Dreiländer-Infrastrukturverein
"Zusammenrücken der Nachbarn" durch bessere Infrastruktur

Der Dreiländer-Infrastrukturverein setzt sich bereits seit 2001 für die Mühlkreisbahn ein.
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  • Foto: ÖBB Laresser
  • hochgeladen von Nina Meißl

In der Vollversammlung des Dreiländer-Infrastrukturvereins Anfang Juli wurden verschiedenste Projekte, von der Mühlkreisbahn bis zur Böhmerwaldrundbahn, besprochen. Auch der Vorstand wurde neu gewählt.

BEZIRK ROHRBACH. Gemeinden aus dem Mühlviertel, aus Südböhmen und aus Bayern haben sich im Dreiländer-Infrastrukturverein zusammengeschlossen, um gemeinsam die Infrastruktur in der Dreiländer-Region zu verbessern. Nachdem die eigentlich für Februar geplante Vollversammlung zweimal verschoben werden musste, konnte sie nun in Oberplan (CZ) stattfinden. Dabei wurde auch der Vorstand rund um Walter Höllhuber neu gewählt. Unter seinen Stellvertretern befinden sich neben Kollegen aus Deutschland und Tschechien auch Bernhard Hain, Bürgermeister von Schwarzenberg, und Wilfried Kellermann, Bürgermeister von Ulrichsberg. Höllhuber sieht seine Rolle als Vermittler zwischen der ansässigen Bevölkerung sowie Politik und Verwaltung, um diese in ihrer Arbeit zu unterstützen. Diese Rolle will er auch in Zukunft ausüben.

Bürgermeister arbeiten zusammen

Die weitere Versammlung nutzte Obmann Walter Höllhuber daher unter anderem, um wichtige Infrastrukturprojekte mit Ivana Cervenkova, der tschechischen Botschafterin in Österreich, zu besprechen. Cervenkova ist selbst viel im grenzüberschreitenden Raum tätig und freut sich über die bestehenden, attraktiven Angebote. Allerdings sieht sie selbst noch Verbesserungspotenzial. Sie berichtet auch über aktuelle Interreg-Projekte. Vier Besprechungsseminare seien demnach in Vorbereitung. Mit den Bürgermeistern der Grenzregionen sollen Themen wie Wasser, Umwelt und Abfall behandelt werden. Ein Termin in Znaim, der das Thema Wasser behandeln soll, ist bereits angedacht. Es werden auch innovative Lösungen gesucht, die den Bereich Infrastruktur betreffen. Die Botschafterin sprach hierzu eine Einladung für kommendes Jahr aus.

Aktuelle Bahnprojekte

Ebenfalls im Fokus des Treffens standen verschiedene Bahnprojekte. So zeigte Höllhuber den Zusammenhang zwischen den Projekten Mühlkreisbahn, Böhmerwaldrundbahn (Linz – Wels – Passau – Haidmühle – Budweis – Linz), der Ilztalbahn und der Gondelbahn auf den Reischlberg auf. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und den Nachbarstaaten. Ein Hauptziel des Vereins ist „ein engeres Zusammenrücken der Nachbarn“ und das gehe ohne  Verbesserung der Infrastruktur nicht.

Gerald Eigl, stellvertretend für Landesrat Günther Steinkellner bei der Vollversammlung zu Gast, präsentierte Details zu den geplanten S-Bahn-Projekten im Mühlviertel. Geplant ist, zwei zusätzliche S-Bahnen zu schaffen – die S6 Mühlkreisbahn von Kleinzell bis Linz-Urfahr und die S7 von Gallneukirchen bis Urfahr, wo die beiden Bahnen zusammengeführt werden und weiter zum Linzer Hauptbahnhof verkehren. Von den Fahrgästen werden S-Bahnen gut angenommen, was Eigl auch mit steigenden Fahrgastzahlen belegen konnte. Im Bereich Mühlkreisbahn wurden Langsamfahrstellen bereits saniert und Taktlücken vor Beginn der Gartenschau 2019 geschlossen.
Die Fahrzeugbeschaffung für diese Bahnen wird über eine Einkaufsgemeinschaft mit deutschem Unternehmen abgewickelt, dadurch sind große Kostenersparnisse möglich.

Ziele für 2020

Für das laufende Jahr hat sich der Dreiländer-Infrastrukturverein einige Ziele gesteckt. Einsetzen will sich das Team für die Schischaukel und die Umfahrung Nova Pec, die vierte Donaubrücke in Linz, die Mühlkreisbahn (Normalspur) von Aigen-Schlägl bis zum Linzer Hauptbahnhof, die Umfahrung Passau Nord, den Regelbetrieb der Ilztalbahn, die Böhmerwaldrundbahn, den Pumpspeicher Riedl und die Borkenkäferbekämpfung. Negativ eingestellt ist der Verein zum Thema Windräder, zum geplanten "Grünen Band" durch Europa (Naturschutzgebiet), zu Wildtierkorridoren für Luchs, Wolf und Co, zur Wildnisrückkehr sowie zur Finanzierung von tschechischen und oberösterreichischen Anti-Atom-Vereinen durch das Land OÖ.

Beim "Grünen Band" stehen der Bevölkerung laut Höllhuber weitere Einschränkungen bevor. Der Verein kämpft vehement gegen ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet quer durch Europa an. Eine für April vorgesehene internationale Konferenz in Aigen-Schlägl zur weiteren Verdichtung des Grünen Bandes unter dem Motto "Dare to connect" musste demnach im April wegen Corona verschoben werden. Erfolge kann der Verein hingegen mit dem Projekt einer Drei-Länder-Rundbahn zwischen den Städten Passau, Budweis, Linz und Wels verbuchen. Der Verein setzt sich seit mehreren Jahren dafür ein, da ein solches Projekt für die gesamte Region zwischen Donau und Moldau von großer Bedeutung sei. Das Projekt stößt laut Höllhuber auf immer breitere Zustimmung: "Es hat sich als richtig herausgestellt, dass wir unser Projekt für eine Böhmerwaldrundbahn über die Donau hinweg erweitert haben und die Mühlkreisbahn als Diagonale integriert ist."

In puncto Windrädern am Böhmerwaldkamm sieht Höllhuber derzeit "keine Gefahr". In keinem der drei Länder gibt es demnach entsprechende Anträge. "Sollte sich hier etwas ändern, stehen wir sofort für Gegenmaßnahmen bereit." Ruhig sei es auch um die vier geplanten großen Windräder in Hauzenberg geworden. Bei einer öffentlichen Diskussion habe sich herausgestellt, dass noch viele Fragen offen seien, auch hat sich mittlerweile eine zweite Bürgerinitiative gegründet.


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