Erfolgreiche Rennsaison
Roland Luger – Histo Cup: Fünf Siege bei sechs Rennen

Rolli und  der „beleidigte“ Reifenstapel
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LEMBACH (gawe). Nach dem er den Motor seines Opel Omega voriges Jahr einige zusätzliche PS entlockt hatte, kehrte Roland Luger nach viel "Schrauferei" erst verspätet auf die Rennstrecken zurück. Bei den ersten zwei Rennläufen im Histo Cup am Slovakiaring im August zeigte sich aber: „Jede Menge Sorgen mit dem neuen Motor.“ Anfangs wollte Luger nach dem ersten Training bereits zusammenpacken und heimfahren. Eine Blitzidee, wie er das Problem mit dem Öldruck seines Sechszylinders lösen könnte, brachte dann die Bestzeit im ersten Quali-Lauf. Im Rennen gab er seinem 500 PS Geschoß dann so richtig die Sporen: Platz eins zeigte die Anzeigetafel am Schluss. Genauso ging es in dieser Tonart am Sonntag weiter.

Heiße Runden

Beim nächsten Rennen am Salzburgring durfte dann Lebensgefährtin „Angi“ beim freien Training am „heißen Beifahrersitz“ Platz nehmen. Beim ersten Mal war dies ein besonderes Erlebnis: Sie wusste vorher nicht, dass das Auspuffrohr des Sechszylinders direkt unter dem Fußbereich beim Beifahrersitz durchläuft. „Das war richtig geil. Ich dachte, die Sohle schmilzt mir weg und musste die Füße anheben“ erzählt sie von einer wahrhaft „heißen Runde“. Nach Trainingsbestzeit sahen die Konkurrenten dann auch bei zwei Rennläufen in der Klasse Youngtimer 3.500 – 4.000 ccm nur noch den Auspuff des Opel Omega. „Eingangs der Fahrerlagerkurve bist du mit 270 km/h unterwegs. Hier lange am Gas zu bleiben, bringt Sekunden. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.“ beschreibt der MSC Rottenegg Fahrer seinen wilden Ritt auf der letzen Rille zum Sieg.

Unterwegs im Grenzbereich

„Rennfahren ist ein körperlich und geistig anstrengender Sport. Jede Zehntelsekunde musst du genau wissen, was du tust, sonst ist es nicht sicher, ob es dich nach der nächsten Kurve noch gibt“, schildert der gelernte Starkstrommonteur die Eigenheiten seines Hobbys. "Um Spitzenplätze zu erreichen fährst Du immer am Limit – deshalb heißt es ja Rennfahren und nicht Kaffeefahrt. Auf der Rennstrecke muss jeder sein Hirn einschalten, eine Wildsau ist kein guter Rennfahrer".

Sieg oder Ausfall

„Wenn ich starte, will ich auch gewinnen. Vor dem Start gehe ich alle kritischen Stellen noch einmal durch. Wo kann ich riskieren, wo könnte es gefährlich werden. Lieber falle ich als Führender aus, wie als 'Hintennachifahrer' ins Ziel zu kommen“, grinst der Tourenwagenpilot. Begonnen hat alles 1985 mit einem schmalbrüstigen Mini Cooper mit 34 PS. Nachdem er zwei Jahre lang beim Salzkammergut Eisslalom Cup alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab, strebte das Talent hinter dem Lenkrad höhere Weihen an. „Durch Zufall habe ich diesen ex DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) Omega gefunden. Davon wurden nur insgesamt 14 Stück gebaut. Ersatzteile gibt’s keine mehr“, erzählt der 53-Jährige davon, dass er die Teile für sein Renngerät selbst anfertigen muss: „Es ist ein gutes Gefühl, dass das, was man selber „zusammengeschrauft“ hat, auch funktioniert. Ich habe Vertrauen zur Technik, die ich selbst hergestellt habe.“ 

Fortbewegung der flotten Art

Ein Tritt aufs Gaspedal: 500 Gäule erwachen zum Leben, dampfen mit glühenden Hufen los und sorgen für heftigen Vortrieb. Ein Katapultstart, wie auf einem Flugzeugträger also. Schier endlose 9,63 Sekunden brauche Usain Bolt bei den Olympischen Spielen in London für 100 Meter. „Rolli“ und sein Omega schaffen dieselbe Distanz in fünf Sekunden. Nach zehn Sekunden rauscht der Asphalt mit 200 km/h unter der Bodenplatte durch. 270 Kilometer am Tacho (Salzburgring) bringen schließlich das Benzin im Blut zum Kochen. Einsatz bis zu „geht nicht mehr“ ist gefragt. Bei einigen Rennen ist dem Angestellten der Energie AG allerdings auch schon der Asphalt zuwenig geworden

Flott oder Schrott

„Mit einem hinterradgetriebenen Auto die Allradler zu ärgern ist ein befriedigendes Gefühl“. Nicht immer gelingt das: „Mit 230 km/h habe ich nach einem Lenkungsdefekt die Rennstrecke in Monza in der Curva Grande verlassen und bin in einen Reifenstapel gekracht.“ Ebenfalls geendet hat der Vorwärtsdrang beim Bergrennen in St Agatha nach einem wilde Ritt an einer Gartenmauer. Zum Glück endeten seine schlimmsten Unfälle ohne Verletzungen. Ebenfalls ganz oben am Stockerl nahm der Gaspedal Artist beim Saisonfinale am Red Bull Ring im ersten Lauf des Vollgas Spektakels Platz. Beim zweiten Heat zeigte eine gerissene Antriebswelle, dass soviel Kraft vom Motor zu den Rädern zu übertragen doch nicht so einfach ist. Trotzdem meint er: „Fünf Siege bei sechs Rennen sind viel Motivation für die Saison 2020, die jetzt beginnt“.

Fotos: gawe

Autor:

Werner Gattermayer aus Rohrbach

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