Sanierungsprojekt im Selbstversuch
Verjüngungskur für Ulrichsberger Altbau

Das alte Juwel wurde aus dem Dornröschen-Schlaf erweckt.
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  • Das alte Juwel wurde aus dem Dornröschen-Schlaf erweckt.
  • Foto: Foto: GHT-Plan
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ULRICHSBERG, ST. MARTIN. Neu zu bauen erfreut sich großer Beliebtheit – gleichzeitig stehen zahlreiche alte Gebäude leer, die jedoch mit kluger Planung und fachkundiger Ausführung aus ihrem Dornröschen-Schlaf erweckt werden können. Ein solches Altbau-Sanierungsprojekt hat die Firma GHT Architektur und Baumanagement aus St. Martin nun im Selbstversuch in Angriff genommen.

Viele leerstehende Gebäude verfallen


Pro Tag werden 30 Fußballfelder in Österreich versiegelt, gleichzeitig bleiben immer mehr leerstehende Gebäude dem Verfall überlassen“, sagt Architekt und Geschäftsführer Gerald Höllinger. Einer der häufigsten Gründe dafür ist wohl, dass es vielen einfacher erscheint, etwas neu zu planen als Altes, Bestehendes zu analysieren und umzugestalten. Auch wird neuen Baustoffen, beispielsweise modernen Möglichkeiten zur Dämmung, eher vertraut und darauf zurückgegriffen, das Wissen um eine fachgerechte Sanierung und die Verwendung alter Materialien geht damit nach und nach verloren. Darüber hinaus ist auch der Gedanke vorherrschend, dass es günstiger sei, ein Haus neu zu bauen als alte Substanz zu verbessern. „Das ist nicht per se falsch“, so Höllinger, „aber mit einer geschickten Planung lässt sich das leicht herausfinden.“

Haus aus dem Jahre 1600 aufpoliert

Daher wagte das Unternehmen den Selbstversuch. Das Objekt: Ein im Jahr 1600 erbautes und mittlerweile heruntergekommenes Haus ohne Garten im Ortszentrum vom Ulrichsberg. Mit einem Minibudget und viel Handarbeit wurde dieses alte Juwel aufpoliert. Innerhalb von fünf Monaten Bauzeit wurden nach und nach der zweieinhalb-geschossige Stadl abgerissen und ein kleiner Garten geschaffen, das Ober- vom Erdgeschoss getrennt, um zwei separate Wohnungen zu erhalten, Wände im Sinne einer funktionalen Raumaufteilung entfernt und versetzt, die alte Raumhöhe von weniger als 2,30 Metern im Erdgeschoss erhöht sowie neue Heizungs- und Elektroinstallationen angebracht. Um den historischen Charme des Gebäudes zu unterstreichen, wurden die neuen Böden und Fliesen bewusst in einer passenden Altbauoptik gewählt.

Kleines Investment von 70.000 Euro

Mit einem vergleichsweise geringen Investment von 70.000 Euro wurden nun die beiden Wohnungen in dem sanierten Mietshaus fertiggestellt und das Projektziel – ein präsentables Sanierungsprojekt umzusetzen, das nicht Geld kostet, sondern Geld verdient – zur Freude von GHT Plan erreicht. Höllinger meint: „Wichtig ist, dass man nicht gegen die Substanz plant – ein altes Haus hat eben seine Ecken und Kanten. Früher waren Häuser nicht ganz dicht, dafür gab es aber auch keine Schimmelbildung. Häuser waren nicht in Styropor eingepackt und man hatte dadurch höhere Heizkosten, dafür war das Klima in einem alten Stein-/Lehm-Haus aber viel besser, weil die Wände zur Raumklimaregulierung beitrugen.“ In der Region gäbe es genug Objekte, denen mit diesem Wissen neues Leben eingehaucht werden könnte.

Das alte Juwel wurde aus dem Dornröschen-Schlaf erweckt.
So sah das Objekt vorher aus.
Autor:

Annika Höller aus Rohrbach

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