27.10.2016, 10:32 Uhr

Viele Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Der SHV vereint viele Angebote. (Foto: Foto: Fotolia/Robert Kneschke)
BEZIRK. Die meisten Menschen möchten ihren Lebensabend daheim in ihrer vertrauten Umgebung verbringen. Dank des großen Engagements der Angehörigen ist dies auch sehr oft möglich. So werden in Oberösterreich derzeit über 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen daheim von ihrer Familie betreut. Die Pflege und Betreuung eines nahen Angehörigen stellt die Angehörigen jedoch vor große Herausforderungen, denn die physische und vor allem auch psychische Belastung ist dabei oft enorm. Aus diesem Grund hatte der Sozialhilfeverband Rohrbach, mit Obfrau Wilbirg Mitterlehner an der Spitze, bereits im Jahr 2015 beschlossen, den pflegenden Angehörigen bestmögliche Hilfe und Entlastung bei der Betreuung ihrer Familienmitglieder zu bieten. Die Palette an Unterstützungen wurde nun um weitere vier Angebote erweitert:

Auflistung aller Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Die Mitarbeiter des SHV Rohrbach haben eine Auflistung aller Angebote für pflegende Angehörige erarbeitet, welche nach Themen wie „Betreuung zuhause“, „Beratung“, Mobile Therapie“, „Finanzielle Unterstützung“ etc. geordnet wurden, um eine gute Übersicht zu erhalten. Auch die zuständigen Stellen und/oder Ansprechpartner wurden ergänzt. Diese Liste wurde bereits an Ärzte, Sozialberatungsstellen, Gemeinden etc. weitergeleitet und liegt dort auf. Sie kann auch jederzeit bei der SHV-Geschäftsstelle (Rita Schlagnitweit: 07289/8851-69314) bestellt werden und steht auf der Homepage http://www.shvro.atzum Download bereit.

Demenzberatungsstelle des SHV

Weil die Anzahl der dementiell erkrankten Menschen massiv steigt, hat der SHV Rohrbach eine Demenzberatungsstelle installiert. Erste Ansprechpartnerin in Sachen Demenz ist Gerlinde Arnreiter, die kürzlich ihr Studium „Demenzstudien – Medizinisches und Soziales Management von Personen mit Demenz“ mit dem Master of Science erfolgreich abgeschlossen hat. Sie kann nun Fragen zu den Ursachen des Krankheitsbildes, diagnostische Methoden, unterschiedliche Therapieansätze sowie Fragen der Versorgung und der Kommunikation bestens beantworten.
Die Demenzberatungsstelle bietet Informationen und Tipps für Betroffene und auch deren Angehörige. Demenz kann zwar nach wie vor nicht geheilt werden, ausreichendes Wissen um die Krankheit und adäquate Unterstützungsangebote können den Alltag für alle Beteiligten aber wesentlich erleichtern.

Kinaesthetics für pflegende Angehörige – Förderung der Bewegungsfähigkeit

Menschen, die einen Angehörigen pflegen, bewältigen in ihrem Alltag große Herausforderungen. Sie helfen dem pflegebedürftigen Menschen bei der Verrichtung seiner alltäglichen Aktivitäten, wie beim Aufstehen, bei der Körperpflege, beim Ankleiden, Sich-in-den-Rollstuhl-Setzen, beim Essen usw.
Kinaesthetics geht davon aus, dass die Unterstützung eines pflegebedürftigen Menschen dann gesundheits- und entwicklungsfördernd ist, wenn er bei allen alltäglichen Aktivitäten in seinen eigenen Bewegungsmöglichkeiten, in seiner Eigenaktivität und Selbstwirksamkeit unterstützt wird. Eine Voraussetzung dafür ist die Bewegungskompetenz der pflegenden Personen. Im Programm "Kinaesthetics Pflegende Angehörige" lernen die Teilnehmer, ihre eigene Bewegungskompetenz zu entwickeln und diese zu nutzen, um ihre Angehörigen in ihrer Bewegungskompetenz zu fördern. Dies führt dazu, dass pflegende Angehörige bei ihrer Tätigkeit gezielter auf ihre eigene Gesundheit achten und pflegebedürftige Angehörige größere Eigenaktivität, Mobilität und Selbstständigkeit entwickeln können. Dadurch profitieren alle Beteiligten gleichermaßen von einer verbesserten Lebensqualität.
Geleitet wird die Kinaesthetics-Schulung von Karin Obermühlner. Sie ist ausgebildete Trainerin für Kinaesthetics 3 und Trainerin für pflegende Angehörige. Sie kann neben einer langen Berufserfahrung als Fachsozialbetreuerin Altenarbeit auch auf eine reiche Palette an Erfahrungen als Vortragende zurückgreifen.
Die Schulung findet am Samstag, 21. Jänner 2017, von 14 bis 17.30 Uhr im Bezirksalten- und Pflegeheim Rohrbach-Berg statt. Für Angehörige, deren zu pflegendes Familienmitglied Pflegegeld bezieht, übernimmt die Kosten der SHV Rohrbach, für alle anderen beträgt die Teilnahmegebühr 35 Euro. Begrenzte Teilnehmerzahl!
Anmeldung: bei der SHV-Geschäftsstelle, Rita Schlagnitweit, Tel. 07289/8851-69314, E-Mail: office@shvro.at

Das SHV-Pflegetagebuch

Die Pflege und Betreuung eines nahen Angehörigen stellt die Familie vor große Herausforderungen, weil physische und psychische Belastungen oft enorm sind. Allerdings werden diese Herausforderungen subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen. Pflegebedürftigkeit allgemein orientiert sich nicht am Schweregrad der Erkrankung, sondern am Ausmaß der benötigten Hilfe.
Das SHV-Pflegetagebuch bietet nun die Möglichkeit, auf Tagebuchseiten die täglichen Hilfestellungen zu notieren, um die tatsächlich aufgewendete Zeit und Art der Hilfe objektiv darzustellen. Durch diese detaillierte Dokumentation erhält man einen guten Überblick über die geleistete Betreuung und die dafür benötigte Zeit.
Mit dem SHV-Pflegetagebuch können eine Woche lang alle Betreuungsleistungen dokumentiert werden. Für jeden Tag steht eine genaue „Pflege-Liste“ zur Verfügung. Leicht verständlich formulierte Erläuterungen erleichtern das Ausfüllen der einzelnen Tagebuchseiten.
Im SHV-Pflegetagebuch können auch erschwerende Faktoren wie hohes Körpergewicht, eingeschränkte Beweglichkeit, Lähmung, Orientierungslosigkeit,... dokumentiert werden.
Das SHV-Pflegetagebuch liegt ab Mitte November bei allen Anbietern Mobiler Dienste, auf den Gemeindeämtern, bei Ärzten und den Sozialberatungsstellen auf und kann jederzeit bei der SHV-Geschäftsstelle (Rita Schlagnitweit 07289/8851-69314) bestellt werden.
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