Rohrbach schlecht angebunden

Rohrbach hat 18 Zugverbindungen und 23 Buslinien, bestätigt eine VCÖ-Studie.
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BEZIRK. Rohrbach und Grieskirchen gehören zu jenen Bezirkshauptstädten, die schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt werden. Zu diesem Schluss kommt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Die Studie schlägt im Hinblick auf Mobilitätsversorgung im ländlichen Raum Alarm. "Jede dritte Bezirkshauptstadt ist schlecht mit der Bahn erreichbar. Auch das Busangebot ist vielfach mangelhaft", heißt es im Bericht. Der VCÖ fordert daher ein dichteres Bahn- und Busnetz in die Regionen mit häufigeren Verbindungen. "Zudem ist die Zersiedelung zu stoppen und Gemeindekooperationen zu stärken", sagt Christian Gratzer vom VCÖ.

Der VCÖ hat das öffentliche Verkehrsangebot von allen 76 Bezirkshauptstädten mit weniger als 60.000 Einwohnern untersucht (die großen Landeshauptstädte wurden nicht einbezogen). Die VCÖ-Studie zeigt, dass von Oberösterreichs Bezirkshauptstädten Wels die meisten Bahnverbindungen pro Tag aufweist (224), gefolgt von Vöcklabruck (89), Ried (62), Braunau (60) und Steyr (55). Wels zählt zu Österreichs Bezirkshauptstädten, die am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Österreichweit sind die Unterschiede zwischen den Bezirkshauptstädten sehr groß. Sechs Bezirkshauptsstädte haben keine Bahnverbindung. Zehn Städte verfügen über weniger als 30 Bahnverbindungen pro Tag. 29 der 76 Bezirkshauptstädte haben keinen städtischen öffentlichen Verkehr. Dazu gehört auch Rohrbach mit 18 Zugverbindungen pro Tag und 23 Buslinien-Anbindungen sowie elf Haltestellen.

"Die Mobilität im ländlichen Raum ist von Auto-Abhängigkeit geprägt. Aufgrund von Zersiedelung, fehlender Nahversorgung und mangelnden Arbeitsplätzen müssen längere Distanzen zurückgelegt werden. Gleichzeitig ist das Angebot des Öffentlichen Verkehrs häufig mangelhaft", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer. 4,8 Millionen Menschen leben in ländlichen Regionen. Je geringer die Siedlungsdichte, umso höher ist die Abhängigkeit vom Auto. In Gemeinden mit geringer Siedlungsdichte fahren 45 Prozent täglich mit dem Auto, in Orten mit hoher Siedlungsdichte sind es nur 27 Prozent. Dagegen fährt in dicht besiedelten Gebieten jeder Dritte täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in dünn besiedelten Regionen nur eine von 15 Personen. Die Bezirkshauptstädte spielen als regionale Zentren eine große Rolle. Studien belegen, dass Pendeln Stress verursacht und die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigt. "Deshalb ist es wichtig, Unternehmensansiedlungen in der Region zu fördern und darauf zu achten, dass die Betriebe gut mit Bahn oder Bus erreichbar sind. Das verringert die Kosten für die Beschäftigten. Denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit zu fahren ist deutlich günstiger als das Auto zu nehmen", betont VCÖ-Experte Gansterer. Bei Vollkosten ist das Auto für Pendler je nach Distanz um das vier- bis siebenfache teurer als der Öffentliche Verkehr.

Welches Mobilitätsangebot für Jugendliche wichtig ist
Das schlechte Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln führt zur Abhängigkeit der Jugendlichen vom Auto. Eine Abhängigkeit die teuer ist und oft zur Verschuldung führt. Der Autokauf ist mit 52 Prozent die häufigste Ursache für Verschuldung Jugendlicher. In den Bundesländern gibt es zunehmend vergünstigte Jugendtickets für den Öffentlichen Verkehr. "Die Ausweitung der Jugendtickets auf ganz Österreich sollte noch von der jetzigen Regierung in die Wege geleitet werden. Gleichzeitig ist das Angebot an Verbindungen massiv zu verbessern. Der günstigste Tarif nutzt nichts, wenn kein Bus oder Zug fährt", betont VCÖ-Experte Gansterer. Neben der Ausweitung des Öffi-Angebots und der Modernisierung der Regionalbahnen soll es auch mehr Nachttaxis und Discobusse in den Regionen geben.

"Die Politik der Zersiedelung und Betriebsansiedelungen auf der Grünen Wiese haben die heutigen Problemen der Gemeinden und Regionen mitverursacht", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Der VCÖ fordert eine grundlegende Reform der Raumordnung. Die Zersiedelung ist zu stoppen, stattdessen sind kompakte Siedlungsstrukturen zu forcieren. Zentral ist zudem die Förderung von Gemeindekooperationen. "Die kommende Bundesregierung sollte gemeinsam mit Ländern und Gemeindevertretern einen Masterplan "Regionale Mobilität" schaffen. Denn ohne grundlegende Änderung werden zahlreiche Menschen am Land von Mobilitätsarmut betroffen sein", warnt VCÖ-Experte Gansterer.

Autor:

Karin Bayr aus Rohrbach

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