Konflikt
Biohof Kleebauer sperrt zu – Verpächter: "Betreiber kündigten selbst"

Der Kleebauerhof in Altenfelden.
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Großes Echo hat der Bericht über das Zusperren des Biohofes Kleebauer in Altenfelden hervorgerufen. Nun hat sich der Verpächter zu Wort gemeldet. Er widerspricht der Darstellung der Betreiber zur Verlängerung des Pachtverhältnisses.

ALTENFELDEN. "Liebe Kunden, Freunde, Unterstützer, Kollegen und Interessierte am Biohof Kleebauer. Wir müssen euch leider mitteilen, dass wir schweren Herzens den Biohof und das Biohotel Kleebauer nun endgültig schließen müssen", schreibt Michael Schmid in einer Aussendung. Da der wirtschaftliche Schwerpunkt des Unternehmens im touristischen und gastronomischen Bereich lag, setzte die Stornowelle bei Buchungen und Veranstaltungen im Zuge der Corona-Krise dem Unternehmen sehr stark zu. In der Aussendung von Schmid heißt es weiter: "Das endgültige 'Aus' war besiegelt, als der Verpächter die mündlich zugesagte Pachtverlängerung plötzlich am 7. Juli widerrief und wir somit bis zum 31. August das Objekt räumen müssen."

Verpächter: Betreiber hat selbst Ende 2019 gekündigt

Der Darstellung von Michael Schmid widerspricht Wolfgang Merkinger, Eigentümer des Kleebauerhofes: „Herr Schmid hat selbst am 16. Dezember 2019 das Pachtverhältnis gekündigt und hätte mit entsprechender Kündigungsfrist per 30. Juni 2020 aus dem Hof raus müssen.“ Der Pächter habe gebeten, noch bis Juli oder August am Hof bleiben zu können, um für die Kühe eine Lösung zu finden. „Ich habe Herrn Schmid sogar den Vorschlag gemacht, ihm den Hof ein Jahr lang pachtfrei zu überlassen – von Juli 2020 bis Juni 2021. Für die Zeit danach habe ich ihm einen Vertrag mit niedrigerer Pacht angeboten. Bedingung dafür war jedoch, dass er die alten Außenstände bis 30. 6. 2020 bezahlt. Trotz Zusage wurde dies nicht eingehalten. Herr Schmid stellte inakzeptable Forderungen für das Pachtverhältnis auf, sodass die Verhandlungen über die Verlängerung scheiterten. Dennoch gebe ich ihm der Tiere zuliebe noch bis Ende August, den Hof zu räumen.“

Kleebauers bedanken sich bei den Kunden

Um das Übersiedeln bewerkstelligen zu können, müssen Schmid und Mittermayr alle gebuchten Veranstaltungen im August absagen. Die vorerst letzten offenen Grillkurse finden noch am 19. und 25. Juli statt, bei denen auch noch Gutscheine, welche auch am neuen Standort weiterhin gültig sind, eingelöst werden können.
"Wir bedanken uns ganz besonders bei unseren treuen Kunden und den vielen Unterstützern dieses 'Farm to table' Projektes. Die Kombination aus Hotel, Veranstaltungsstätte, Gastronomie, Grillschule, Kosmetikerzeugung, Hofladen und naturverträglicher Landwirtschaft war schon sehr einzigartig", erklärt Schmid. Als Schau- und Erlebnisbetrieb war das Unternehmen auch ein touristisches Aushängeschild für das Mühhlviertel. "Es war in den zweieinhalb Jahren immer eine Freude die vielen Gäste zu bewirten, zu beherbergen und zu unterhalten und dabei die Gedanken über biologische Landwirtschaft, ethische Tierhaltung, Ganztierverwertung, gesunde Ernährung und Hautpflege, aber auch einfach Spaß und gute Laune an einem herrlichen Ort in uralten Gemäuern zu verbreiten."

Suche nach landwirtschaftlichem Betrieb

Wie es nun weitergeht, wissen die beiden noch nicht. Ein Weg zurück zur „Casa Blanca“ in Niederwaldkirchen ist mit der Grillschule, der Kosmetikproduktion, den kleineren Veranstaltungen und Seminaren denkbar. "Aber dabei bleiben unsere wunderschönen und stolzen Hinterwälder Rinder auf der Strecke, denen wir ein so schönes und freies Leben ermöglicht haben. Sie alle einfach unwürdig in einen Schlachthof zu verbringen zerreißt uns das Herz. Wir suchen Menschen, die einen landwirtschaftlichen Betrieb verkaufen, verpachten oder auf Leibrente übergeben wollen und der für unser Projekt geeignet scheint. Entweder kurzfristig oder auch im nächsten Jahr."
Schmid und Mittermayr wollen auch weiter die Lebensmittel und Verarbeitungsprodukte produzieren können. So könne zumindest der landwirtschaftliche Teil dieses Projektes weiterleben. "Vielleicht kann dann daraus auch wieder ein touristisches Gesamtprojekt wachsen", hofft der Geschäftsführer.

Jede Information ist hilfreich

Man trage damit auch zur Erhaltung einer der ältesten und gefährdetsten Rinderrassen Mitteleuropas bei und ermögliche die Weiterführung eines Schau- und Erlebnisbetrieb mit nachhaltiger Landwirtschaft und einer positiven Werbung für die wunderschöne Region. "Wir freuen uns über Nachricht an michael@kleebauer.at oder 06643004105."

Der Kleebauerhof in Altenfelden.
Eveline Mittermayr und Michael Schmid.

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