Arbeiten im Bezirk Rohrbach
Gutes Betriebsklima zählt mehr als Gehalt

Die Beschäftigten im Bezirk sind gestiegen.
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Arbeitnehmer verzichten heutzutage lieber auf Gehalt als auf andere Leistungen im Betrieb.

BEZIRK (anh). "Millennials schätzen Jobs, in denen sie sinnvolle Tätigkeiten ausführen und sich persönlich weiterentwickeln können. Arbeiten, die flexible Arbeitszeiten und eine Work-Life-Balance ermöglichen, werden bevorzugt", heißt es in einer Studie der FH Steyr. Hierfür wurde die sogenannte "Generation Y", auch "Millennials" genannt, weil sie zwischen den frühen 1980er-Jahren und den späten 1990er-Jahren geboren wurde, befragt. "Diese Generation prägt derzeit den Arbeitsmarkt bzw. steht jetzt nach der Ausbildung in den Startlöchern für die Berufstätigkeit", erklärt Doris Steiner, AMS-Geschäftsstellenleiterin. Der Analyse zufolge, sei die Entlohnung noch immer der wesentlichste Grund, um in einem Unternehmen zu bleiben, allerdings sei sie bei weitem nicht mehr der einzige Entscheidungsfaktor. Arbeitnehmer der "Generation Y" würden demnach lieber auf einen Teil des Gehalts verzichten, als auf andere Parameter wie ein angenehmes Arbeitsklima oder andere Benefits. "Im Vergleich zu früheren Generationen werden der gute Ruf der Firma und die Sicherheit, in Krisenzeiten den Job behalten zu können, von den Jüngeren nicht mehr wertgeschätzt", heißt es weiter in der Masterthese, die Kevin Hinterreiter ausgearbeitet hat. Kein Wunder also, dass Firmen heutzutage verstärkt auf Weiterbildungsangebote, gesundheitliche Maßnahmen, Mitarbeiterfeste oder kulinarische Highlights setzen. Denn: Das Ringen um gute, künftige Mitarbeiter wird immer stärker. Viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt.

Problemkind Gastronomie

Laut Steiner besteht der größte Mangel an Fachkräften derzeit im Bereich "Beherbergung und Gastronomie". "Hier liegen uns mit Ende April 2019 insgesamt 116 Stellenangebote vor", sagt sie. "Mittlerweile zieht sich das Thema aber über viele weitere Berufe", ergänzt Klaus Grad, Leiter der Wirtschaftskammer (WKO) Rohrbach. Sehr viele Beschäftigte werden daher zum Beispiel auch im Sektor "Herstellung von Waren" (100 offene Stellenangebote) oder in den Bereichen "Bau" und "Handel" (jeweils mehr als 60 offene Stellenangebote) gesucht. "Aber auch im Gesundheits- und Sozialbereich gibt es gute Möglichkeiten für jobsuchende Menschen", so Steiner weiter. "Insbesondere der Bedarf an Lehrlingen bzw. Fachkräften mit Lehrausbildung ist hoch", betont Grad. Wichtig wäre seiner Meinung nach in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Berufsorientierung in den höheren Schulen. "Auf die Matura muss nicht zwingend ein Studium folgen. Bekanntlich schließen zirka 50 Prozent das Studium gar nicht ab", meint er. Er verweist auch auf die "Duale Akademie", jetzt mit neun Lehrberufen. Dieses Modell ermöglicht einen Lehrabschluss in verkürzter Lehrzeit sowie Zusatzqualifikationen. Es hätte sich, von Oberösterreich ausgehend, bereits auf fast alle Bundesländer ausgebreitet.

Zu viele Teilzeitkräfte

"Wichtig wäre auch bei Teilzeitkräften eine verstärkte Bereitschaft, auf mehr Stunden bzw. auf Vollzeit aufzustocken", so Grad weiter. Viele Unternehmen würden berichten, dass diese Bereitschaft hingegen oft nicht vorhanden sei.

Zur Sache

• Laut Wirtschaftskammer liegt die Zahl der Beschäftigten in Rohrbach, das sind all jene, die ihre Arbeitsstätte im Bezirk haben, bei derzeit 22.426 Personen. Die Zahlen stammen aus der letzten Analyse 2016. Sie bedeuten gegenüber dem Jahr 2011, in dem zuvor die letzte Erhebung durchgeführt worden war, eine Steigerung um 1.479 Personen. Davon entfällt rund die Hälfte auf die gewerbliche Wirtschaft.
• Die größten Veränderungen sind in folgenden Bereichen festzustellen: "Herstellung von Waren" (Handwerk, Industrie): +367, "Gesundheits- und Sozialwesen": +366, "Handel": +293, "Beherbergung und Gastronomie": +161, "Erziehung und Unterricht": -50.
• Maßnahmen: Kampagne "Mein Job Rohrbach" befindet sich bereits im 6. Jahr, Lehrlingsförderungen, "Get a job" – Infos zu Tourismusberufen in Schulen, Lehrlingsmesse: 29.11.2019, Centro.
• Das AMS unterstützt mit Förderangeboten Betriebe und Menschen bei der (Wieder-)Aufnahme einer Berufstätigkeit. Für Betriebe gibt es etwa eine Förderung beim Einstellen von Lehrlingen, die mehr Unterstützung brauchen oder von Mädchen in Mangelberufen.
• Betriebe können eine "Eingliederungsbeihilfe" beantragen, wenn sie Menschen mit bestimmten Merkmalen (z. B. höheres Alter) beschäftigen.

Die Beschäftigten im Bezirk sind gestiegen.
In der Gastronomie sind viele Stellen frei.

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