St. Martin
Menschen mit und ohne Betreuungsbedarf bewirtschaften Loidholdhof

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Der biodynamische Bauernhof "Loidholdhof" wird von Menschen mit und ohne Betreuungsbedarf bewirtschaftet.

BEZIRK ROHRBACH, ST. MARTIN. Der Loidholdhof in St. Martin wird anders bewirtschaftet, als es sonst üblich ist: Etwa 50 Menschen mit und ohne Betreuungsbedarf arbeiten und leben sogar teilweise am biodynamischen Bauernhof. Hier haben 26 Menschen mit Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, für ihr Leben sinnvolle Aufgaben und Tätigkeiten durchzuführen. Dabei sind alle voll ins Geschehen eingebracht.

Zahlreiche Möglichkeiten und Aufgabenfelder 

Der Hof bietet eine Fülle an unterschiedlichen Arbeitsbereichen: Auf der großen Grundstücksfläche wird großteils Getreide angebaut. Darunter sind auch besonders alte Sorten, die vielfach vermarktet werden: Purpurweizen, Goldblumenweizen und Lichtkornroggen. Neben der Landwirtschaft gibt es eine Gärtnerei, eine Tischlerei sowie eine Weberei. Glashäuser und den Freiland-Hausgarten mit Bienen gibt es ebenfalls. Eine Backstube und Küche, wo Gemüse eingekocht und Säfte hergestellt und anschließend vermarktet werden sowie der Hofladen und das Hofcafé gehören hier ebenso dazu.

Überzeugt von Arbeitsmöglichkeiten und Angeboten

"Das Hofcafé hat wochentags von 10 bis 17 Uhr für alle geöffnet. Besucher sind gerne willkommen. Hier gibt es immer Kuchen. Es kann aber auch im Hofladen eingekauft werden. Wir haben neben zahlreichen Produkten auch frisches Gemüse“, erzählt Maria Grünberger. Die 27-Jährige ist seit 2019 am Loidholdhof als Betreuerin engagiert und derzeit für das Hofcafé und den Hofladen zuständig. Sie berichtet, dass immer mehr Freiwillige im Haus arbeiten, indem sie einfach mithelfen oder ein Praktikum machen. Ein internationaler Jugendfreiwilligendienst ist ebenso möglich.

Dank einer Kooperation mit dem Stift Schlägl und der Brauerei Hofstetten wird auch am Loidholdhof mithilfe von Getreide Bier hergestellt. Durch die elf Milchkühe und die entsprechende Fütterung gibt es Heumilch und Urmilch von einer alten Rinderrasse, dem Waldviertler Blondvieh. Grünberger: „Wir haben neben den Kühen und Kälbern auch Schafe, Hühner, Katzen, Pferde und einen Esel.“

In unterschiedlichen Bereichen ausgezeichnet

Den Loidholdhof gibt es inzwischen seit 22 Jahren mit dem Verein Arbeitsgemeinschaft für anthroposophisches Heilwesen als Träger. Hofsprecher ist Achim Leibing. Der Loidholdhof trägt das Demeter-Siegel. Dieses steht für Öko-Landbau mit strengen Vorgaben und zertifiziert nach biologisch-dynamischen Richtlinien erzeugte Bio-Produkte und berücksichtigt dabei auch Nachhaltigkeitsaspekte. Ebenso zählt der Hof durch die Betreuung in umfassender Form zu den Green Care Betrieben.

Jahresfeste und Bräuche mitleben

„Auf dem Bauernhof lebte ursprünglich ein altes Pärchen ohne Kinder. Die Arbeitsgemeinschaft als Träger kaufte den Hof“, erklärt Grünberger. „Es steht sozusagen eine Elterninitiative dahinter. Dabei wollten Eltern, dass ein Ort entsteht, wo beeinträchtigte Menschen weiterlernen können und dies ist uns nach wie vor wichtig. Die Form des anthroposophischen Projektes nach Rudolf Steiner zeigt auf, wie Bildungsgemeinschaften leben können, quasi in Form einer 'Freien Akademie'. Da gibt es regelmäßig Seminare, eine Malerwerkstatt und vieles mehr. Ebenso leben wir hier auf dem Hof mit Jahresfesten und Traditionen mit!“ Der Bildungsort am Hof ist dadurch Mitglied beim EU-Erasmusprojekt. Die zweimal jährlich herausgegebene Hofzeitung „Dreiseiter news“ berichtet über Angebote und Interessantes vom Hofgeschehen und regt zum Nachdenken an.

Mehr dazu auf der Homepage des Loidholdhofs: loidholdhof.at

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