Museum des Buchdruckes droht das Aus: Gerätschaften suchen neues Zuhause

Viele alte Gerätschaften und Druckutensilien sind in dem Museum zusammengefasst.
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  • hochgeladen von Annika Höller

ROHRBACH-BERG (anh). Einst wurde die Arbeit der Setzer und Buchdrucker "Schwarze Kunst" genannt. Auch die BezirksRundschau – damals Mühlviertler Rundschau – wurde über viele Jahre hinweg Buchstabe für Buchstabe im Handsatz hergestellt. Heute hat längst der Computer die alten Verfahren und Techniken verdrängt. Es gibt aber noch einen Ort in Rohrbach-Berg, an dem man alte Setzmaschinen, Bleilettern, Papier-Schneidemaschinen, Knie-Hebelpressen oder Offsetgerätschaften bestaunen kann: im Museum des Buchdruckes im Keller des Vereins pro mente. Dieses wurde 1992 eröffnet und beinhaltet auf 100 Quadratmetern sowohl Maschinen aus den Beständen des 1988 geschlossenen Landesverlages Rohrbach, die Mitarbeiter Franz Bauer ablöste, sowie später zugekaufte wie etwa die Tigeldruckpresse. Auch Frakturschriften aus der Zeit der Monarchie liegen auf. "Es gibt einige Gustostückerl", sagt Marion Keil-Hagenauer von pro mente OÖ. Die Maschinen sind teils Eigentum von pro mente OÖ, gehören Bauer, der Stadt Rohrbach oder der Hopfenbaugenossenschaft. Unter Bauers Regiment war das Museum jahrelang geführt worden – jetzt droht ihm das Aus. Grund dafür ist der Umzug des Vereins pro mente in ein in der Berggasse entstehendes neues Gebäude. Dort werden Tagesstruktur, Freizeitclub, Beratungsstelle, Alkohol- und Wohnberatung dann gesammelt zu finden sein. Die Buchdruck-Exponate – allesamt funktionstüchtig – suchen hingegen eine neue Bleibe und einen neuen Kurator. 

Bislang noch keine Interessenten

Ziel sei es laut Marion Keil-Hagenauer jemanden zu finden, der nicht nur Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, sondern auch das Museum weiter betreut, sodass das Gesammelte als Ganzes weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. "Das Schlimmste wäre, wenn Gustostückerl herausgerissen werden würden, wenn sich beispielsweise für Einzelnes jemand findet, der Rest aber womöglich als Alteisen verschrottet wird", so Keil-Hagenauer. Bauer wäre bereit, erneut mitzuarbeiten – allerdings in einem Team, um nicht alles alleine machen zu müssen. "Bislang haben sich noch keine Interessenten gemeldet, nur Leute, die pro mente Flächen vermieten möchten, aber pro mente OÖ kann das Museum in Zukunft nicht mehr weiter betreiben."

Viele alte Gerätschaften und Druckutensilien sind in dem Museum zusammengefasst.
Unter Franz Bauers Regiment war das Museum jahrelang geführt worden – jetzt droht im das Aus.

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