Tier zerfleischt
Junges Kalb wurde in St. Ulrich gerissen

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Einen schrecklichen Fund machte Fritz Breuer vergangene Woche. Als er am Montag, 19. Oktober, in der Früh nach seinen Tieren auf der Weide schauen wollte, sah er, dass ein Kalb regelrecht zerfleischt wurde.

ST. ULRICH. Fritz und Gerti Breuer züchten am „Stöcklhof“ seit 2006 Angusrinder. Die Tiere halten sich großteils auf der Weide auf. "Bisher lief alles gut, doch das änderte sich in der Nacht von Sonntag auf Montag. Als ich gesehen habe, was mit diesem Kalb passiert ist, bin ich unglaublich wütend geworden", schildert der Landwirt die Situation. Der Kieferknochen war durchgebissen und der Vorderfuß des Tieres wurde samt dem Schulterblatt herausgerissen. Wer oder was das Kalb so zugerichtet hat, weiß derzeit noch niemand. Breuer vermutet, dass ein Wolf auf der Weide war und das Tier in der Nacht gerissen hat. "Die Ergebnisse des DNA-Tests erhalten wir in ungefähr zwei Wochen, dann wissen wir mehr. Es ist mir aber egal, ob es ein Wolf war oder nicht. Das Tier, das das angerichtet hat, gehört sofort weg, denn eine Weidehaltung ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich!", sagt der Landwirt aus St. Ulrich. "So ein Vorfall darf sich auf keinen Fall wiederholen. Außerdem hätte es genauso gut ein Kind oder einen Erwachsenen treffen können. Darüber sollte man sich mal Gedanken machen."

"Brauchen den Wolf nicht"

Martin Eisschiel, Bezirksjägermeister von Rohrbach, stimmt dem Landwirt zu: "Es sieht fast so aus, als ob ein Wolf dahinter steckt. Genau sagen kann man das aber erst, wenn die Ergebnisse des DNA-Tests vorliegen." Eisschiel berichtet, dass Wölfe schon des öfteren im Bezirk Rohrbach gesichtet wurden. "Im Böhmerwald sind sie ständig unterwegs. Das belegen die Bilder der Wildkameras." Der Bezirksjäger ist selbst Landwirt und kann den Ärger des Landwirts aus St. Ulrich nachvollziehen. "Wir brauchen den Wolf nicht", sagt Eisschiel und weist darauf hin, dass Wölfe in einem Rudel unberechenbar werden können.

Alles in Einklang bringen

„Wenn die Gesellschaft den Wolf haben möchte und weiterhin eine artgerechte Weidehaltung sowie eine Almbewirtschaftung, dann muss auch die Erlegung von Wölfen akzeptiert werden", so Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ. Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert daher Weideschutzzonen, in denen Wölfe bejagt werden können, um Biodiversität, Tourismus und Landwirtschaft in Einklang zu bringen. "Die Forderung für die Wiederkehr von Wölfen kommt hauptsächlich von jenen Personen, die selbst nicht damit leben und arbeiten müssen. Sie beziehen sich auf die EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und sind der Meinung, dass der Wolf deswegen besonders schützenswert sei, weil er bisher bei uns nicht mehr heimisch war. Doch von einer bedrohten Tierart kann auf Grund der gesicherten Population in Europa mit mehr als 20.000 Exemplaren keine Rede mehr sein“, betont Langer-Weninger.

Weidehaltung ist gefährdet

Die Bauern in den betroffenen Gebieten im Norden und Süden von Oberösterreich fühlen sich in die Enge getrieben: "Sie streben zum Wohle ihrer Tiere die Weidehaltung an und sehen die Beweidung, die ein wesentlicher Bestandteil einer naturnahen Landwirtschaft ist, seit dem Auftreten des Wolfes in der Region gefährdet. Wenn unsere Bauern die Weidehaltung aufgeben müssen, bedeutet das für die Landwirtschaft Rückschritt, den Verlust von Biodiversität in der Kulturlandschaft und eine Abnahme der Lebensqualität im ländlichen Raum", ist Langer- Weninger überzeugt. Es brauche dringend ein wirksames überregionales Wolfsmanagement und eine Raumplanung mit gezielter Wolfsbewirtschaftung.

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