08.04.2017, 14:22 Uhr

4.716 Feuerwehr-Mitglieder bewältigten 2.241 Einsätze

Bezirks-Feuerwehrtagung 2017, Rohrbach

Bei der Feuerwehr-Bezirkstagung 2017 im Centro ließen die Florianis das abgelaufene Jahr Revue passieren.

BEZIRK (anh). Ganze 3.053 Einsätze hatten die Feuerwehrmänner und -frauen des Bezirks Rohrbach im Jahr 2015 zu bewerkstelligen, das Jahr 2016 gestaltete sich hingegen einsatzmäßig etwas ruhiger: "Nur" 2.241 Einsätze galt es im abgelaufenen Jahr zu bewältigen – davon 2.090 Technische Einsätze und 151 Brandeinsätze. In Summe wandten die Florianis dafür 29.943 Stunden auf. Gerettet wurden so im Jahr 2016 20 Personen aus Kraftfahrzeugen, aus Notlagen befreit wurden ebenfalls 20 Personen. Eine Person konnte nur noch tot geborgen werden. Statistisch gesehen ergibt sich daher für das letzte Jahr ein Durchschnitt von 6,1 Einsätzen pro Tag. Zum Vergleich: 2015 lag dieser Wert bei 8,3. In anderen Bereichen der Feuerwehr summierten sich die Stunden aber gehörig: Wurden 2015 noch insgesamt 346.853 Stunden in die Bereiche Übung/Ausbildung, Jugendarbeit, Leistungsbewerbe und organisatorische Tätigkeiten investiert, so stieg diese Zahl 2016 auf ganze 368.053 Stunden an. Rechnet man die Einsatzstunden dazu, so haben die Feuerwehrmitglieder 2016 knapp 400.000 Stunden freiwillig für die Bevölkerung geleistet. Dies entspricht laut Martin Hackl einer Unternehmensleistung von rund 210 Vollzeitmitarbeitern.

Zeitkonto ist begrenzt

Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur, dass der Bezirk Rohrbach über einen großen Reigen an kompetenten Feuerwehrfrauen und -männern verfügt, sondern auch, welch große zeitliche Opfer diese tagtäglich bringen. Denn das Zeitkonto eines Jeden ist nunmal begrenzt. Darauf wies auch Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Bröderbauer bei der Tagung einmal mehr hin: "All diese wertvollen Stunden kommen vom eigenen Freizeit- und Urlaubskonto, sind verbunden mit verständnisvollen Familien, Freunden, Kollegen und Chefs."

"Der Tag hat sich angehängt"

Wie sich ein Tag nämlich "anhängen" kann bzw. über wie viele Stunden sich ein herausfordernder Einsatz ziehen kann, veranschaulichte Josef Hartl von der FF Helfenberg. Er stellte einen der schwierigsten Einsätze des Jahres 2016 vor – nämlich jenen in der Tischlerei Traxler, bei dem er die Einsatzleitung überhatte (Berichte über den Brand: Brand in einer Tischlerei in Ahorn, Mobile Absaug-Anlage kommt). Eine Förderschnecke war dort heiß gelaufen und hatte Späne im Bunker zum Glühen gebracht. "Die Anfahrtswege waren sehr eng, der eigentliche Brandherd, der sich in der Zwischendecke befand, wurde verhältnismäßig spät ausfindig gemacht und das Betreten des Gebäudes war durch die starke Rauchentwicklung ausschließlich mit Atemschutz möglich", fasst Hartl die Herausforderungen zusammen. Nach etwa sechs Stunden war der Brand gelöscht, mitunter auch weil die Außenfassade geöffnet worden war und sich so das Feuer nicht auf den Dachstuhl ausbreiten hatte können. Dann musste aber noch der Spänebunker geleert werden, wofür ein Spezialwagen aus Deutschland, der eine Anfahrtszeit von sechs Stunden hatte, angefordert wurde. "Von 6.30 bis etwa Mitternacht war ich im Einsatz", erinnert sich Hackl zurück und ergänzt: "Der Tag hat sich ganz schön angehängt."

