30.03.2017, 10:16 Uhr

„Pocket Echo“ kann Leben retten

Das LKH Rohrbach ist maßgeblich an dem in diesem Jahr gestarteten Projekt beteiligt. (Foto: Foto: Fotolia/Kzenon)

Blick ins Herz ermöglicht rasche und richtige Hilfe.

BEZIRK. Das sogenannte „Pocket Echo“ zeigt den Aufbau und die Funktion des Herzens und ergänzt damit das gute alte Stethoskop. Damit verbunden: eine viel höhere Diagnose-Genauigkeit. Das kleine, tragbare Ultraschallgerät ermöglicht es dem Arzt, bereits beim Erstkontakt einen Blick in den Brustkorb des Patienten zu werfen und durch die aussagekräftige Analyse die notwendigen Folgeuntersuchungen einzuleiten. Resultat für die Patienten: Zeitersparnis, schnelle Hilfe sowie eine effiziente Behandlung.

Umfassendere Analyse

Das „Pocket Echo“ gibt dem erstuntersuchenden Arzt eine Fülle von wichtigen Informationen über Herzfunktion, Klappen- und Herzbeutelerkrankungen bis hin zu Wasseransammlungen im Brustbereich. Das herkömmliche Stethoskop lieferte lediglich Herzgeräusche und verlangte nach weiteren Untersuchungen. „Jetzt kann wertvolle Zeit – die im Ernstfall über Leben und Tod entscheidet – gespart werden,“ erklärt Primar Anton Ebner, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am LKH Rohrbach. „Die Erstdiagnose wird damit in die Zentrale Aufnahme bzw. Notaufnahme verlagert, der Patient muss nicht erst zum Ultraschallgerät gefahren werden.“ Erfreulicherweise ist es möglich, dass dieses smarte Diagnosegerät nun rechtzeitig zum Start des „Herzinsuffizienz-Projektes“ zur Verfügung steht.

Pilotprojekt soll Herzkranken helfen

Immer mehr Personen leiden unter der Unfähigkeit des Herzens, die vom Körper benötigte Blutmenge zu befördern. Deshalb startete mit Jahresbeginn in Oberösterreich ein breit angelegtes Pilotprojekt zur Behandlung und Begleitung herzkranker Menschen. Der Titel: „Integrierte Versorgung von Patient/innen mit Herzinsuffizienz“. Das LKH Rohrbach ist hier maßgeblich eingebunden. „Konkret bedeutet dies eine Vernetzung aller beteiligten Akteure – Hausärzte, niedergelassene Kardiologen, Spitalsärzte sowie speziell geschulte Pflegekräfte arbeiten eng zusammen. Ziel ist es, dem Herzkranken bestmögliche Lebensqualität zu bieten und lange Spitalsaufenthalte zu ersparen“, erklärt Primar Ebner. Mit der kontinuierlichen ambulanten Betreuung – in Form von regelmäßigen, koordinierten Kontrollen – können Anzeichen einer möglichen Verschlechterung des Gesundheitszustands frühzeitig erkannt und entsprechende Behandlungsschritte gesetzt werden.

Evaluierung entscheidet

Neben dem Bezirk Rohrbach beteiligen sich die Regionen Linz und Linz-Land an dem bis Ende 2018 laufenden Pilotprojekt. Im zweiten Halbjahr 2018 findet eine Evaluierung statt, deren Ergebnis über eine Fortsetzung und mögliche Ausweitung des Projekts auf andere Regionen entscheidet. Die Protagonisten sind davon überzeugt, dass durch die optimierte wohnortnahe Betreuung, nicht nur eine Reduktion von Spitalseinweisungen erreicht wird, sondern auch die Bedeutung der Tätigkeit des Hausarztes und der Hauskrankenpflege gestärkt wird. Somit profitieren sowohl die betroffenen Patienten als auch die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
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