßen gefahren werden, außer sie sind für öffentlichen Verkehr zugelassen (ist die Ausnahme).
  • Auf Privatgrundstücken dürfen Motorschlitten nur mit Einverständnis des Besitzers fahren.
  • Fahren im und durch den Wald ist nach dem Forstgesetz nicht erlaubt. Forststraßen dürfen nur mit Einverständnis des Besitzers befahren werden.
  • Bei Fahrten zur Nachtzeit ist überdies auch die Lärmerregung zu berücksichtigen. 

Auskunft: Bezirkshauptmannschaft Rohrbach

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