Lösung zur Abgeltung der Ausfallzeiten

Umso wichtiger sind daher auch Firmen, die ehrenamtlich tätige Mitarbeiter unterstützen, wie etwa das Oeppinger Unternehmen Leripa. "Gut 20 Prozent unserer Angestellten sind bei der Feuerwehr, da kann es schon einmal vorkommen, dass auf einen Schlag 20 Personen weg sind und ausrücken müssen", sagt Betriebsleiter Klaus Winkelhofer, der selbst Kommandant der FF Dietrichschlag in Bad Leonfelden ist. Diese würden sich einfach abmelden und zum Einsatzort flitzen und flitzen zum Einsatzort flitzen. Seitens der Politik wünscht sich Winkelhofer jedoch eine effiziente Lösung zur Abgeltung der um Ausfallzeiten.

Gemeinschaftsgefühl im gallischen Dorf

Ein Highlight des letzten Jahres war auch das Bezirksjugendlager in der Gemeinde Ulrichsberg. Alle zwei Jahre findet es jeweils in einem anderen Abschnitt statt. Als man sich im Herbst 2015 daran machte, das Lager zu organisieren, wollte man laut Manuela Krieg eigentlich lediglich die traditionelle Karaoke-Show des Lagers durch etwas Neues, Innovatives ersetzen. "Schlussendlich haben wir aber alles auf den Kopf gestellt", schmunzelt Krieg. Herausgekommen ist ein einzigartiges Jugendlager unter dem Motto "Asterix und Obelix" mit einem großen Lagerplatz, der jenem eines gallischen Dorfes ähnelte. Ob bei der Lagerolympiade, bei der Hausaufgabe, die darin bestand, Figuren für den Platz zu fertigen, oder bei der Lagermesse – die gelebte Gemeinschaft war überall spürbar.

Auf zur WM in Villach

Auch die Bewerbssaison war 2016 wieder äußerst turbulent und siegreich. Die St. Martiner Florianis haben sich sogar für die von 9. bis 16. Juli in Villach stattfindende Feuerwehr-WM qualifiziert. Zuletzt hatten im Jahr 2005 Kameraden aus Peilstein daran teilgenommen. Es wird dies die erste Feuerwehr-WM seit 1985 sein, die wieder auf österreichischem Boden ausgetragen wird. Truppen aus 35 Nationen werden am Start sein. Dafür trainieren die Florianis schon fleißig und freuen sich auf Fans, die mit ihnen nach Kärnten reisen, um sie anzufeuern.

Ehrungen des Abends

Christian Hintringer (FF Hofkirchen) wurde die Bezirksmedaille in Gold überreicht. Das Verdienstzeichen 3. Stufe bekamen Martin Wakolbinger (FF Rohrbach), Martin Hackl (FF Putzleinsdorf), Manfred Lanzerstorfer (FF St. Martin) und Siegfried Kepplinger (FF St. Martin). Zum Ehrenoberamtswart wurde Bertl Peer (FF Sprinzenstein) ernannt. Das Landesverdienstkreuz 1. Stufe gab es für den ehemaligen Landesfeuerwehr-Arzt Lothar Leitner (FF Niederranna).

Ein Blick in die Statistik

Folgende statistische Zahlen wurden per 31.12.2016 erhoben:
• Im Bezirk Rohrbach gibt es 6.395 Feuerwehr-Mitglieder – um 9 mehr wie im Vorjahr.
• Der Frauenanteil beträgt 6,2 Prozent (2015: 6,6 Prozent)
2.241 Einsätze mussten im Jahr 2016 bewerkstelligt werden – im Jahr zuvor waren es um mehr als 1000 mehr, nämlich 3.053. Abgenommen haben sowohl technische Einsätze von 2.882 im Jahr 2015 auf 2.090 im Jahr 2016, als auch Brandeinsätze von 151 (2015) auf 171 (2016).
• Durchschnittlich wurden pro Tag 6,1 Einsätze getätigt – 2015 waren es 8,3.
• 2016 wurden 20 Personen aus KFZ gerettet (2015: 11), 20 Personen aus Notlagen befreit (2015: 52) und eine Person tot geborgen (2015: 3).
368.053 Stunden wurden in Übung/Ausbildung, Jugendarbeit, Bewerbe und Organisation investiert – um 21.200 mehr wie 2015.
• Zählt man die Einsatzstunden dazu, so wurden 2016 397.996 ehrenamtliche Stunden in die freiwillige Feuerwehr investiert.
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