Corona-Virus
Wenglers sind noch in Sri Lanka: "Stehen alleine im Regen da"

Diemtar und Margit Wengler sitzen in Sri Lanka fest.
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"Seit einer Woche geht das Heimreise Problem hin und her. Die Situation ändert sich fast stündlich", erzählt Margit Wengler, die mit ihrem Mann Dietmar in Sri Lanka festsitzt.

BEZIRK ROHRBACH, SRI LANKA. Die beiden engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich auf Sri Lanka. Seit Anfang Jänner waren sie wieder unterwegs, um dort den Menschen zu helfen. Nun sitzen sie aber fest. Mit dem Außenministerium hatten die St. Martiner bereits Konakt: "Das kannst du vergessen. Es sind so viele Österreicher zum Heimholen. Wir bekamen nicht mal eine Antwort. Ich bin schon etwas traurig, weil uns niemand, wirklich gar niemand von der Öffentlichkeit hilft, heimzukommen." Dass sie die zehn Wochen in Sri Lanka keinen Urlaub machten, interessiere niemanden in dieser Situation. "Da steht man echt allein im Regen da."

"Alle sind restlos überfordert"

Der Rückflug ist für Freitag, 20. März mit der Swiss Air von Colombo nach Zürich und weiter nach Wien gebucht. "In der Schweiz sind ja so viele Corona-Fälle. Wir wissen gar nicht wie das mit dem Zug in der Nacht klappen soll", sagen die St. Martiner etwas bedrückt. Seitens der Swiss Air wissen sie, dass der Flug von Zürich nach Wien gestrichen wurde. "Der Flughafen in Colombo ist zwar für alle Einreisenden komplett gesperrt, aber scheinbar dürfen jetzt doch leere Maschinen kommen um die Passagiere zu holen. Wir hoffen ,dass sich die Lage bis morgen nicht wieder geändert hat." Die Probleme gehen aber erst in Zürich los: Mit dem Zug sollen sie nach "Hoechst", Kanton St. Gallen, der direkt an der Grenze hält. "Von dort werden wir von unserem Schwiegersohn Bernhard abgeholt. Da Tirol gesperrt ist, braucht er dafür eine Ausnahmegenehmigung. Es sind einfach alle restlos überfordert mit dieser Situation und keiner hilft einem. Das wird eine abenteuerliche Heimreise", erklären die Wenglers und ergänzen: "Der nette Sekretär von der Sri Lanka Botschaft in Wien ist der einzige, der sich um uns kümmert und uns am Laufenden hält."

Lage verändert sich auch in Sri Lanka

Da sich die Lage in Sri Lanka ebenfalls verändert, sind sie froh, wenn sie am Freitag wieder nach Hause fliegen können. "Die Fälle steigen jetzt rasant an und bei dieser Regierung und der medizinischen Versorgung ist es uns auch zu unsicher." Die Einheimischen werden ziemlich nervös. "Sie sehen in jedem Weißen das Corona-Virus, da es ja offiziell von einem Italiener 'eingeschleppt' wurde. Wir hätten diesbezüglich sicher keine Probleme, weil wir ja zu ihnen gehören." Die Landsleute werden über Telefon und Fernsehen auf die jetzige Situation und die erhöhten Hygienemaßnahmen informiert. Schulen wurden ebenfalls schon geschlossen. "Wir wissen erst konkret am Abend, ob uns die Maschine aus Zürich holt. Erst wenn sie dort gestartet ist, ist es fix, dass wir heim dürfen."

"Es kommt anders, als man denkt"

"Wir hätten noch immer genug Arbeit, aber prinzipiell wollte ich die letzten Tage nutzen um ein bisschen abzuschalten, aufzutanken, vielleicht sogar ein Buch lesen. Es kommt manchmal anders als man denkt", sagt Margit. Eine Visumverlängerung wäre für die St. Martiner kein Problem gewesen. "Die Spendengelder sind aber schon aufgebraucht, besser gesagt überzogen. Ich habe deshalb von meinem Privatkonto schon einiges abgehoben." Da sich die Wenglers selbst versorgen, brauchen sie für Essen und Getränke fast kein Geld. "Hier erkennt man erst, was man für das tägliche Leben braucht, und was nicht so wichtig ist", erklären die ehrenamtlichen Helfer.

Autor:

Sarah Schütz aus Rohrbach

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