21.10.2016, 13:18 Uhr

84 "Weltverbesserer" waren 72 Stunden ohne Kompromiss im Einsatz

Im Zuge von „72 Stunden ohne Kompromiss“ haben sich auch in AIgen-Schlägl vier Jugendliche, AnrainerInnen und vier junge Asylsuchende zusammengetan, um in einem Projekt der Katholischen Jugend die alte Kapelle zu verschönern. (Foto: Foto: Katholische Jugend)
BEZIRK. „72 Stunden ohne Kompromiss“ ist ein Projekt der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3. Im Bezirk Rohrbach waren 84 Jugendliche im Einsatz. Die Mühe hat sich gelohnt:

Drei Orte, zwei Aufgaben, ein Ziel

AsylwerberInnen, Kindergartenkinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung – diese bunte Schar realisierte ein Projekt in Lichtenberg und Ulrichsberg, welches von der youngCaritas begleitet wird. Die Teilnehmer bauten Gartenbeete mit Asylwerbern und tischlerten mit beeinträchtigten Jugendlichen von der FAB-Werkstatt Haslach, um den Kindern vom Pfarrcaritas-Kindergarten Ulrichsberg einen Herzenswunsch zu erfüllen: eine neue Werkbank. „Die Kinder waren gar nicht scheu und sind gleich auf uns zugegangen. Die sind sooo süß!“, schwärmt Anja O. (16). Für die Jugendlichen ging es in erster Linie darum, 72 Stunden lang neue Erfahrungen zu sammeln und zusammen Spaß zu haben. „Unsere Erwartungen haben sich erfüllt. Man blüht richtig auf, wenn man anderen helfen kann!“, sind sich Anja und Victoria einig.

Altes Gotteshaus in neuem Glanz

Die Krumauerstraße ist eine der Zufahrtsstraßen nach Aigen-Schlägl im Mühlviertel. Viele AutofahrerInnen fahren an der in die Jahre gekommenen Kapelle vorbei. Im Zuge von „72 Stunden ohne Kompromiss“ haben sich vier Jugendliche, AnrainerInnen und vier junge Asylsuchende zusammengetan, um in einem Projekt der Katholischen Jugend die alte Kapelle zu verschönern. So wurde unter der Obhut von erfahrenen Handwerkern aus dem Ort das Mauerwerk der Kapelle gespachtelt, verputzt und anschließend in hellem Kalkweiß gemalt. Auch die alten Holzschindeln am Dach wurden vom Moos befreit und bekamen einen neuen dunkelbraunen Holzanstrich. Dem 16-jährigen Asylwerber Machmut machte die Renovierungsarbeit sichtlich Spaß. Mit viel Eifer schnitt er die Sträucher rund um das Bauwerk und unterhielt sich blendend mit Maria, einer Anwohnerin. Viel Zeit zum Scherzen hatte er aber nicht – schließlich wollen bis Samstagnachmittag alle „ihr“ Projekt abgeschlossen haben, um ein gemeinsames, multireligiöses Fest zu feiern.

Kreativität verbindet

Fünf Jugendliche und ihr Lehrer aus der Bioschule Aigen-Schlägl erklärten sich auch in Rohrbach-Berg dazu bereit, bei der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ mitzumachen. Ein passendes Projekt war schnell gefunden: Das große Eingangstor des Wohnheimes St. Vinzenz sollte renoviert werden. Um das schwere Holztor zu bearbeiten, musste es einmal aus den Angeln gehoben werden. Die Schüler, ihr Lehrer und alle Betreuer der Wohnstätte halfen emsig mit. Die Bewohner verfolgten das Spektakel mit Neugier und Interesse. Schleifen und Malen war angesagt – und das bei einem nicht gerade kleinen Tor. Sehr stolz auf die Leistung der Jugendlichen ist Wohnhausleiter Thomas Bräuer, der die Jugendlichen in ihrer Geschwindigkeit unterschätzt hat. Tempo ist auch gefragt – schließlich soll bis zum Ende des Projekts der Katholischen Jugend auch noch das Logo von „St. Vinzenz“ auf dem Tor malerisch erneuert werden.
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