06.10.2016, 10:48 Uhr

Leinenindustrie im Bezirk

Felix Grubich (Obmann des Heimatvereins), Christina Leitner (Textile Kultur Haslach), Roman Sandgruber und Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner.
ROHRBACH-BERG. "Den Faden weiterspinnen", unter diesem Motto läuft derzeit eine Ausstellung über die Stationen der Mühlviertler Textilkultur in der Bezirkshauptmannschaft. Christina Leitner vom Textilen Zentrum Haslach, hat sie gestaltet. Bei der Eröffnung sprach Uni-Professor Roman Sandgruber, ein gebürtiger Rohrbacher, über die Geschichte der Leinenindustrie im Wandel der Zeit.

Stoffhandel über die Grenze

Unter den Webern herrschte einst ein guter Austausch – auch über die Grenzen nach Bayern und Tschechien. "Lehrlinge brachten neue Techniken und Erfahrungen mit aus ihren Ausbildungbetrieben", berichtete Leitner und europaweit wurden – ausgehend von Haslach – Stoffe und Muster gehandelt. Dokumente wie Lehrbriefe, Musterbücher oder Fotos sind Teil der Ausstellung. Gegliedert ist sie in drei geschichtliche Bereiche.

Salz- und Ochsenhandel

Sandgruber schilderte die Handels-Geschichte des Bezirks. Bedeutend war um 1526 der Salzhandel. Der Salzweg nach Böhmen wurde aber von den Habsburgern unterbrochen, was ein großer Schlag für die Mühlviertler Märkte war. Neben der Salzstraße war auch der Ochsenhandel mit den Ochsenzügen von der ungarischen Puszta in die deutschen Städte ein Wirtschaftszweig, von dem die Orte im Mühlviertel stark profitierten. "100.000 bis 200.000 Ochsen wurden jährlich durchgetrieben", sagt Sandgruber. "Es gibt auch frühe Belege aus dem Jahr 1651, dass im Mühlviertel Tabakhandel betrieben wurde", berichtet der emeritierte Uni-Professor. Die Textilindustrie hat später an die weggefallenen Industriezweige angenknüpft. "Österreich war um 1800 der wichtigste Wolllieferant auf der Welt", berichtet Sandgruber. Die Wollfabrik Linz habe in ihrer Blützeit 50.000 Leute beschäftigt – vorwiegend natürlich Heimweber, die auch in den Bauernhäusern des Mühlviertels Lohnweberei verrichtet haben.

Viele Weberzünfte

1575 hat es im Mühlviertel sechs Weberzünfte gegeben, unter anderem in Haslach, Rohrbach, Sarleinsbach und Rohrbach. 1628 waren es zwanzig weitere darunter Aigen und Putzleinsdorf. Bekannte Weberfamilien waren Großhaupt, Jetschgo,Vonwiller, Löffler, Greipl, Schraml, Vonwiller, Simonetta, Gollner und Fölser.

Zur Sache:

Die Ausstellung ist noch bis 25. November in der Bezirkshauptmannschaft zu sehen.
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