Sarleinsbacherin wanderte aus
Vom Mühlviertel in die Vereinigten Staaten

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SALEINSBACH, USA (gawe). Adelheid Strasser aus Sarleinsbach wanderte wegen der Liebe in die Vereinigten Staaten aus: „Nach der Hauptschule in Sarleinsbach habe ich am Gymnasium in der Stifterstraße in Linz maturiert.“ Als sie knapp an einer Auszeichnung vorbeigeschrammt war, gönnte sie sich ein Au-Pair-Auslandsjahr in Kalifornien, in der Nähe von Los Angeles.

„Ich wollte eigentlich nie auswandern“

Dort hat das Schicksal seine Weichen gestellt: „Ich bin ihm drein gerannt“, schildert die 40-Jährige, wie sie Adrian Otterman kennen gelernt hat. „Ich habe mit einer Freundin in einem Beisl Billard gespielt. Er war dabei. Hier hat es gefunkt: "Er war 24 Jahr alt und der Typ zum Heiraten“. Später haben sie einige Male telefoniert. In Wien hat Strasser dann zwei Semester Mikrobiologie studiert. Nach einigem Briefkontakt besuchte Adrian dann Heidi in Wien. Zur Sache ging es dann bei einem Wochenendausflug nach Paris: „Er hatte die Verlobungsringe aus den USA bereits mit. Am Valentinstag gingen wir bei Sonnenaufgang zum Triumphbogen spazieren. Dort fragte er mich“, erzählt sie, als sie momentan komplett überwältigt war. Schließlich bedeutet dies auch: Du musst deine Familie verlassen und das Studium beenden. Nach einer Nachdenkphase, in der sie Paris abgeklappert und auch die Zukunft, inklusive Familienplanung, besprochen hatten sagte sie schließlich: „Warum nicht.“ Als damals Zwanzigjährige war ihr auch noch wichtig: „Wie bringen wir das unserer Familie bei?“

Ins Ungewisse gehen - Schwerer Abschied von daheim

„Einen gewissen Mut brauchst du, um die Sicherheit der Heimat für immer zu verlassen.“ Der Abschied von ihrer Familie mit ihren fünf Geschwistern war nicht leicht. Besonders ihre Mutter sorgte sich etwas. “Sie hat mit aber auch nicht festgehalten und meinte: Wenn du glücklich bist, dann passt das“, erinnert sie sich noch an die Worte: „Dann heirats’t ummi“. Inzwischen wohnt sie in einem Ort namens Barre, in Vermont/New England, drei Autostunden nördlich von New York und wiederum 7,5 Flugstunden von München entfernt. In einem allein stehendem Haus mit vier Hektar Grund außerhalb des Ortes, lebt sie wieder in der Einschicht. Einmal wöchentlich hält sie telefonischen Kontakt mit der Mutter im Mühlviertel.

Vernetzt - Besondere Interessen der Kinder gefördert

Nachdem Adrian noch Jus studierte, arbeitete sie anfangs bei einem Zahnarzt als Assistentin. Inzwischen ist Heidi „home school Lehrerin“ und unterrichtet ihre Kinder Ellen (16 Jahre) und Lukas (13) selbst, zum Teil aber auch mit Hilfe einer CD. Die Kinder werden dreisprachig erzogen: Englisch, Deutsch und Mühlviertlerisch. Außerdem ist sie im Vorsitz einer Hausunterrichtsgruppe tätig und organisiert Chor- und Theaterveranstaltungen. Die Kinder schrieben auch schon ein Drehbuch, fertigten die Kostüme an, und drehten einen Film – „little Hollywood“ daheim“. Oder sie spielten mit dem Vater Adrian, der Rechtsanwalt ist, eine Verhandlung. Wichtig ist ihr: „Wir lernen nicht für einen Test, sondern für des Leben. Die Kinder sollen selbständig sein und selbst ihren Weg im Leben finden. Ich fühle mich erfolgreich, dass wir eine intakte Familie haben. Die Kinder gedeihen und sind zufrieden. Ich habe den Druck abgelegt, immer mehr haben zu müssen.“

Erinnerung an ihre Hauptschulzeit

„Das österreichische Bildungssystem ist vielfältig. Du lernst von vielen Sachen ein bisschen etwas. Das macht eine gerundete Persönlichkeit aus und hat mir in vielen Situationen geholfen“, erinnert sie sich noch besonders gerne an ihre Lehrerin Gerlinde Hofer. Diese hat in der Hauptschule ihres Heimatortes ihre positive Einstellung geprägt: „Sie hat mich immer ermutigt und mir gut zugeredet. In ihrer herzlichen Art, immer mit einem Lächeln, hat sie zwar viel erwartet, sie hat uns Schülern aber auch viel zurückgegeben. Zum Schulschluss hat sie jedem Schüler eine Karte geschrieben und ihnen mitgeteilt, was sie an ihnen besonders schätzt.“

Etwas Heimweh am Beginn

Anfangs ging ihr besonders das Sauerteig- Roggenbrot, gebacken von der Mutter in Schwand, ziemlich ab. Inzwischen hat sie aber gelernt, es mit daheim gemahlenem Mehl, selbst zu backen. Eine gewisse Abenteuerlust verspürte sie immer schon in sich. Sie reiste gerne und war neugierig auch neue Sachen. "Du musst nicht nur in dem vorgegebenen Rahmen, in eingefahren Bahnen, denken und leben, sondern sollst auch mutig sein, etwas Neues zu probieren. Du musst dich nicht immer an andere anpassen. Jeder kann so sein, wie er sein will", sagt sie.

Fotos: gawe

Autor:

Werner Gattermayer aus Rohrbach

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