Gewalt an Frauen
Rohrbach ist keine Insel der Seeligen

Auch im Bezirk ist Gewalt an Frauen ein Thema. Frauen sollen bereits Hilfe suchen, wenn sie erstmals Angst haben.
  • Auch im Bezirk ist Gewalt an Frauen ein Thema. Frauen sollen bereits Hilfe suchen, wenn sie erstmals Angst haben.
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  • hochgeladen von Sebastian Wallner

BEZIRK ROHRBACH. Eine regelrechte Welle von Gewalt an Frauen überrollte im Jänner und Februar Österreich. Obwohl die schweren Taten wie Morde vor allem in den Städten passieren, ist der ländliche Raum, so auch unser Bezirk, keine Insel der Seeligen wie die steigende Zahl an Beratungen im Frauennetzwerk Rohrbach zeigt.

"Finanzielle Probleme, Ängste, psychische oder körperliche Gewalt in der Familie, Doppel- oder Dreifachbelastung durch Beruf, Erziehung und Haushalt sind für viele Frauen im Bezirk Rohrbach tagtägliche Realität", erklären die Verantwortlichen des Vereins.

"In den Beratungen geht es um Bewältigung und Unterstützung bei belastenden Situationen. Es geht auch um Stabilisierung, wenn die Gesundheit bereits gelitten hat." Obwohl das Frauennetzwerk auch verschiedene Kurse und Weiterbildungen anbietet, machen die Beratungen den Großteil der Arbeit aus. Zu den 874 Einzelsitzungen kamen 2017 noch 2490 Erstkontakte per E-Mail oder Telefon, 715 persönliche Erstkontakte 62 Besuchsbegleitungen und 19 Elternberatungen. Vor allem die Einzelberatungen steigen merkbar an, wie die Statistiken des Vereins zeigen. Noch 2015 waren es "nur" 545.

Kriminalität steigt

Die Kriminalstatistik weist ebenfalls eine Steigerung, vor allem der sexuellen Gewalt aus: Im Vergleich zu 2016 gab es 2017 vier Vergewaltigungen und zwei Anzeigen wegen sexueller Nötigung mehr. In den meisten Fällen von Gewalt gegen Frauen besteht eine Beziehung zwischen dem Täter und dem Opfer. Der unsicherste Ort ist dabei ausgerechnet die Familie: Zu über 90 Prozent sind bei Gewalt im engstem Umfeld Frauen und Kinder die Opfer.

Schutzmöglichkeiten

Bei Gewaltausübung kann ein Angehöriger aus der Wohnung weggewiesen und ein Betretungsverbot ausgesprochen werden. Das Betretungsverbot gilt vorerst zwei Wochen. Wenn innerhalb der zweiwöchigen Frist bei Gericht ein Antrag auf Erlassung einer Einstweiligen Verfügung gestellt wird, endet das Betretungsverbot erst nach vier Wochen. Die Polizei muss jeden Einsatz bei Gewalt in der Familie schriftlich festhalten.

Wenn bei Gericht ein Antrag auf Erlassung einer Einstweiligen Verfügung gestellt wird, wird diese Dokumentation vom Gericht verwendet. Von der Erlassung eines Betretungsverbotes werden die Gewaltschutzzentren und wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind, das Jugendamt verständigt. Diese Vorgehensweise trat mit dem Gewaltschutzgesetz im Mai 1997 in Kraft.

Frühzeitig Hilfe suchen

Eva Schuh, Leiterin des Gewaltschutzzentrums Oberösterreich rät, es gar nicht soweit kommen zu lassen und Hilfe zu suchen: "Und zwar dann, wenn die Frau zum ersten Mal Angst verspürt oder den Eindruck hat, dass etwas nicht stimmt." Anlaufstellen seien die Polizei oder Gewaltschutzzentren. "Wir beraten auch anonym und tun nichts gegen den Willen der Betroffenen."

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