Reitinger Aigen-Schlägl
Von der Baumzucht zum Garten-Reich

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Josef Reitinger legte vor 27 Jahren den Grundstein für das Gartengestaltungs-Unternehmen. 

AIGEN-SCHLÄGL (anh). Dort meterhohe Sonnenblumen. Da eine ganze Ecke voller Tomaten. Ein paar Meter weiter Salat. Und im Schatten ein von Kürbispflanzen bevölkerter Komposthaufen. Dazwischen ein bisschen Deko. Ein altes Wagenrad voller Blumen. Ein farbenfrohes Glas-Element. Ein antiker Holzofen, aus dem das Grün hervorquillt. Wer mit Josef Reitinger durch den Lehrgarten im ehemaligen Steinbruch in Natschlag schreitet, merkt nicht nur, wie ringsherum alles blüht, sondern wie auch der Experte selbst aufblüht. Das ist seine Welt. Das ist seine Mission. Dabei hat sein Unternehmen – genau wie so manches Pflänzchen – einst klein angefangen. "Nach Jahren als Gärtner im öffentlichen Dienst, habe ich mein Wissen auf den privaten Sektor umgemünzt", sagt er. Sein Ziel schon damals: "In Gärten wieder Leben hineinzubringen – mit Bäumen, Blüten und Wasser." Das Ganze ist jetzt 27 Jahre her. Heute hat er sich in der Region mit seinem Unternehmen und seinem Erfahrungsschatz längst einen Namen gemacht. Zur anfänglichen Baumzucht hat sich nach und nach auch das Thema Boden dazugesellt. Ein Gartengestaltungs-Betrieb, eine Kompostanlage, ein Glashaus und schließlich der Lehrgarten sind entstanden.

Legere, lockere Beete

Was sich über die Jahre hinweg verändert hat? Der Fokus. "Es geht nicht mehr um bautechnische Arbeit – es wurde sowieso zu viel gegraben und betoniert –, sondern um den Bodenaufbau. Es geht zurück zu naturnahen Bepflanzungs- und Schnittmaßnahmen, zu Rasensanierungen, zu pflegeleichten Misch-Kulturen, auch zu wilden Flächen neben gepflegten. Zu Biodiversität", sagt Reitinger. Eine ökologische Bewirtschaftungsweise also. Auch unterschiedliche Lebensabschnitte der jeweiligen Gartenbesitzer spielen laut Reitinger dabei eine wichtige Rolle: "Ältere Menschen brauchen pflegeleichtere Gärten und man geht weg vom peniblen Heckenschnitt, hin zu lockeren, legeren Beeten mit Kräutern, Obst und Gemüse." Generell bedürfe es heutzutage einer anderen Sichtweise, wie man Gärten anlegt, denn Böden wären vielerorts durch extensives Rasenmähen ausgelaugt, Perma- und Kompostflächen fehlen hingegen.

Sich Gusto holen

Genau deswegen hat Reitinger den mittlerweile 5.000 Quadratmeter großen Lehrgarten geschaffen – einen "Ort der Bewusstseinsbildung", wie er sagt. Dort geht es ums Probieren, Forschen und Dokumentieren, schließlich brauchen Pflanzen heutzutage aufgrund des Klimawandels auch vielfach andere Bedingungen. Und dann geht es auch noch um die Wissensvermittlung. "Wir zeigen Leuten aller Altersgruppen, wie Pflanzen auch ohne chemische Stoffe gut wachsen können", so der Experte. Bei Führungen, Kursen und Workshops werde sichtbar, was sich dort alles bewegt. "Wir tun das auch, weil wir sehen, dass es sonst niemand macht", so Reitinger. Ein gewisser Teil der Bevölkerung würde sich für diese Art des Gartelns interessieren, allen anderen möchte er einen kleinen Schubs geben – vor allem jungen. "Es wird viel Positives geredet, aber oft fehlen die Handlungen", sagt er. Sein Team, bestehend aus ausgebildeten Fachleuten mit gutem Wissen, sei für Ratschläge jeder Art prädestiniert. Im Lehrgarten entstünde viel Gusto für diese Art zu garteln. Engerlinge sucht man dort übrigens vergeblich – auch, weil die Flächen jedes Jahr mit Kompost beschichtet werden.
Daneben hat sich vor einigen Jahren ein Eventplatz ergeben, den man sogar noch weiter ausbauen könnte. Speziell kulturell Hochwertigem und Newcomern will man dort eine Bühne bieten.

Autor:

Annika Höller aus Rohrbach

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