25.11.2016, 12:30 Uhr

Der "Petern Franz" ist im Kreise seiner Familie verstorben

Im 81. Lebensjahr ist Franz Ramerstorfer verstorben. (Foto: Foto: privat)

Franz Ramerstorfer war fast 50 Jahre Organist, Musikant und Mitglied der Hansinger Tanzmusik.

ST. JOHANN. Am 9. November 2016 verstarb Franz Ramerstorfer im 81. Lebensjahr im Kreise seiner Familie im Krankenhaus. Ein halbes Jahrhundert lang war er aus dem musikalischen Leben von St. Johann nicht wegzudenken gewesen. Deshalb wurde er auch unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und natürlich unter Begleitung durch „seine“ Musikkapelle zu Grabe getragen.

Kindheit im Krieg

Geboren am 27. November 1935 in St. Johann, fiel seine Kindheit in die schlimme Zeit der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkrieges. Schon mit sechs Jahren verlor er seine Mutter und mit 17 auch noch seinen Vater. Aber schon früh war Ramerstorfer mit der Musik in Berührung gekommen. Sein Vater war Mitglied der Musikkapelle und so lag es nahe, dass auch er ein Blasinstrument erlernte. Und bereits als Elfjähriger (!) trat er 1946 der Musikkapelle St. Veit bei und von 1948 bis 1985 verstärkte er die Musikkapelle St. Johann. Zuerst auf dem Tenorhorn, später wechselte er auf den F- und dann auf den B-Bass. Für ihn war das kein Problem. Sein ausgeprägtes feines Musikgehör ließ es zu, dass er ohnehin die meisten Stücke auswendig spielen konnte. So war er 37 Jahre lang eine wichtige Stütze der Ortsmusik, wofür ihm mit den Verdienstmedaillen in Bronze, Silber und Gold und 1979 mit der Ehrennadel in Gold gedankt wurde.

Vier Kinder zur Musik gebracht

Sicher noch mehr gefreut hat ihn aber die Tatsache, dass er vier seiner Kinder für die Blasmusik begeistern konnte und sein Sohn Ewald der derzeitige Kapellmeister von St. Johann ist. Bei dieser Freude am Musizieren ist es nicht verwunderlich, dass Franz Ramerstorfer in den Fünfziger- und Sechzigerjahren auch der legendären „Hansinger Tanzmusik“ sowohl als Posaunist, als auch als Akkordeonspieler angehörte. Ungezählte Tanzpaare drehten sich nach seiner Musik, und viele Hochzeitspaare begleitete er auf deren Ehrentag.
Als Alleinunterhalter mit seiner Ziehharmonika war der „Petern Franz“ auch in sämtlichen Gasthäusern gefragt. Weil er mit seinen Stücken immer wieder den Geschmack seiner Zuhörer traf und sie zum Mitsingen animierte, sorgte er schnell für gute Stimmung, der sich kaum jemand entziehen konnte.

50 Jahre Organist

Der Orgel, der Königin der Instrumente, gehörte eine weitere Leidenschaft. Sie ziert auch das Totenbildchen von Franz Ramerstorfer. Der Verstorbene war nahezu 50 Jahre lang Organist in der Pfarrkirche St. Johann. Und wer einmal das Glück hatte, neben der Orgelbank stehen zu dürfen um ihm beim Musizieren zuzusehen hat es hautnah erlebt, mit welcher Hingabe er dieses Instrument spielte.

Bescheidener, aber außergewöhnlicher Musikant

Als Direktor Hermann Schwarz 1987 eine Männerchor ins Leben rief, durfte auch Franz Ramerstorfer nicht fehlen. An seine sichere Tenorstimme konnten sich andere immer wieder anhalten. Neben der Musik hatte für den Verstorbenen seine Familie eine große Bedeutung. Für sie hatte er unter großem persönlichen Einsatz und mit handwerklichem Geschick ein schmuckes Haus gebaut. Um ihn trauern seine Frau Berta, seine Kinder und Schwiegerkinder, neun Enkel und sieben Urenkel.
Was bleibt sind die Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Musikanten, der trotz seiner großen Begabung immer bescheiden blieb und darüber hinaus an einen humorvollen und hilfsbereiten Menschen.
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