Neue Hoffnung für Dewmini
Operation könnte siamesischem Zwillingsmädchen helfen

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ST. MARTIN, MÜNCHEN, SRI LANKA (anh). Es war im Jahre 2004, als der Tsunami über Sri Lanka hinweg fegte. Kaputte Häuser, arme Menschen und gebrochene Herzen waren die Folgen. Viele betroffene und hilfesuchende Menschen sind schnell in Vergessenheit geraten. Doch in Unawatuna, einer Kleinstadt im Süden, sind die Bewohner seit ein paar Jahren dennoch wieder positiv gestimmt. Zwei St. Martiner sind der Grund dafür. Margit und Dietmar Wengler engagieren sich seit 2005 ehrenamtlich auf Sri Lanka und reisen hierfür jeden Winter auf die Insel. Seither sind über Häuser entstanden, eine Armenschule am Tempelberg oder Küchen- und Badanbauten. Zwei Montessori-Armenkindergärten werden ebenfalls ausschließlich von ihnen betreut. Vor allem ist aber eines entstanden: Hoffnung in den Seelen dieser Menschen. Dass das Leben weitergeht. Dass es Gutes bringt. Und dass die Wenglers bald wiederkommen. Finanziert wird die Hilfsaktion ausschließlich durch Spendengelder und den Verkauf von Gewürzen, Tee oder selbstgemachten Keksen. Bei manchen guten Taten stoßen die Mühlviertler aber an ihre Grenzen – wie bei einem knapp vierjährigen, siamesischen Zwillingsmädchen namens Dewmini, das dringend eine Operation bräuchte. Die Wenglers zögerten trotzdem nicht lange und nahmen dieses Zusatzprojekt in Angriff, das über ein eigenes Spendenkonto abgewickelt wird. 

Kein Geld für die Operation 

Das Mädchen wurde als Baby von seiner Schwester getrennt um überhaupt eine Überlebenschance zu haben. Ihr zweites Bein ist von ihrem verstorbenen Geschwisterchen. Es ist zwar durchblutet aber nicht bewegungsfähig und der kleine Körper ist vom Brustbein abwärts deformiert. In einem öffentlichen Krankenhaus wäre man durchaus bereit gewesen, Dewmini aufzunehmen, allerdings unter einer prekären Bedingung: Die Eltern hätten das Kind dem Krankenhaus überschreiben sollen, was nichts anderes meint, als schenken. Ein weißer Arzt bot der Familie daraufhin an, eine Operation durchzuführen – allerdings ebenfalls mit einem großen Haken: Er verlang sehr viel Geld dafür. Die Eltern sahen sich dennoch gezwungen, zumindest einen Versuch zu starten, und eilten von Dorf zu Dorf, um Geld zu sammeln. "Die gesamte Situation ist einfach aussichtslos", bedauert Margit Wengler. 

Münchner Arzt will Mädchen helfen 

Doch dann kam durch einen glücklichen Zufall der Münchner Arzt Martin Motzo ins Spiel. "Motzo, der eine privatärztliche, interdisziplinäre Praxis betreibt und im Bereich Orthopädie- und Allgemeinmedizin tätig ist, teilte mir mit, dass er die Patenschaft für das Mädchen übernehmen und es auch operieren will", freut sich Wengler. Die Krankenakte wurde rasch nach Europa geschickt, Motzo begann sofort damit, ein ehrenamtliches Team auf die Beine zu stellen. Mit an Bord ist bereits Doktor Schmidt, ein Wirbelsäulenchirurg, sowie Professor Doktor Edgar Biemer, der weltweit die erste doppelte Armtransplantation durchgeführt hat. Auf der Suche ist man noch nach einem Neurochirurgen und einem Urogenitalchirurgen sowie einem geeigneten Krankenhaus – speziell im Bereich Kinderanästhesie.

Helfer brauchen finanzielle Unterstützung  

Die Operation ist schwierig, da dabei das Becken des Mädchens zu rekonstruieren, die Wirbelsäule gerade zu richten und das zusätzliche Bein miteinzubeziehen ist. Genau deswegen plädieren die Ärzte auch für ein Spital in Deutschland, das auf dem neuesten, technischen Stand ist. "Wir wissen noch nicht genau, in wie weit alles machbar ist, aber wir wollen helfen – ehrenamtlich", so Motzo. Trotzdem werden Kosten anfallen, die die Ärzte so nicht decken können, zum Beispiel die Kosten für das Krankenbett, die Flüge, die Verköstigung der Mutter vor Ort und alles, was die Nachfolge betrifft. Genau hier sind die Helfer auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Kommen genügend Spenden zusammen, so könnte man relativ zeitnah – wahrscheinlich schon 2020 – operieren und dem Mädchen ein Leben ohne extreme Einschränkungen und einen Lichtblick in die Zukunft schenken, den sie in ihrem Heimatland nicht zu erwarten hätte. Spenden können unter www.srilanka.lunart.at/ueber-uns eingereicht werden.

Mehr über den ehrenamtlichen Verein "Hilfsprojekt Sri Lanka" der Familie Wengler findet man auch unter: https://www.srilanka.lunart.at

Autor:

Annika Höller aus Rohrbach

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