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Predigt zum fünften Fastensonntag

Dechant Alfred Höfler aus dem Dekanat Altenfelden.

Dechant Alfred Höfler aus dem Dekanat Altenfelden hat seine Predigt zum fünften Fastensonntag zur Verfügung gestellt. Er ist der Stadtpfarrer von Rohrbach-Berg.

AIGEN-SCHLÄGL. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. Der Evangelist Johannes zeigt uns in der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus Jesus als den, der Leben schenkt und zum Leben erweckt (Joh 11,1-45).

Lazarus war krank geworden. Deshalb baten seine Schwestern Maria und Marta Jesus um Hilfe: „Dein Freund ist krank“. Die drei Geschwister waren mit Jesus freundschaftlich verbunden. Man hätte vermuten können, dass Jesus, als er von der Krankheit des Lazarus erfuhr, nach Betanien geeilt wäre. Stattdessen blieb er noch zwei Tage im Ostjordanland. Im Gespräch mit seinen Jüngern über das, was ihn in Jerusalem erwartet, kamen sie auch auf Lazarus zu sprechen. Jesus sagt, er sei inzwischen gestorben und er freue sich. „Denn ich will“, sagt Jesus, „dass ihr glaubt.“

Jesus macht sich dann auf den Weg nach Betanien. Lazarus lag schon vier Tage im Grab. Als Marta hört, dass Jesus gekommen war, läuft sie ihm entgegen. „Herr, wärest du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“. Aus ihr spricht Enttäuschung aber auch vertrauensvolle Erwartung: „Alles, worum du Gott bittest, wird er dir geben“. Im Gespräch führt Jesus sie zum entscheidenden Punkt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben“.

Jesus geht es nicht um ein frommes Gespräch und um ein Vertrösten aufs Jenseits. Sie sollen erkennen, dass er von Gott kommt und dass Gott durch ihn wirkt. Mit ihm ist Gott erfahrbar in dieser Welt, das Reich Gottes ist angebrochen. Er fordert die Anwesenden auf: „Nehmt den Stein weg!“ Er dankt Gott und ruft Lazarus aus dem Grab: „Lazarus, komm heraus!“

Worauf bauen wir in unserem Leben? Was bzw. wer befreit uns zum Leben besonders in schwierigen Situationen, wo wir uns verkriechen, wo wir gebunden und gefangen sind in Zwängen, wo Ängste und Verzweiflung uns einengen, wo Trauer und Hoffnungslosigkeit die Zukunft unsicher erscheinen lassen, wo Resignation uns lähmt? Hören wir den Ruf: Komm heraus! Gott will nicht den Tod, sondern das Leben.

Jesu Absicht ist: „Ich will, dass ihr glaubt“, „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“. Jesus hat Zeichen gewirkt (Heilung des Blindgeborenen, Auferweckung des Lazarus, …), um zu diesem Glauben zu führen, dass Gott mit ihm und durch ihn wirkt.

In der Fastenzeit bereiten wir uns auf das Osterfest vor, auf das Fest des Lebens.
Durch uns, Christinnen und Christen, soll heute Leben aufblühen, soll spürbar werden, dass Gottes lebensspendender Geist wirkt. Glaube muss immer auch erfahrbar sein durch das Wirken der Gläubigen. Nicht der Tod wird das Sagen haben, sondern das Leben wird siegen: wenn wir Feindschaften beenden, wenn wir Trauernden Trost spenden, Ausgegrenzten einen neuen Platz geben, Alte und Kranke nicht allein lassen, … Überall dort, wo wir Leben ermöglichen, wird Gottes Geist auch heute spürbar. So viele setzen gerade auch jetzt Zeichen des Lebens durch ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz.

Komm heraus! Ein Anruf an uns, zu leben und andere zu befreien – lebe, liebe das Leben!

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